Krankenkassenkurse auch für Fortgeschrittene: interessante Ergebnisse einer Recherche

Yoga auf Krankenkassenkosten? Das sei nur was für Schwangere, Senioren oder Kranke, lautet oft das Vorurteil. Doch gerade in Großstädten wie Berlin und München haben einige Yogastudios – wie etwa Home Yoga, YogaRaum Berlin, Jivamukti Yoga Schwabing und die Yogaschule München – krankenkassengeförderte Kurse für Fortgeschrittene im Programm. In den aufeinander aufbauenden Stunden werden auch anspruchsvolle Asanas wie Handstand oder Rad sowie Pranayama-Übungen weiterentwickelt. „Wir bieten drei unterschiedliche Levels an. Auch Fortgeschrittene haben bei uns die Möglichkeit, je nach Krankenkasse mehrmals im Jahr einen Kurs bezuschusst zu bekommen. Das ist insofern gerechtfertigt, als regelmäßig Übende ja permanent etwas für ihre Gesundheit tun und den Kassen somit weniger zur Last fallen. Unsere Schüler haben Perspektiven, da sie zunächst den Einsteigerkurs besuchen und dann wiederkommen, um Level 1 und später All-Level-Kurse zu besuchen. Diese fließenden Übungsstunden können von sportlichen, gesunden Schülern besucht werden. ,Rücken- & Gelenke-Yoga‘ ist unser Einsteigerlevel, das für alle Menschen geeignet ist, auch für jene mit Beschwerden oder Einschränkungen. Charakteristisch für diesen von Diplomsportwissenschaftler Tom Beyer konzipierten Yoga sind die von ihm speziell entwickelten Yogagurte und eine sehr intensive Atmung“, erläutert Dr. Isabell Lütkehaus, Leiterin von Home Yoga Berlin, ihr Kurssystem.

Krankenkassen sind vom Präventivcharakter des Yoga überzeugt
Insgesamt nehmen jährlich rund neun Millionen Menschen an Präventions- und Gesundheitsförderungsprogrammen der gesetzlichen Krankenkassen teil, über 310 Millionen Euro werden dafür ausgegeben. Auch Yogakurse sind, solange sie bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, bezuschussbar. Allerdings kommt kaum ein erfahrener Yogi auf den Gedanken, sich die Kosten für den Unterricht von der Krankenkasse zumindest zum Teil zurückerstatten zu lassen. Warum eigentlich nicht? Einmal in ein anderes Yogastudio zu gehen als gewöhnlich, kann neue Perspektiven und Sichtweisen eröffnen. Und Geld spart man dabei auch noch. Eine positive Auswirkung auf die Gesundheit hat Yoga nachgewiesenermaßen, wenn er regelmäßig praktiziert wird. Eine Studie des American College of Sports dokumentierte z.B., dass zweieinhalb Stunden pro Woche ausreichen, um Asthmakranken Linderung zu verschaffen. Regelmäßiges Training steigerte außerdem die Ausdauerleistung der Teilnehmer auf dem Laufband um bis zu 22 Prozent. Ähnliche Erfolge wurden in der Behandlung von Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Depressionen beobachtet. Auch Gesunde profitieren: Man wird ruhiger, entspannter, leistungsfähiger, und das Immunsystem wird gestärkt. „Wir bieten geschlossene Krankenkassenkurse auf jedem unserer Kurslevel an. Daher kann jeder Yogainteressierte bei uns einen Kurs finden, der für ihn geeignet ist.

Für Anfänger geht es oft darum, einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu finden. Für den fortgeschrittenen Yogi richtet sich das Interesse mehr darauf, zu lernen, Stress erst gar nicht entstehen zu lassen. Deswegen üben wir im Yoga auch solche komischen „Verrenkungen“: Weil wir lernen wollen, auch in herausfordernden Situationen ausgeglichen zu bleiben. Als Anfänger sind das Interesse und die Wahrnehmung zunächst vorrangig auf das Körperliche gerichtet. Als Fortgeschrittener bemerke ich dann, dass ich dieselben Prinzipien, die ich für meinen Körper gelernt habe, auch auf meine Gedanken anwenden kann. Und dann sogar darauf, wie ich mein Leben führe“, so Alexander Kröker, Leiter des YogaRaum Berlin.

Diese positiven Auswirkungen von Yoga haben auch die Krankenkassen festgestellt und bezuschussen Kurse im Rahmen ihrer Präventionsprogramme: „Im Bereich Stressbewältigung und Entspannung haben wir uns auf Basis der besten verfügbaren Evidenz für die Aufnahme der klassischen Entspannungsverfahren Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation sowie von Hatha-Yoga, Tai-Chi und Qi-Gong entschieden, weil diese nach einer Expertise der Bundesvereinigung für Gesundheit als wirksame und wirtschaftliche Leistungen bewertet worden sind. Speziell für die Auswahl von Hatha-Yoga als förderfähiges Entspannungsverfahren sprachen zudem die Aspekte gute Erlernbarkeit und der Schwerpunkt auf körperlichen Übungen und Atemübungen. Die Kurse sind nicht auf eine bestimmte Religion oder Weltanschauung festgelegt, und ihre Wirksamkeit ist im Rahmen von Studien und Metaanalysen belegt“, erläutert Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband, der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland.

Anzeige
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments