In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Das Gähnen ist ein Reflex, den wir oft verlegen unterdrücken. Warum herzhaftes Gähnen jedoch dem gesamten Organismus guttut und gerne zugelassen oder sogar hervorgelockt werden darf, erfährst du hier. Jemand gähnt in unserer Gegenwart, und wir sind befremdet. Ist unsere Anwesenheit, unser Gespräch so langweilig, dass dieser Mensch seinen Mund weit aufreißt, seinen Atem auf seltsame Weise ausstößt und dabei vielleicht sogar noch urtümliche Laute von sich gibt? Gähnen wird nicht gern gesehen, deswegen verkneift man es sich meistens und lässt es nur zu, wenn man unbeobachtet ist. Dabei tut es Körper, Geist und Seele ausgesprochen wohl! Wohltuender natürlicher Impuls Tiere tun es, kleine Kinder tun es … Staunenswert, wie sie sich nach einem Nickerchen recken und strecken, sich mit einem „Uaah!“ entspannt dem Alltagsbewusstsein öffnen und zu neuen Taten schreiten. Gähnen ist etwas Instinktives und Natürliches. Es wirkt ansteckend – was du, lieber Leser, möglicherweise gerade merkst, während du dich mit diesem Artikel beschäftigst. Auf jeden Fall merkten es die 13 Teilnehmer eines Workshops mit dem Titel Spielformen des Atems Anfang Februar 2019 in Burghausen in Bayern: Dabei nimmt das absichtliche Gähnen einen wichtigen Platz ein. Schon bei der allerersten Runde greift es um sich. Hier fühlt sich aber niemand auf den Schlips getreten. Im Gegenteil, alle lassen sich gern darauf ein. Geleitet wird das Seminar von Peter Cubasch aus Wien, einem Atemtherapeuten und Hochschullehrer, der sich seit etwa 2012 intensiv mit dem faszinierenden Thema Gähnen beschäftigt. „Kein anderer Körperimpuls kann so schnell Spannungen abbauen und uns vitalisieren wie das Gähnen“, lautet sein Credo. Er hat schon überraschende Effekte erlebt und beobachtet, zum Beispiel, dass er bei sich selbst durch bewusstes, wiederholtes Gähnen einen beginnenden Kopfschmerz abwenden konnte. Oder auch eine dramatischere Begebenheit: Eine ältere Frau hatte über einen längeren Zeitraum an quälenden Zahnschmerzen gelitten und für Behandlungen beim […]

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