Fladenbrote gehören zu den meisten indischen Mahlzeiten einfach dazu. Chapati, Roti, Phulka oder Naan – die Vielseitigkeit der fluffigen und saftigen Brote ist riesig!

Traditionell werden die Fladenbrote verwendet, um Currys, Dals oder Gemüse ohne Besteck aufzunehmen. Lass dich von den kreativen und veganen Rezeptideen inspirieren! Die Brote können übrigens auch als Pizzaboden, für Tortillas oder Wraps verwendet werden.

Guten Appetit!

Avocado-Naan

Kein pflanzlicher Joghurt? Kein Problem. Und die Farbe ist auch ziemlich interessant, oder? Auch wenn man den Joghurt durch Avocados ersetzt, erhält man weiche, luftige Naans, denn die Avocados tragen die benötigte Feuchtigkeit und das Fett bei, die das Fladenbrot benötigt, um eine dem üblichen Naan ähnliche Konsistenz zu bekommen. Verwenden Sie für die besten Ergebnisse möglichst reife Avocados. Servieren Sie die Naans bestrichen mit zerlassener veganer »Butter« oder Öl. Sie können auch Süßkartoffelpüree oder Kürbispüree anstelle der Avocado verwenden – diese Zutaten werden den Fladenbroten dann ihren typischen Eigengeschmack verleihen.

VORBEREITUNG: 15 MIN. / AKTIV: 45 MIN. / INAKTIV: 2 STD. / ERGIBT 8 FLADENBROTE

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Zutaten

Avocado-Naan

  • 120 ml warmes Wasser
  • 2 TL Zucker
  • 1 EL Trockenhefe
  • 560 g Mehl (Type 405), plus mehr zum Bestäuben
  • 1 ½ TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • ¼ TL Natron
  • 60 ml Färberdistelöl, Kokosöl oder zerlassene vegane “Butter”
  • 200 g reife Avocado, Steine entfernt, das Fruchtfleisch fein zerdrückt
  • 1 EL Schwarzkümmelsamen, zum Garnieren

Zubereitung

  1. In einer großen Schüssel den Zucker im warmen Wasser auflösen. Die Trockenhefe darauf streuen und 10 Minuten ruhen lassen, bis die Mischung schäumt.
  2. In einer separaten Schüssel Mehl, Salz, Backpulver und Natron mischen.
  3. In die Schüssel mit der Hefemischung 490 g der Mehlmischung, 3 Esslöffel des Öls und das Avocado-Püree geben und alles gut vermengen. Das restliche Mehl esslöffelweise untermischen und alles in 2–4 Minuten zu einem weichen, glatten Teig kneten.
  4. Den Teig zurück in die Schüssel geben, einen Esslöffel Öl darüber träufeln und die Teigkugel in diesem Öl wälzen, sodass sie rundherum benetzt ist. Die Schüssel mit Frischhaltefolie oder einem Küchentuch abdecken und den Teig so etwa 1 ½ Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Den gegangenen Teig abschlagen (kurz und kräftig durchkneten) und bei Bedarf ein klein wenig mehr Mehl untermischen. Dann in 8 gleichgroße Stücke teilen und diese zu Kugeln formen. Die Kugeln leicht auf einer mit Mehl bestäubten Oberfläche wälzen und dann auf Backpapier legen. Mit einem Küchentuch oder einer weiteren Lage Backpapier abdecken und 20–30 Minuten gehen lassen.
  5. Eine der Teigkugeln nehmen und mit den leicht bemehlten Händen zu einem 20–22 cm großen Oval formen. Dabei vorsichtig vorgehen, damit möglichst viel Luft im Teig bleibt. Alternativ kann der Teig auch vorsichtig mit dem Teigroller ausgerollt werden. Das Oval leicht mit Wasser einsprühen, Schwarzkümmelsamen darauf streuen und leicht mit Öl bestreichen. Mit den anderen Teigkugeln wiederholen.
  6. Zum Backen der Naans den Backofen auf 220 °C vorheizen. Den Pizzastein in den Ofen legen und mindestens 30 Minuten aufheizen lassen. So viele der ausgerollten Naans wie möglich mit etwas Abstand nebeneinander auf den Pizzastein legen und 2–3 Minuten backen, bis die Fladenbrote leicht aufgegangen sind und eine goldbraune Oberfläche haben. Nach Bedarf noch 30 Sekunden unter dem Ofengrill bräunen. Die Fladenbrote vom Pizzastein nehmen. Die übrigen Naans ebenso backen.

Zum Backen auf dem Herd: Eine gusseiserne Pfanne verwenden, die starker Hitze standhalten kann. Die Pfanne auf mäßig-hoher Stufe gleichmäßig erhitzen. Ein Naan (mit den Samen nach oben) in die Pfanne legen. Die Pfanne mit dem Deckel verschließen und das Naan 2–3 Minuten braten, bis es aufgeht. Dann wenden und von der anderen Seite noch 1 Minute braten. Nach Belieben das Naan mit der Grillzange ein paar Sekunden über eine offene Gasflamme halten, damit es an einigen Stellen fast anbrennt. Mit den übrigen Naans wiederholen.

Aufbewahren: Die Naans in ein sauberes Küchentuch wickeln, um sie einen Tag auf der Anrichte in der Küche aufzubewahren. Sollen wie länger aufbewahrt werden, abkühlen lassen und dann in einem luftdicht verschlossenen Beutel aufbewahren. So sind sie auf der Anrichte 2 und im Kühlschrank bis zu 7 Tage haltbar.

Glutenfreie Chia-Fladenbrote

Phulkas oder Rotis

Diese Fladenbrote sind unglaublich weich und bleiben das auch länger. Verwendet werden sie wie andere weiche Fladenbrotsorten wie Roti, Pita und Tortillas. Lassen Sie sie über einer Gasflamme aufblähen wie Ballons, um sie dann wie Phulkas oder Pitas zu füllen. Probieren Sie dieses Rezept unbedingt aus! Für hellere Fladenbrote verwenden Sie einfach weiße Chiasamen.

VORBEREITUNG: 15 MIN. / AKTIV: 45–60 MIN. / ERGIBT 10–12 ROTIS ODER
8–9 GEFÜLLTE PARATHAS

Zutaten

  • 3 EL Chia- oder LeinsamenFladenbrote
  • 2 ½ EL Flohsamen
  • 210 ml warmes Wasser
  • 140 g Amaranth- oder Sorghum-Mehl
  • 30 g Pfeilwurzelmehl oder Maisstärke
  • ¼ TL Salz
  • ¼ TL Backpulver
  • ¼ TL Garam Masala
  • 2 TL Färberdistelöl oder ein anderes neutrales Pflanzenöl
  • 70 g Amaranth- oder Reismehl, zum Bestäuben

Zubereitung

  1. Chiasamen und Flohsamen zusammen zu einem groben Pulver mahlen. In einer großen Schüssel mit dem Wasser glattrühren und 5 Minuten ruhen lassen, bis sich ein zähes Gel gebildet hat.
  2. In einer separaten Schüssel Mehl, Stärke, Salz, Backpulver und Garam Masala mischen.
  3. Die vermischten trockenen Zutaten zusammen mit dem Öl zur Gel-Mischung geben und die Zutaten mit den Händen vermengen. Anfangs wird die Masse sehr trocken scheinen. Etwa zwei Minuten kneten, bis sich der Teig ganz leicht klebrig anfühlt. Mit einem Küchentuch abdecken und 5 Minuten ruhen lassen.
  4. Die Hände leicht fetten, den Teig in 12 gleichgroße Portionen aufteilen und diese zu Kugeln formen. Mit einem Küchentuch abdecken, während die einzelnen Fladenbrote ausgerollt und gegart werden. Eine Kugel flachdrücken, großzügig mit Mehl bestäuben und dann mit dem Teigroller dünn ausrollen. Dabei immer wieder leicht mit Mehl bestäuben. Ist der Teig zu klebrig, kann er zwischen zwei Lagen Backpapier ausgerollt werden.
  5. Eine große Pfanne auf mäßig-hoher Stufe erhitzen. Den Teigling in die heiße Pfanne legen und etwa 20 Sekunden braten, bis ein paar Blasen an der Oberfläche erscheinen. Wenden und weiter 20–30 Sekunden braten, bis sich ein paar mehr Blasen gebildet haben und sich ausdehnen.
  6. Jetzt kann das Fladenbrot gewendet, noch 10 Sekunden gebraten und dann serviert, oder über einer offenen Flamme (mäßig-hohe bis hohe Stufe) aufgebläht werden. Das Fladenbrot dafür mit einer Grillzange über die Flamme halten und alle 1–2 Sekunden bewegen, bis es sich wie ein Ballon aufgebläht hat. Das gegarte Fladenbrot auf einen Teller legen und bis zum Servieren mit einem Küchentuch abdecken. Die übrigen Fladenbrote zubereiten, wie oben beschrieben. In einem mit Küchentuch ausgelegten, luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahren.

Parathas mit Gemüsefüllung

Parathas (gefüllte Fladenbrote) werden gerne zu Frühstück und Brunch oder als Snack in Nordindien gegessen. Parathas können mit unterschiedlichen Gemüsesorten und Hülsenfrüchten gefüllt werden. Gegartes oder rohes gehacktes Gemüse wird auf den ausgerollten Teig gegeben, dieser darüber gefaltet und dann ausgerollt, sodass die Füllung im Fladenbrot verteilt wird. Das gegarte Fladenbrot wird mit etwas veganer “Butter” oder pflanzlichem Joghurt serviert. In diesem Rezept präsentiere ich zwei Paratha-Füllungen: Blumenkohl (Gobi) und Kartoffeln (Aloo). Ajowan spielt eine wichtige Rolle im authentischen Paratha aus dem nordindischen Bundesstaat Punjab. Die Samen können aber auch weggelassen oder durch Kreuzkümmel ersetzt werden. Allerdings lohnt es sich, Ajowan im Haus zu haben. Mit Bohnen oder Kichererbsen gegart, beugen die Samen Blähungen vor. Parathas können einfach so serviert werden, mit Raita oder indischen Pickles. Sie eignen sich auch gut als Beilage zu Dals und Curries. Verwenden Sie meinen glutenfreien Roti-Teig, um glutenfreie Parathas zuzubereiten.

VORBEREITUNG: 40 MIN. (INKL. GEHEN DES TEIGES) / AKTIV: 45–60 MIN. / ERGIBT 8–10 STÜCK

Zutaten

Für die Blumenkohlfüllung:Parathas mit Gemusefüllung

  • 1 TL Färberdistelöl oder ein anderes neutrales Pflanzenöl
  • ½ TL Ajowan-Samen
  • 1 Stück (2,5 cm) Ingwer, sehr fein gehackt
  • 1–2 scharfe grüne Chilis, fein gehackt (nach Belieben die Samen entfernen, damit sie etwas milder sind)
  • 650 g Blumenkohl, geraspelt
  • ½ TL gemahlene Kreuzkümmelsamen
  • ½ TL Garam Masala
  • ¼ TL Cayennepfeffer
  • ½ TL Salz
  • ½ Bund Koriandergrün, die Blätter frisch gehackt

Für die Parathas:

  • 1 Menge Fladenbrot-Teig (siehe oben)
  • ½ TL Ajowan-Samen
  • ¼ TL Cayennepfeffer
  • ½ TL Salz
  • Mehl zum Bestäuben
  • 1–2 TL Färberdistelöl oder ein anderes neutrales Pflanzenöl

Zubereitung

  1. Für die Blumenkohlfüllung das Öl in einer großen Pfanne auf mäßiger Stufe erhitzen. Ajowan, Ingwer und Chili im heißen Öl eine Minute braten. Blumenkohl, Garam Masala, Cayennepfeffer und Salz untermischen und 5–7 Minuten braten, bis der Blumenkohl trocken ist. Vom Herd nehmen und das Koriandergrün untermischen. Vor dem Füllen der Parathas abkühlen lassen. Alternativ können die Zutaten für die Füllung roh verwendet werden. Dafür die Zutaten ohne Salz mischen und erst salzen, nachdem die Füllung auf den ausgerollten Teig gegeben wurde.
  2. Den Teig für die Parathas vorbereiten und abgedeckt 15 Minuten gehen lassen.
  3. Den gegangenen Teig in 8–10 gleichgroße Portionen teilen und zu Kugeln formen. Eine Teigkugel nehmen, flachdrücken und mit dem Teigroller zu einem Kreis mit etwa 17 cm Durchmesser ausrollen. Für die Parathas muss der Teig etwas dicker und weiter ausgerollt werden, als für die Rotis, damit er die Füllung halten kann.
  4. Etwa 2–3 Esslöffel der Füllung in die Mitte des ausgerollten Teigs geben. Den Teig von den Seiten her über der Füllung zusammenfalten und leicht andrücken, um die Füllung darin zu versiegeln.
  5. Die gefüllte “Teigtasche” mit den Händen flachdrücken, mit Mehl bestäuben und dann mit dem Teigroller vorsichtig ausrollen.
  6. Eine große Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Den Teigling in die heiße Pfanne legen und 30–45 Sekunden braten. Wenden und weitere 30–45 Sekunden braten. Die Oberfläche leicht mit Öl oder zerlassener veganer »Butter« bestreichen, wenden und in etwa 30 Sekunden goldbraun braten.
  7. Die nun oben liegende Seite leicht mit Öl oder zerlassener veganer “Butter” bestreichen, wenden und in etwa 30 Sekunden braten, sodass die Paratha auf beiden Seiten goldbraun ist. In einem mit Küchenpapier oder Küchentuch ausgelegten Behälter aufbewahren. Die Parathas können bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor dem Servieren dann in einer Pfanne aufwärmen.

Parathas

Für die Kartoffel-Füllung:

  • 3 mittlere oder 2 große Kartoffeln, gekocht und grob gestampft
  • 1 Stück (2,5 cm) Ingwer, sehr fein gehackt
  • ½ Bund Koriandergrün, die Blätter sehr fein gehackt
  • 1–2 scharfe grüne Chilischoten, fein gehackt (nach Belieben die Samen entfernen, damit sie etwas milder sind)
  • ½ TL gemahlene Kreuzkümmelsamen
  • ½ TL Garam Masala (Seite XXX)

In einer Schüssel die gestampften Kartoffeln mit Ingwer, Koriandergrün, Chili, Kreuzkümmel und Garam Masala mischen. Nach Belieben mit Salz und Gewürzen abschmecken. Die Parathas füllen und braten wie oben beschrieben.

 

Buchcover "Vegane Indische Küche" Richa HingleNoch mehr Rezepte:
“Vegane Indische Küche” von Richa Hingle, Unimedica 2016

Alle Rezeptbilder © Richa Hingle

 

 

 

 

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