Yoga mit Hindernissen: In der DDR bedurfte es einer Menge Tricks und Erfindungsgeist, um Yoga praktizieren zu können. Zum Schluss aber waren sogar die Gesundheitsbehörden des Arbeiter- und Bauernstaats an Yoga und seinen Benefits interessiertDreiunddreißig  Jahre war Inge Lehmann damals alt, aber dieses Wort hatte sie noch nie gehört. Nicht im Freundeskreis, nicht in der Poliklinik, ihrer früheren Arbeitsstelle, und auch nicht im „Zentrum-Warenhaus“, wo sie jetzt als Physiotherapeutin in der Betriebsgesundheit arbeitete. Inge Lehmann erinnert sich noch genau, mit welchen Worten die Freundin sie einlud, die frühere Kollegin aus der Poliklinik: „Komm, wir machen jetzt Yoga.“ Yoga in der DDR, das hört sich an wie Pelze auf Fidschi, wie Sex im Vatikan – wie eine Kombination also, die man sich eigentlich nur schwer vorstellen kann. Ein exotisches Wort für eine Tätigkeit exotischen Ursprungs, ein Sport, der gar kein Sport ist, sondern eine Lebensweise – und das zu Zeiten eines Regimes, das von Lebensweisen sehr konkrete und sehr andere Vorstellungen hatte. Inge Lehmann muss nur beschreiben, was sie an Yoga faszinierte, ein Satz nur, und schon wird deutlich, warum sie sich damit im Grunde in einen Gegensatz zu den herrschenden Verhältnissen brachte: „Mir kam das gerade recht“, sagt sie, „denn ich wollte etwas für mich machen, das nichts mit Wettkampf und Leistungsdruck zu tun hatte, wie im DDR-Sport üblich.“ Schon klar, dass solch eine Disziplin im Arbeiter- und Bauernstaat alles andere als verbreitet war. In einem Land, in dem die Partei bestimmte, welche Vereine gut für die Menschen waren, gab es keine Yogaschulen und auch keine Yogalehrer. Ohne Schulen und Lehrer aber auch keine Literatur – wer hätte sie nachfragen sollen? Inge Lehmann aus Leipzig ließ sich auf die Einladung ihrer Freundin ein und ging mit in die Klinik. Im Arbeitsraum für Krankengymnastik hatten sich vier Physiotherapeuten versammelt. Einer nach […]

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