Zwanghaftigkeit bis hin zu Essstörungen, Schamgefühle wegen ein paar Pfunden zu viel – keine Seltenheit in der Yogaszene. Geht das nicht ziemlich am Ziel vorbei? Als ich vor einigen Jahren ein mehrtägiges Yogaseminar leitete, platzte eine Teilnehmerin in der Vorstellungsrunde mit folgender Bemerkung heraus: „Wie schön, dass du eine kleine Plauze hast!“ Sie lachte mich an. Ich strahlte zurück, da ich diesbezüglich Gott sei Dank nicht eitel bin. Auf meine Frage, was genau sie an meinem Schokoladenbäuchlein denn so sehr erfreue, antwortete sie: „Endlich treffe ich mal eine Yogalehrerin, die nicht magersüchtig aussieht, sondern eine ganz normale Figur hat.“ Wir lachten! Ein paar der anderen Teilnehmerinnen in der Runde nickten zustimmend. Im Verlauf der Seminartage kamen wir immer wieder auf dieses Thema zurück – meistens nach einem köstlichen Mittag- oder Abendessen. Das Fazit der Gespräche war, dass viele Frauen beim Anblick von Yogabüchern und den darin gezeigten Bildern mit sehr schlanken Models schnell unter Druck geraten, und statt sich in einen Kurs zu trauen, bleiben sie dann vielleicht doch mit Scham- und Schuldgefühlen zu Hause auf dem Sofa. Von Zwängen und SchlankheitswahnSieht man sich die yogische Medienwelt an, ist die Frage, ob es etwa nur noch schlanke Frauen gibt, die Yoga praktizieren, gar nicht mehr so abwegig. Oder andersherum gefragt: Wird Yoga als ein Lockmittel verkauft, als Garant dafür, dass man innerhalb kürzester Zeit schlank wird? Durch schlanke bis androgyne, ja, fast schon magersüchtige Models wird meines Erachtens hier und da ein falsches Bild vom Yoga vermittelt. Geht es wirklich nur darum, durch Yoga schlank zu werden oder eine gute Figur zu machen, bzw. zu haben? Fühlt sich eine Seele in einem Körper, dem die Waage vorgibt, was er essen darf und was nicht, wirklich wohl? Ich wage es zu bezweifeln. Genauso stellt sich mir die Frage, ob überhaupt noch […]

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.