Ein wahres Wunderwerk
Tamas bedeutet u.a. dumpf und träge und dies sind Eigenschaften, die man den Pilzen in mancherlei Hinsicht gar nicht nachsagen kann. Vielmehr äußert sich in dieser Spezies die Kreativität der Schöpfung recht eindrucksvoll. Nicht nur, dass sie als eigenes Eukaryotenreich ohnehin recht originell sind – zu den Pflanzen gehören sie nicht, weil sie keine Photosynthese betreiben und heterotroph sind, und zu den Tieren auch nicht, z.B. weil sie Vakuolen, also Zellorganellen haben – nein, sie zeugen auch noch in manch anderer Hinsicht von Einfallsreichtum. So vermehren sich nicht alle Pilze, indem sie ihre Sporen einfach fallen und vom Wind weitertragen lassen, sondern es gibt auch noch ganz andere Strategien: der Kugelschneller schießt mit hörbarem Knall eine senfkorngroße Sporenkugel mehrere Meter weit durch die Luft. Und von wegen „dunkel“ („tamasisch“): in den Tropen gibt es sogar viele Helmlinge, die nachts hell leuchten, ähnlich wie Glühwürmchen. So viel Temperament hätte man den Pilzen wirklich nicht zugetraut, aber Pilzkundige könnten da sogar noch einige mehr interessante Geschichten über die trickreichen Überlebensstrategien ihrer Lieblinge erzählen. Der vermutlich größte Pilz Europas befindet sich übrigens in der Schweiz: im Nationalpark Unterengadin wurde ein 800 Meter langes und 500 Meter breites unterirdisches Pilzgeflecht entdeckt. Es handelt sich um einen über 1000 Jahre alten „Dunklen Hallimasch“. In den Wäldern von Oregon dehnt sich diese Sorte sogar über eine Fläche von neun Quadratkilometern aus; geschätztes Gewicht der Population: etwa 600 Tonnen.  Die wunderbare Welt der Pilze… sie ist irgendwie beeindruckend.

Was beim Sammeln und Lagern zu beachten ist
Um keine Myzel zu schädigen, sollte der Sammler die Pilze entweder mit einem Messer abschneiden oder vorsichtig aus dem Boden herausdrehen, nicht aber herausreißen. Am besten verwendet man den klassischen Sammelkorb und schichtet die Pilze darin locker auf. In einer Plastiktüte etwa werden sie schnell gequetscht und matschig. Auch bei der Lagerung ist darauf zu achten, dass die Pilze genügend Luft haben. Wer sie länger als ein paar Tage aufbewahren möchte, sollte die Pilze in einem Dörrgerät oder bei leicht geöffneter Ofentür und einer Temperatur von bis zu 40 Grad auf einem Backblech trocknen und dann luftdicht verschließen. Alternativ kann man sie auch nach kurzem Blanchieren einfrieren. Frisch nach dem Sammeln zubereitete Schwammerl sind aber immer noch der höchste Pilzgenuss. Pilze stets sorgfältig reinigen, damit es beim Essen nicht knirscht… Zu empfehlen ist die Reinigung mit einem Pinsel oder einer weichen Bürste.

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