Gern lässt man Babys, die an Darmkoliken leiden, einen leichten Tee oder Sud aus Dillsamen trinken. Sein beruhigender Effekt hilft ihnen zusätzlich. Der gleiche Tee unterstützt die Milchbildung bei jungen Müttern (maximal einen Teelöffel Samen auf eine Tasse Wasser/150 ml nehmen).

Menschen mit Verdauungsproblemen wird empfohlen, nach den Mahlzeiten eine Tasse Dillsamentee zu trinken oder ein gestrichenes Teelöffelchen voll Samen langsam zu kauen und herunterzuschlucken. Dies hilft dem Verdauungstrakt, außerdem macht es einen guten Atem. Bei Entzündungen im Mund oder im Hals schafft das Gurgeln mit dem Tee Linderung. Und ein warmes oder heißes Hand- oder Fußbad mit Dilltee wärmt nicht nur die Hände/die Füße und den gesamten Körper, sondern es entspannt auch. Zudem stärkt es die Nägel. Aus dem blühenden Kraut stellt man eine homöopathische Zubereitung her (Anethum graveolens), die gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wirkt.

Interessant ist auch das ätherische Öl des Dills. Per Wasserdampfdestillation wird es aus dem Kraut bzw. dem Samen gewonnen. Die Bestandteile sind unter anderem Carvon, alpha-Pinen, Limonen, Terpinen und Dipenten. Es wirkt stark, daher soll man es vorsichtig verwenden und gering dosieren. Den Duft des Öls wie der Pflanze kann man als kräftig-würzig und erfrischend beschreiben. Er erinnert an eine angenehme und harmonische Kombination von Fenchel, Anis, Minze, Petersilie, Sellerie und Zitrone.

Dill-Öl hilft vor allen Dingen dem Verdauungssystem. Es wirkt blähungswidrig, harntreibend, entkrampfend, antiinfektiös, und es beruhigt den Magen. Zudem besitzt es entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften, welche bei grippalen Infekten und
Bronchitis die Heilung unterstützen können. Auf die Psyche wirkt Dill-Öl beruhigend und entspannend. Es stärkt das Nervensystem und erleichtert das Einschlafen.

Man kann es in der Aromalampe verwenden. Für Kompressen vermischt man einen Esslöffel voll Honig mit ein bis zwei Tropfen Dill-Öl und rührt diese Kombination in etwa ¼ Liter warmes Wasser ein. Kompressen damit tränken und bei Koliken oder Krämpfen auf die entsprechenden Körperbereiche auflegen. Der Honig dient zum Emulgieren, das heißt, er stellt die Verbindung zwischen Öl und Wasser her. Zum Inhalieren bei Husten, Schnupfen und Verschleimung die gleiche Honig-Öl-Mixtur herstellen und in ¼ bis ½ Liter warmes bis heißes Wasser einrühren. Den Dampf immer wieder tief einatmen. Für eine Bauch- oder Fußmassage auf vier bis fünf Esslöffel voll Trägeröl, z.B. Mandelöl, ein bis zwei Tropfen Dill-Öl geben. Die Fußmassage wirkt nicht nur gegen die oben genannten Leiden, sondern sie stärkt zusätzlich die körpereigene Abwehr.  An Babys und schwangeren Frauen sollte Dill-Öl nicht verwendet werden. Jungen Müttern hingegen hilft es genau wie das frische Kraut und der getrocknete Samen, Milch zum Stillen zu bilden.

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Wer hätte gedacht, dass diese anspruchslose, einfache, dabei attraktiv und üppig wachsende Pflanze nicht nur ‚dill-iciously‘ schmeckt, sondern auch über so vielfältige heilende Eigenschaften verfügt? In den USA wurde sie deswegen zum „herb of the Year 2010“ gekürt. (www.iherb.org/hoy2010.htm). Genau jetzt ist ihre Hoch-Zeit. Steigen sie ein in die Grünkraft von diesem wunderbaren „Kraut des Jahres“! Guten Appetit, und wohl bekomm‘s.

Pflanzen des Jahres im deutschsprachigen Raum
Im deutschsprachigen Raum gibt es eine ganze Liste von Pflanzen des Jahres. Als Orchidee des Jahres 2010 wurde der Marien-Frauenschuh ausgezeichnet, als Wildpflanze die Wiesen-Iris, auf die Katzenminze fiel die Wahl im Bereich Staude und so weiter. Heilpflanzen des Jahres sind Efeu und Gewürznelke.

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