Wenn es so richtig lecker schmeckt, ist häufig Zucker im Spiel. Das ist gewollt, denn Zucker macht süchtig. Wie du dich vor der Zuckerflut retten kannst, erfährst du hier.

Stehst du auch so auf Süßes?! Dann bist du nicht alleine! Ich liebe es auch und viele andere Menschen tun es ebenfalls. Evolutionsbiologen haben dafür sogar eine ganz einfache Erklärung: Süßes schmeckt nicht nur gut, sondern unsere Jäger-und-Sammler-Vorfahren konnten durch ihre Vorliebe hierfür energiereiche Lebensmittel finden, die genießbar waren und keine Gifte enthielten – und somit ihr Überleben sichern. Sie aßen jedoch keinen raffinierten Zucker, sondern unter anderem süße Früchte.

Verstecktes Übel

Was für unsere Ahnen zur Lebenssicherung diente, kann für uns einem Bumerang gleichkommen und unserer Gesundheit schaden – und das, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Denn: 100 Gramm Zucker und mehr konsumiert der Deutsche im Durchschnitt. Nein, nicht in der Woche und auch nicht im Monat, sondern am Tag! Wenn du dir diese Zahl mal so richtig auf der Zunge zergehen lässt, kann die Bewusstmachung über die Nebenwirkungen schon etwas bitter werden.

Denn jeder weiß: Zu viel Zucker macht krank! Deshalb empfehlen Ernährungsgesellschaften wie die WHO natürlich den Verzicht von Zucker. Wenn dies aber nicht möglich ist, dann empfehlen sie als Maximum täglich höchstens 6 Teelöffel.

Herauszufinden worin überall Zucker enthalten ist, ist allerdings gar nicht so leicht. Als ich die Listen von Lebensmitteln mit verstecktem Zucker durchgeschaut habe, war ich erstaunt. Denn es gibt so einiges von dem ich nicht wusste, das es Zucker enthält. Fertigprodukte wie Krautsalat, Pizza und salzige Knabbereien enthalten Zucker. Eine kleine Übersicht mit Durchschnittswerten macht dies deutlich:

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  • 6,5 TL sind in 250 ml Apfelsaft
  • 4,5 TL sind in 125 g Fruchtjoghurt
  • 4,5 TL sind in 50 g Cerealien
  • 2 TL sind in 30 g Ketchup
  • 2 TL sind in 75 g Salatdressing
  • 3 TL sind in 1 Pizza
  • 4 TL sind in 120 g Krautsalat
  • 1,5 TL sind in 70 g salzigen Knabbereien
  • 4,5 TL sind in 150 g Rotkraut

Zucker befindet sich aber nicht nur in konventionell hergestellten Lebensmitteln, sondern ist auch in Bio-Produkten zu finden. Nicht alles, was unter dem Bio-Siegel verkauft wird, ist auch gleichzeitig gesund. Wer zuckerarme Produkte kaufen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick auf die Verpackungsangaben werfen. Selbst wenn es sich um ein Produkt des gleichen Herstellers handelt, werden in Produkt-Variationen manchmal unterschiedlich große Mengen an Zucker verarbeitet. Dann kann es dir zum Beispiel passieren, dass neben einer zuckerarmen Müsli-Variante ein Müsli vom gleichen Hersteller verkauft wird, das einer wahren Zuckerbombe gleicht. Die Firmen Andechser, Emils, Barnhouse, Rosengarten, Rapunzel oder Allos beispielsweise haben aber bewusst Produkte hergestellt, die wenig Zucker beinhalten. Also bitte immer Augen auf beim Einkauf! Und greif doch darüber hinaus einmal zu einer Alternative. Hierzu bieten sich an: Ahornsirup, Agavensirup, Dattelsirup, Honig, Zuckerrohr und Melasse.

Gewichtige Probleme durch Zucker

Der Überfluss an Zucker führt nicht nur zu gesundheitlichen Schwierigkeiten, sondern sorgt auch dafür, dass die Menschen immer mehr Gewicht zulegen. Die Zahlen sind auch hier erschreckend: Über die Hälfte der Erwachsenen ist heute übergewichtig, so Prof. Dr. med. Andreas Pfeiffer von der Charité Berlin gegenüber der Zeitschrift Schrot&Korn. Adipositas, schweres Übergewicht, ist der stärkste Risikofaktor für Diabetes Typ 2. Mittlerweile ist der Zusammenhang zwischen diesem Krankheitsbild und dem hohen Zuckerkonsum nicht mehr wegzudiskutieren. Um das Problem zu beheben, wäre eine Steuer auf Zucker sinnvoll.

Augen auf beim Einkauf

Wenn du nicht zu viel Zucker zu dir nehmen möchtest, tust du also gut daran, die Zutatenliste der Produkte genauer zu studieren. Aber selbst hier ist noch Vorsicht geboten: Hier muss der Hersteller genau auflisten, was das Produkt enthält – und zwar sortiert nach der jeweiligen Menge in absteigender Reihenfolge. Wenn du Zucker also an erster Stelle findest, weißt du, dass das Produkt zum Großteil daraus besteht. Aber das möchte natürlich kein Konsument. Aus diesem Grund werden gerne alternative Süßstoffe eingesetzt, wie zum Beispiel Glucose-Fructose-Sirup, Süßmolkenpulver oder Dextrose. Sie landen dann – niedriger dosiert – auf den hinteren Plätzen der Zutatenliste, ergeben in der Summe aber wieder genauso viele Zuckerkalorien wie zuvor.

Tja, es ist gar nicht so leicht, gesund zu leben. Es erfordert in meinen Augen sehr viel Achtsamkeit und Kenntnis, denn ich hätte nicht gedacht, dass es so viel versteckten Zucker in den Lebensmitteln gibt. Ich selbst versuche hier den Mittelweg zu gehen. Ich möchte nicht jedes Produkt unter die Lupe nehmen und es auf den Zuckeranteil untersuchen. Manchmal sehe ich auch über den Zuckeranteil hinweg und genieße das, was so wunderbar süß schmeckt! Allzu zwanghaft auf die Suche nach verstecktem Zucker zu gehen, kann der Freude an Süßem auch einen bitteren Beigeschmack verleihen, und ob das so gesund ist, weiß ich auch nicht.

Wie gehst du mit verstecktem Zucker um? Deine Erfahrungen interessieren uns.

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.