Karmische Gesetze
Das Gesetz des Karma besagt, dass keine unserer Handlungen ohne Folgen für uns bleibt. Jeder Mensch wird unweigerlich den Aufgaben begegnen, die er noch nicht gelernt hat. Man erntet die Früchte, die man durch eigene Handlungen gesät hat. Es ist eine Illusion zu glauben, dass alles Leid, welches der Mensch der Tierwelt antut, für ihn ohne Folgen bliebe.

In der indischen Schrift „Manu-samhita“ wird genau beschrieben, wer sich durch das Töten eines Tieres negatives Karma einhandelt: „Wer die Erlaubnis zum Töten des Tieres gibt, wer es schlachtet, wer dabei assistiert, wer das Fleisch einkauft, wer es zubereitet und wer es isst.“ Dieses Karma wirkt auf vielen Ebenen. Eine davon ist die der menschlichen Beziehungen, da der Mensch durch den Fleischkonsum unmerklich verroht und negative Tendenzen aufnimmt. Er setzt durch das vielfache Töten negative Ursachen, die sich in seinem Leben entsprechend negativ auswirken. Das gilt sowohl in unseren individuellen Beziehungen als auch im Großen, wo die Gewalt gegen Tiere schließlich auch zu Gewalt gegen Menschen, also Verbrechen und Krieg, führen kann.

Wenn man sich bewusst macht, dass auch Tiere nach dem Tod nicht einfach ausgelöscht sind, sondern in irgend einer Form weiter existieren, so mag man erschaudern, wenn man bedenkt, wie viel Verzweiflung, Wut und Hass gegen die Menschen da ins Jenseits mitgenommen wird und die geistige Atmosphäre verdunkelt.

Mit den Augen des Tieres
So stehen wir noch ganz am Anfang einer Entwicklung, in der der Mensch ganz allmählich lernt, die Tierwelt mit Augen des bewundernden Staunens und Verstehens zu betrachten. Die heute noch selbstverständliche Art, die Tierwelt aufs Brutalste zu schänden und zu missbrauchen, muss abgelöst werden durch ein liebevolles Zuwenden und Behüten. In den Augen des Tieres ist der Mensch nämlich ein übermächtiges, unbegreifliches Wesen, ein Gott. Die Aufgabe des Menschen wäre es nun, für die Tierwelt das zu sein, was für den Menschen beispielsweise die Engel sind. Ein Wesen, das man nicht begreift und das einem sogar Furcht erregend erscheinen mag; das man aber gleichzeitig liebt, weil man sich von ihm geschützt, geliebt und geführt fühlt. Momentan muss der Mensch dem Tier als genaues Gegenteil erscheinen: als übermächtiger, teuflischer Dämon, von dem es sich brutal und gefühllos ausgenutzt fühlt.

Der Mensch – ein Pflanzenfresser
Ist fleischliche Nahrung nur aus ethischen bzw. philosophischen Erwägungen abzulehnen, oder gibt es auch biologische Begründungen für den Vorzug vegetarischer Ernährung? Müsste der Mensch in seinen körperlichen Eigenschaften nicht den Raubtieren ähnlich sein, wenn er für eine fleischliche Ernährung gedacht wäre? Die ganz einfache Tatsache,  dass der Mensch nicht wie die Raubtiere mit Krallen, großen Reißzähnen oder sonstigen gefährlichen „Werkzeugen“ ausgerüstet ist, könnte schon ein deutlicher Hinweis sein, dass er nicht für das Fleisch essen geschaffen ist. In vielerlei Hinsicht ähnelt die körperliche Konstitution des Menschen viel mehr dem der Pflanzen und Obst fressenden Tiere als den Raubtieren. Im Gegensatz zu den Fleisch fressenden Tieren besitzt er Mahlzähne, aber keine Krallen oder scharfe Reißzähne. Außerdem schwitzt er wie die Pflanzen fressenden Tiere durch Poren in der Haut (die Raubtiere „schwitzen“ über die Zunge: sie hecheln), sein Verdauungstrakt ist im Verhältnis zur Körperlänge viel länger als bei einem Fleischfresser (Fleisch verwest ja bekanntlich schnell und muss daher schnell wieder ausgeschieden werden) und seine Magensäure ist wiederum viel schwächer. In all diesen Punkten ist der Mensch den Pflanzen und Obst fressenden Tieren viel näher als denen, die sich von Fleisch ernähren.

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Der Mythos vom gesunden Fleisch
Es ist ein Mythos, der Mensch brauche in irgendeiner Weise Fleisch, um gesund zu sein. Im Gegenteil ist eine vegetarische Ernährung die gesündere. Vielfach entspringt der Wunsch nach Fleisch einfach einer über langen Zeit einseitigen Ernährung. Es stimmt, dass Fleisch sehr nahrhaft ist und Defizite einer ansonsten unausgewogenen Ernährung überdecken kann, aber nicht ohne die angedeuteten negativen Auswirkungen. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hat ganz deutlich darauf hingewiesen, dass die vegetarische Ernährung für den heutigen Menschen dem Fleischkonsum vorzuziehen ist und dass sich die Menschheit in Zukunft zur vegetarischen Ernährung hin entwickeln müsse. Unter anderem erwähnte er, dass zum Verdauen der pflanzlichen Nahrung mehr Eigentätigkeit notwendig sei, die den Menschen vitaler mache und sich vor allem positiv auf Denken und Bewusstsein auswirkten. Die immensen Schäden an der Umwelt, für die die „Tierproduktion“  mit ihren perversen Ausmaßen verantwortlich ist, zeigt, dass Fleischessen Gewalt bedeutet und zwangsläufig auch auf anderen Gebieten zerstörerisch wirken muss.

Es bleibt der Trost und die Hoffnung, dass immer mehr Menschen ihr Empfinden gegenüber der Tierwelt verfeinern und jenes innere Gewissen erwacht, das die meisten Menschen angesichts des grausamen Anblicks einer Tierschlachtung verspüren würden, wenn nicht Plastikverpackung und flotte Salamisprüche die wahren Zusammenhänge und Tatsachen vernebelten. Deshalb macht es Mut zu sehen, dass sich gegenwärtig immer mehr Kinder und Jugendliche eigenständig dazu entschließen, kein Fleisch mehr zu essen. Und so wird ein wichtiges Erkennungsmerkmal einer zukünftigen, geistig hoch stehenden, friedvollen Kultur, ihre vegetarische Ernährungsweise sein.

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