In seinem Buch zur Wildpflanzenapotheke nimmt dich der Wildpflanzenexperten Dr. Markus Strauß mit in die Natur, an Flüsse, Wiesen und Hecken und zeigt dir, wo du essbare Pflanzen findest, die nicht nur lecker sind, sondern dich auch nähren können. Es sind Pflanzen, die schon seit Alters her für ihre stärkenden und heilkräftigen Wirkungen bekannt sind. Übrigens, musst du nicht in den Wald gehen, um Nährendes und Heilendes zu finden. Viele Pflanzen wachsen auch in der Nähe von Siedlungen und damit gleich bei dir um die Ecke. Und wenn du genau hinschaust, dann findest du vielleicht sogar das ein oder andere bei dir im eigenen Garten.

Vertraue deiner inneren Stimme, draußen eine Apotheke der besonderen Art zu „betreten“. Du wirst in der Natur vielseitige Zutaten für Rezepte finden, die deinem Wohlergehen dienen: Köstliche Gerichte, die aus essbaren Wildpflanzen zubereitet und nicht nur alltagstauglich, sondern auch gesundheitsfördernd sind. Ganz abgesehen davon, sind sie nicht nur gesund, sondern ein Geschenk der Natur an dich!

Wir möchten dir aus dieser Palette von köstlichen Wildpflanzen heute besonders den Schwarzen Holunder ans Herz legen und gemeinsam eine „Hollerlimo“ herstellen.

Schwarzer Holunder und seine Wirkung

Hollerlimo wird aus den Blüten des Schwarzen Holunder zubereitet. Der bringt gleich zweimal im Jahr seine wertvollsten Gaben hervor: Im Frühling erscheinen die duftend weißen und schirmförmigen Rispen, die man schon von Weitem riechen kann, und im Herbst hängen die dunkelvioletten Beeren am Strauch. Sowohl Blüten als auch Beeren beinhalten wichtige Wirkstoffe für unsere Gesundheit und können gut für die Vorratshaltung weiterverarbeitet werden. Sei es als Sirup, Gelee oder Saft – es schmeckt einfach alles lecker.

HIER WÄCHST ER: Natürlicherweise wächst Holunder auf feuchten und nährstoffreichen Standorten und ist damit oft im Unterwuchs von Wäldern, besonders in feuchten Auwäldern, aber auch in Feldhecken, am Waldrand oder auf dem Land direkt an Scheunen, Heustadel oder neben dem berühmten Misthaufen zu entdecken. Doch auch in Hausgärten in der Stadt oder in Parks ist häufiger als gedacht ein Holunderstrauch zu finden.

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TIPP: Die herrlichen Holunderblüten kannst du am besten an trockenen Mai- oder Junitagen vormittags zwischen 10 und 11 Uhr sammeln. Nur so erhältst du die beste Qualität. Die Blüten dürfen nicht gewaschen, sondern nur leicht ausgeschüttelt werden, um eventuellem Kleingetier die Freiheit zu schenken. Bei der herbstlichen Beerenernte werden die Scheindolden mit einer Schere abgeschnitten und die Beeren mit einer Gabel heruntergestreift.

SO WIRKT ER: Die Gesundheit unterstützt er durch die sekundären Pflanzenfarbstoffe der Flavonoide in den Blüten als auch durch die Anthozyane in den Beeren. Erstere helfen zusammen mit Kalium, Gerbstoffen, Schleimstoffen und schweißtreibenden Glykosiden, Fieber zu senken und eine Erkältung auszuschwitzen. Die Beeren enthalten Mineralien, ätherisches Öl, Flavonoide, reichlich Anthozyane, die Vitamine B1, B2 und C sowie Betacarotin und Folsäure und aktivieren das Immunsystem.

TIPP: Bitte abkochen. Roh erzeugen die Beeren unerwünschte Magenreizungen und werden darum auch als giftig bezeichnet.

HOLLERLIMO: die gesunde Alternative mit frischen Blüten

(c) Droemer Knaur, Hollerlimo Rezept

Für eine Glaskaraffe:

4–5 große Blütenrispen
1 Liter reines Wasser
3 Zitronenscheiben (Bioqualität)
Saft einer Biolimette oder einer Biozitrone
2–3 EL Ahornsirup nach Belieben

Blüten und Zitronenscheiben in eine mit einem Liter Wasser gefüllte Glaskaraffe geben und für mindestens 3 Stunden stehen lassen – dies wird Kaltauszug genannt –, danach die Holunderblüten wieder herausnehmen und den Zitronensaft und die Süße des Ahorns hinzugeben.

Auch aus Holundersirup (siehe unten) kannst du schnell ein alkoholfreies Partygetränk herstellen: In die Karaffe mit Mineralwasser (gerne auch sprudelnd) kommen 4 EL vom selbst hergestellten Sirup sowie der Saft einer Biozitrone oder Biolimette.

SELBST GEMACHTER HOLUNDERSIRUP: den Frühsommerduft haltbar machen

30–40 frische, große, voll aufgeblühte Holunderblütendolden
Saft von 4 Zitronen in Bioqualität
Schalen von 2 Zitronen in Bioqualität
1 kg Rohrohrzucker in Bioqualität
1 Liter reines Wasser (gutes Mineralwasser aus artesischer Quelle)

Das Wasser aufkochen und den Zucker darin auflösen. Dann vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Die voll aufgeblühten Holunderblüten gut ausschütteln und verlesen, keinesfalls waschen. Aus 4 Zitronen den Saft auspressen. Die restlichen 2 Zitronen gründlich waschen und sorgfältig spiralförmig schälen. Nun in ein hohes (Tongut-)Gefäß abwechselnd Holunderblüten und Zitronenschalen schichten und anschließend das Zuckerwasser und den Zitronensaft darüber gießen. Das möglichst luftdicht abgedeckte Gefäß muss mindestens 3 Tage im Dunkeln bei gleichmäßiger Raumtemperatur stehen. Erst dann wird der Sirup durch ein feines Sieb oder Mulltuch gegossen. Den gefilterten Sirup in einen Kochtopf geben und kurz und schnell (1 Minute) aufkochen. Sofort in die zuvor gründlich ausgespülten und im Backofen bei 200 °C sterilisierten Flaschen oder Weckgläser abfüllen und verschließen.

TIPP: Kühl und dunkel gelagert, ist dieser Holunderblütensirup gut 1 Jahr haltbar!

(c) Knaur MensSana

Zum Weiterlesen:

Dieses Rezept sowie die Informationen stammen aus dem Buch: „Die Wildpflanzenapotheke. Essbare Pflanzen, die nähren und heilen!“ von Dr. Markus Strauß. Es ist ein sehr empfehlenswertes Buch – informativ und wunderschön aufbereitet mit vielen Rezepten und Informationen. www.dr-strauss.net

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