In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Lange mussten Veganer auf cremigen Eisgenuss verzichten. Doch dann haben Cecilia Havmöller und Susanna Paller beschlossen, diesen unglücklichen Umstand zu ändern. Heute können in ihrem Eissalon „Veganista“ experimentierfreudige Schleckermäuler Sorten wie Orange-Safran-Olivenöl und Avocado-Kokos-Limette probieren. Die Wiener Schwestern haben YOGA AKTUELL die Geheimnisse des veganen Eismachens und Rezepte zum Selbermachen und Genießen verraten

 

Interview

YOGA AKTUELL: Wie ist die Idee zu Veganista entstanden?
Cecilia: Meine Schwester Susanna und ich naschen beide sehr gerne – aber weil wir vegan leben, mussten wir immer auf vieles verzichten. Als ich vor 30 Jahren aufgehört habe, tierische Produkte zu essen, gab es bei uns ja weit und breit noch keine Sojamilch. Wenn wir irgendwo vegane Produkte entdeckten, waren wir ganz aufgeregt. Veganes Eis gab es nur sehr selten, und wenn, dann war es meistens nicht wirklich gut. Irgendwann haben wir beschlossen, dass wir selbst das beste vegane Eis machen wollen.

Und wie wurde eure Idee aufgenommen? Habt ihr damit gerechnet, dass es so ein Erfolg werden würde?
Cecilia: Obwohl sich inzwischen viel verändert hat, war es bei der Gründung unseres Unternehmens 2013 noch so, dass uns alle davor gewarnt haben, den Begriff „vegan“ im Namen unserer Firma zu verwenden. Eigentlich hat niemand an uns geglaubt. Die einen fanden die Idee doof, die anderen die Lage des Ladens – außerhalb der belebten Innenstadt von Wien – katastrophal. Als wir eröffnet haben, hat es geregnet und es waren gerade einmal 9°C, die Gasse war menschenleer. Ich dachte, wir gehen sicher unter (lacht). Aber in meiner Familie heißt es immer: Geht nicht, gibt’s nicht. Wir wollten dieses Eis einfach unbedingt machen.

Worin liegt die Herausforderung beim veganen Eismachen?
Susanne: Einerseits ist es nicht so einfach, mit eher wässrigen Milchalternativen wie Sojamilch eine Konsistenz zu erreichen, die genauso cremig ist wie handelsübliches Eis. Vor allem, wenn man auf Fertigpasten verzichtet. Als ich in den USA die Basics des Eismachens erlernt habe, war ich erstmal geschockt, wie Eis in den meisten Fällen gemacht wird… Bei uns kommen aber keine künstlichen Aromastoffe, Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker hinein. Dennoch möchte ich den perfekten Geschmack erreichen. Darin liegt die zweite große Herausforderung: Ich möchte, dass das Eis wirklich wie die pure gefrorene Frucht schmeckt – und nicht nach Soja- oder Hafermilch. Dafür musste ich lange tüfteln, viel ausprobieren und am Ende einen komplett neuen Weg gehen.

Was war deine bisher schwierigste Sorte?
Susanne: Die Wassermelone hat mich zur Verzweiflung gebracht. (lacht) Immer wieder haben Kunden danach gefragt – aber ich habe nach drei Monaten des Experimentierens erstmal aufgegeben. Der Wasseranteil der Melone ist einfach sehr hoch, das macht es schwierig, aus ihr Eis herzustellen, ohne wahnsinnig viel Zucker zu verwenden. Aber wenn ich mich mal festgebissen habe, dann bleibe ich auch dran. Irgendwann hatte ich es raus, und nun ist es eine der beliebtesten Sorten an heißen Tagen.

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Welche sind denn die beliebtesten Eissorten?
Cecilia: Der Dauerbrenner sind Sorten wie Cookie- und Brownie-Eis – vor allem bei den Kindern. Wenn die Temperaturen steigen, dann gehen auch frische Sorten wie Limette-Minze oder Zitronenmelisse gut.

Gibt es Trends beim Thema Eis?
Cecilia: Wir sind immer am Ausprobieren und kreieren unsere Trends selbst. Für den kommenden Sommer haben wir neue Superfood-Sorten entwickelt – z.B. mit Acai-Beeren, Acerola-Kirschen oder Lucuma-Früchten.

Woher kommen die Ideen für neue Geschmacksrichtungen?
Susanne: Die gehen mir nie aus. Zunächst macht man die Sorten, die man selber gerne hätte. Cecilia wollte z.B. unbedingt endlich ein gutes Cookie-Eis. Dann freuen wir uns auch immer über Ideen von unseren Kunden. Und egal, wohin ich gehe – überall finde ich neue Inspirationen: Manchmal ist es eine Frucht oder ein Lebensmittel, manchmal auch ein Duft oder eine Farbnuance. Als mich das Thema „Violett“ gepackt hat, ist das Heidelbeeren-Lavendel-Eis entstanden. Und manchmal will ich einfach wissen, ob es machbar ist – wie bei den Sorten mit schwarzem Sesam oder Wasabi.

Dank eures Buches kann sich nun jeder zu Hause an eure raffinierten Sorten heranwagen. Gibt es denn klassische Anfängerfehler beim veganen Eismachen?
Susanne: Bei den Zutaten zu sparen, kann ich nicht empfehlen. Je besser die Qualität der verwendeten Produkte, umso besser das Ergebnis. An Obst sollte man vorher riechen – wenn es nicht duftet, dann gibt es auch dem Eis keinen Geschmack. Ein Fehler, der auch mir noch regelmäßig passiert, ist, den Gefrierbehälter der Eismaschine nicht lange genug zu kühlen. Er muss unbedingt 24 Stunden vorher bei mindestens -18°C in den Gefrierschrank – sonst wird das nix.

 

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