Sie erfreuen das Auge und tun der Gesundheit gut: Viele wunderschöne Blüten können vielfältige Verwendung in der Küche finden – nicht nur für Tees, sondern auch zum Verfeinern köstlicher Gerichte
Lavendel-, Salbei- und Thymianblüten oder Veilchen und Rosen sehen nicht nur zauberhaft aus, sondern sie duften auch betörend. Und seit einiger Zeit entdeckt man wieder, was lange vergessen war: dass man sie nämlich essen kann, dass sie köstlich schmecken und dem Körper ausgesprochen wohltun. Denn viele essbare Blüten verfügen über starke Heilkräfte.

Der Star unter den essbaren und gleichzeitig medizinisch außerordentlich wirksamen Blüten ist tatsächlich die Rose, Königin der Blumen, der wir hier deshalb auch ein Extra-Kästchen mit widmen. Sie hilft dem Körper in vielfältiger Weise „aufs Fahrrad“, auch in Form ihres ätherischen Öls, und noch dazu stellt sie eine kulinarische Kostbarkeit dar. Denken wir nur an das Rosenwasser, unerlässlich für die Herstellung von Marzipan.

Aber es gibt auch Blüten wie z.B. die der Kamille, die man quasi nur als Heil­kräuter kennt, die sich jedoch durchaus als Beigaben zu einem Salat, einer Suppe oder einem Dip eignen, und auf der anderen Seite Blüten wie die der Kapuzinerkresse, deren Küchentauglichkeit sich mittlerweile herumgesprochen hat, über deren medizinische Wirkung viele aber nicht Bescheid wissen. Kapuzinerkresse – sowohl Blüten als auch Blätter – enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin C, Flavonoide und Oxalsäure. Ihre Senfölglykoside wirken wie ein natürliches Antibiotikum. In den gelben und orangefarbenen, orchideenartig anmutenden Blüten befinden sich Carotinoide. All diese Wirkstoffe halten sich nicht sehr lange, man sollte daher zügig ernten, verarbeiten, verzehren (das gilt auch für die anderen essbaren Blüten). Zu viel sollte man nicht auf einmal zu sich nehmen. Denn Kapuzinerkresse besitzt viel Schärfe, die den Verdauungsapparat belasten kann. Etwa eine gute Handvoll Blüten und Blätter pro erwachsener Person stellt eine passende Menge dar. Als Salat zubereitet bzw. in eine größere Portion eines grünen Salats „eingearbeitet“, bedeutet eine Dosis davon eine großartige körperliche Erfrischung und ein Durchputzen auf der ganzen Linie.

Am Rande eines Glases angebracht, in dem sich ein pikanter Drink befindet, etwa Tomaten- oder anderer Gemüsesaft oder eine Bloody Mary, übermittelt eine Kapuzinerkresse-Blüte die Botschaft: Hier kommt etwas Ausgefallenes und Kostbares. Wir schenken unseren Gästen Aufmerksamkeit und wollen, dass sie diesen Moment auf allen Ebenen genießen.

Eine Zierde, die es in sich hat – Holunder & Co.
Zur Dekoration von Gläsern mit süßen oder geschmacklich neutralen Getränken eignen sich Gänseblümchen, Veilchen, wilde Stiefmütterchen, ein Teil einer Dolde von Holunderblüten und vieles mehr. Man kann einen durchsichtigen Strohhalm als „Vase“ oder zum Befestigen nehmen. Kinder und Jugendliche freuen sich über eine so präsentierte Saftschorle, während die begleitenden Erwachsenen Champagner oder Prosecco schlürfen.

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Ach ja, Holunderblüten! Sirup aus ihnen kann man relativ einfach selbst herstellen, es gibt ihn aber auch in hervorragender Qualität im Naturkostladen, im Reformhaus oder auf gut sortierten Märkten zu kaufen. Im Sommer 2010 hat er es als Kultgetränk bzw. als Zutat bis in die berühmten Bars von New York geschafft. Wie viel von der Heilkraft der Blüten noch in dem Sirup steckt, bleibt dahingestellt. Aber das herb-säuerliche Aroma ist absolut einzigartig und kitzelt den Gaumen. Daher lohnt sich der Genuss unbedingt.
Die hübschen sternförmigen Mini-Blüten kann man vorsichtig von den verzweigten Stängeln der Dolden zupfen und sie über Kaltschalen und andere Süßspeisen, Salate und Suppen streuen. So profitiert der Körper von den gesundheitlich relevanten Eigenschaften: Holunder gilt als antibiotisch wirksam, schweißtreibend, schleimlösend, fiebersenkend, harntreibend, antirheumatisch und östrogenhaltig. Ein Tee aus frischen oder getrockneten Holunderblüten ist besonders empfehlenswert. Man sollte ihn am besten über mehrere Wochen hinweg täglich zu sich nehmen.

Wer in der luxuriösen Situation lebt, im eigenen Garten oder auf der Terrasse essbare bzw. „trinkbare“ Pflanzen blühen zu haben, kann sich zu den entsprechenden Jahreszeiten morgens eine individuelle Mischung zusammenstellen, zum Beispiel aus Holunder-, Lavendel-, Rotklee-, Salbei- und Thymianblüten, vielleicht auch aus wilden Stiefmütterchen oder Gänseblümchen. Ein daraus frisch zubereiteter Tee, mit oder Honig auf nüchternen Magen genossen, ist eine duftende und zart aromatisch schmeckende Delikatesse und liefert dem Körper zudem eine Menge gesundheitliche Unterstützung.

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