In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Von der Rübe zur Birke: Birkenzucker kommt ohne die schädlichen Wirkungen von Rübenzucker aus und hat stattdessen sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften –
über Xylit als süße Alternative

Welches Bild taucht beim Stichwort Birke auf? Ein heller, freundlicher Baum, schlank, sauber, lebendig. Und beim Begriff Rübe? Ein dunkles, dickes, erdiges, schwerfälliges Gewächs. Wenn es möglich wäre, nicht nur aus dem einen, sondern auch aus dem anderen Zucker zu gewinnen, wo lägen die Sympathien? Mit Sicherheit bei der Birke.

Tatsächlich ist es möglich, aus dem schönen, heiteren Baum ein Mittel zum Süßen von Nahrungsmitteln und Getränken herzustellen. Dass dies beim Ahorn gelingt, wissen viele, weil sie Ahornsirup kennen. Aber Birkensüße? Die scheint neu zu sein. Ist sie aber nicht, sie wird seit mehr als 70 Jahren in Skandinavien produziert und verwendet. Bei uns im deutschsprachigen Raum kann man sie seit etwa fünf Jahren im Reform- und Naturkosthandel kaufen.

Die Substanz, die süßt, heißt Xylit. Dieses kommt in der Natur auch in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vor, zum Beispiel in Beeren, Blumenkohl und Mais. Tatsächlich wird es auch aus Mais hergestellt, hier besteht aber keine Garantie, dass der nicht gentechnologisch verändert wurde.

Bei Xylit handelt es sich um einen Zuckeralkohol, den man Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal aus Buchenholzspänen isolierte (Xylon ist das griechische Wort für Holz). Mittlerweile wurde in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass Xylit gegen Karies, Mundgeruch, Plaque- und Zahnsteinbildung vorbeugt. Es erhöht den pH-Wert im Mundraum; das ist eine Voraussetzung dafür, dass Calcium im Zahnschmelz eingelagert wird. So handelt es sich also um ein Süßungsmittel, das den Zähnen nicht nur nicht schadet, sondern ihnen sogar nützt – ein wahr gewordener Traum! Viele Zahnpasten, Kaugummis und Bonbons enthalten diese Substanz.

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Es gibt aber noch Weiteres zum Thema Xylit und Birkensüße, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Darin sind nämlich wesentlich weniger Kalorien als im Zucker enthalten, 40 Prozent weniger. Und: Anders als Ahornsirup, Honig, Stevia, Apfel- oder Agavendicksaft ist Birkensüße geschmacksneutral. Zudem sieht sie aus wie Zucker und kann ihn beim Kochen und Backen ersetzen. Bekanntlich ist es ja so, dass gerade bei Backrezepten die Mengenangaben für den Zucker genau im Verhältnis zu den anderen Zutaten stehen müssen, damit alles gelingt. So kann es ausgesprochen unglücklich ausgehen, wenn entschieden wird: „Ach, für den Kuchenteig nehme ich nur eine winzige Menge oder gar keinen Zucker.“ Birkensüße kann Rübenzucker eins zu eins ersetzen. Das Ergebnis wird dann in Aussehen, Konsistenz und Geschmack wie erwartet und gewünscht, nur dass es wesentlich weniger Kalorien enthält. Diabetiker dürfen zugreifen, denn Birkensüße wird nahezu ohne Insulin abgebaut. Wobei sich jeder Diabetiker mit seinem Arzt beraten sollte, wenn er zum ersten Mal Birkensüße zu sich nehmen möchte.

Für Menschen, die bei ihrer Ernährung darauf achten, dass der glykämische Index der von ihnen gewählten Nahrungsmittel möglichst niedrig ist – Stichwort „Glyx-Diät“ – können sich ebenfalls freuen. Während nämlich der glykämische Index von Saccharose/Zucker 70 beträgt, lautet die Zahl bei Xylit nur 8.

Positive Erfahrungen und Feedbacks

YOGA AKTUELL hat einen kleinen Test gestartet und eine ganze Reihe von Mitarbeitern, Freunden und Bekannten Birkenzucker statt Rübenzucker verwenden lassen. Das Echo war durchweg positiv. Süßkraft, Geschmack und ein leicht kühles Gefühl auf der Zunge wurden als angenehm empfunden. Es gab keinerlei Probleme, wobei allerdings nur moderate Mengen verzehrt bzw. verwendet wurden. Die Information, dass die Süße aus Bäumen statt aus Rüben stammt, wurde begrüßt. Was allerdings einige der Testpersonen beschäftigt hat, ist die Frage, ob die Birken beim Herstellungsprozess keinen Schaden nehmen. Darauf antwortet Maria Holzer von der Firma „Birkengold“, eine Ernährungswissenschaftlerin, Folgendes: Es würden keine Bäume gefällt, sondern die verwendete Baumrinde sei ein Nebenprodukt im Holzverarbeitungsprozess. Alle Birken stammten aus nachhaltiger europäischer Forstwirtschaft. Die Birkenrinde werde zerkleinert, und durch ein spezielles Verfahren löse sich der Holzzucker (Xylose). Dieser werde gereinigt und von den anderen Bestandteilen der Rinde getrennt. Dann werde die Xylose mit Wasser angereichert, woraus Xylitol entstehe.

Auf die Frage, wer ihren Birkenzucker besonders liebt, sagt sie: „Besonders Kinder lieben den Geschmack, weil er sich von Zucker kaum unterscheidet. Auch viele Diabetiker sind sehr froh über die Alternative, da Xylit kaum Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat und Insulin-unabhängig abgebaut wird.“ Übergewichtige freuten sich darüber, dass sie Kalorien sparen und keine Angst vor Heißhunger-Attacken haben müssen.
Vielleicht wird also das Motto für viele Gesundheits- und Ernährungsbewusste in Zukunft lauten „Von der Rübe zur Birke“.

25 Gramm Zucker täglich

So viel und nicht mehr sollte jeder laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu sich nehmen. In Deutschland aber verzehrt jeder Mensch durchschnittlich 100 Gramm davon. Nicht nur in seiner reinen Form, selbstverständlich, aber viele industriell verarbeitete Produkte wie Aufstriche, Backwaren, Fertiggerichte, Getränke, sogar Gewürzgurken enthalten jede Menge versteckten Zucker. Auf den Zutatenlisten der Verpackungen stehen häufig Begriffe wie Glucose, Fructosesirup, Malzextrakt, Dextrose, Süßmolkenpulver und Ähnliches, was aber nichts anderes bedeutet als Zucker. Wissenschaftler sprechen von einem absoluten Überangebot der weißen Substanz und einer dadurch wesentlich mitbewirkten Überernährung vieler Erwachsener und Kinder. Robert H. Lustig, Professor für Neuroendokrinologie an der Universität von Kalifornien, vertritt die Ansicht, Zucker mache süchtig und wirke im Körper „wie ein Gift, ähnlich wie Alkohol“.

Besondere Sorge bereitet Experten Fruchtzucker (Fructose), und zwar nicht in seiner natürlichen Form in Obst und Gemüse, sondern als Zusatz. Der Name klingt zunächst mal so, als würde die Gesundheit profitieren, dieser Eindruck ist aber falsch. Fruchtzucker wird nämlich ausschließlich von der Leber verarbeitet. Sie verwandelt ihn in Fett, und so kann eine „nichtalkoholische Fettleber“ entstehen. In den Vereinigten Staaten, wo besonders vielen Lebensmitteln Fruchtzucker zugesetzt wird, leidet schon etwa ein Drittel der Menschen an einer solchen Fettleber, sogar Kinder.

Bei der Verwendung beachten

Bei der Verwendung von Birkensüße gibt es ein paar wenige Punkte zu beachten:

1. Einige Haustiere, zum Beispiel Hunde, dürfen Birkensüße nicht fressen, denn sie vertragen sie nicht. Schon kleine Mengen können für Hunde gefährlich sein.
2. Birkensüße kann von Hefebakterien nicht verwertet werden. Daher nicht für Rezepte nehmen, die frische Hefe enthalten.
3. Sie kann die Verdauungsprozesse beschleunigen, das heißt, wenn man davon zu viel zu sich nimmt, kann sie abführend wirken. Die empfohlene maximale Tagesmenge beträgt 50 Gramm. In dieser oder einer geringeren Dosierung aber wird der Verdauungsprozess in positiver Weise beeinflusst.

Infos

www.birkengold.at

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