In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Durch Yoga empfangen wir: Energie, Flexibilität, Liebe, Fokus, Balance, Ruhe und vieles mehr. Ein Gefühl wachsender Verbundenheit führt vielleicht irgendwann zu dem Impuls, von diesem Reichtum weiterzugeben – durch Seva, selbstloses Dienen. YOGA AKTUELL zeigt anhand von zwei eindrücklichen Beispielen in Afrika, wie viel wir damit bewirken können   Wahrscheinlich wird die heilende Kraft des Yoga nirgendwo sonst dringender gebraucht als in Ruanda. 20 Jahre nach dem bestialischen Völkermord, bei dem radikale Hutu 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutus auf grausamste Weise massakrierten, ist das Land immer noch traumatisiert. Ein Viertel der Überlebenden leidet heute noch unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Frauen sind davon besonders häufig betroffen: Schätzung zufolge wurden während des Genozids 500.000 Frauen systematisch vergewaltigt. Viele wurden mit HIV infiziert und/oder schwanger. Bis heute werden sie – genau wie ihre „Kinder des Hasses“ – stigmatisiert und so jeden Tag an die Gräueltaten erinnert. Eine Frau beschreibt ihre Erfahrungen so: „Es war wie Mord – nur besser, weil dieses Sterben nie aufhört. Sie wollten uns umbringen – aber sie wussten, dass es grausamer wäre, den Körper am Leben zu lassen und stattdessen die Seele zu töten.“ Während die restliche Welt Ruanda allmählich zu vergessen scheint, leiden vor Ort immer noch Tausende unter den körperlichen und psychischen Folgen ihres Traumas. Einige wenige Hilfsorganisationen sind dageblieben, um bei der Bewältigung zu helfen. So wie WE-ACTx, eine NGO, die HIV-positiven Frauen eine medizinische Grundversorgung anbietet. Als diese 2007 an Ashtanga-Yogalehrerin Deirdre Summerbell herantritt und sie fragt, ob sie sich vorstellen könnte, in Ruanda Yoga zu unterrichten, lehnt sie zunächst ab. „Für Yoga braucht man Zeit, Energie, Reserven – Dinge, die Armut, Krankheit und Trauma den Menschen hier verwehren“, erklärt sie später ihre Skepsis. Sie selbst ist in Tansania aufgewachsen und hat vor Ort miterlebt, wie viele „gute Ideen“ aus den USA und Europa […]

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