Oder: Muss ich erst sterben, um zu leben? Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi; das sind die acht Teile des Yoga, Ashtanga-Yoga. Jeder dieser Teile wird wiederum erklärt durch eine Vielfalt von Vorstellungen. Hunderte von Weisheiten sind in jedem dieser Ashtanga-Hrdayas, dieser acht Herzen, enthalten. Schauen wir uns das erste Herz nun einmal näher an. Yama ist der Gott des Todes. Er ist zu vergleichen mit Hades. Hades ist ein Gott und gleichzeitig auch ein Ort: das Totenreich. Das Reich, in dem die Toten leben. Als Asklepios (der große Arzt und Sohn des Apoll) einst die Toten wieder zum Leben erwecken konnte, ging Hades zu Zeus und sagte: „Dein Neffe Asklepios erweckt Tote zum Leben, ich habe nichts dagegen, aber wenn er nur einige erweckt, so geht das nicht, entweder alle oder keine. Mein Reich ist das Reich der Gerechtigkeit. Wenn du dem keinen Einhalt gewährst, entlasse ich alle aus dem Hades.“ Vor diese Wahl gestellt, nahm Zeus seinen Blitz, und als Asklepios und Apoll gerade nicht hinschauten, erschlug Zeus den Asklepios hinterrücks. Ähnlich verhält es sich mit Yama. Yama ist nicht nur der Gott des Todes, Yama ist auch die Gerechtigkeit, Yama ist das Gesetz selbst. Yama ist das, das alles im Griff hat, es ist die grundlegende Struktur, immer gleich, egal in welcher Gesellschaft, Religion oder Zeit. Egal in welchem Land man sich befindet, Yama liegt allem zugrunde. Yama ist gleich einer Hand, die dich fasst. Sie kann dich erdrücken oder halten mit ihren fünf Fingern. Der erste Finger ist Ahimsa, doch was bedeutet Ahimsa? Viel ist darüber geschrieben worden. Unser Mann aus den Aranyas, unser Mann aus den Wäldern, schreibt dazu: „Ahimsa ist, als wenn du einen brüllenden Löwen vor dir hast und dich nicht fürchtest, weil du nur das friedliche Lamm sehen kannst. […]

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