Ayurveda für einen lebendigen Geist und emotionales Wohlbefinden
Wer kennt sie nicht, die Müdigkeit und innere Erschöpfung, die sich bei manchen bis zur Schwermut (oder Depression) steigern kann und regelmäßig in der kalten und dunklen Jahreszeit in Erscheinung tritt?

Besonders während der langen Wintertage wird das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele auf empfindliche Weise gestört, was sich stark auf unser psychisches Wohlbefinden auswirken kann. Zum Ausgleich benötigen wir neue Lebensenergie, Licht und Vitalität, die wir am besten mit den spirituellen und psychologischen Therapieformen des Ayurveda wieder gewinnen können.

Nur wenige Wissen, dass Ayurveda über hervorragende Möglichkeiten der Psychotherapie verfügt: Die tiefgründige Psychologie sattvavajaya und die spirituellen Therapieformen daivavyapajaya heilen den Menschen auf geistig-seelischer Ebene und werden ergänzt  mit der richtigen Ernährung, ausgewählten Kräutern, Ölmassagen und Yoga. Speziell die Kombination von klassischen Techniken der Meditation, energetischer Arbeit mit den unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen und koshas (= grob- und feinstoffliche Hüllen) und ganzheitlichen Körpertherapien bewirken eine sanfte und umfassende Befreiung des Geistes und eine Lösung für psychosomatisch bedingte Beschwerdenbilder.

Wenn die Batterien der körperlichen Immunkraft und psychischen Vitalität erschöpft sind – wie z.B. bei der so genannten Winter- oder Frühjahrsmüdigkeit – ist eine psychologisch ausgerichtete Ayurveda-Konsultation sehr von Nutzen, um den Schlüssel zur Lebensenergiesteigerung wiederzufinden. Entsprechend der eigenen Konstitution und mentalen Struktur benötigt jeder Mensch ein ganz individuelles Therapie- und Meditationsprogramm, das mit Motivation, Selbstdisziplin und Nachhaltigkeit durchgeführt werden sollte.

Ebenso spielt die tägliche Ernährung eine wichtige Rolle für das psychische Wohlbefinden, denn mit jeder Mahlzeit nähren und erneuern wir Körper und Geist. Gegen Antriebslosigkeit, innere Schwere und Depressionen helfen am besten alle warmen, leicht verdaulichen Speisen (wie Wurzel- oder Blattgemüse, Reis, Gerste, Mungobohnen) mit vielen Gewürzen. Der regelmäßige Genuss von Ingwer, Chili, Pfeffer, Bockshornkleesamen, Knoblauch, Kurkuma, Nelken und Kardamom kann nun wahre Wunder bewirken. Auf Milch und Milchprodukte hingegen sollte für eine Weile ganz verzichtet werden.

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Ganz wichtig für die energetische Qualität unserer Nahrung ist, dass alles frisch und mit viele Liebe gekocht wird! Sind wir psychisch belastet, so ist es nicht sinnvoll, wenn wir uns kasteien, sondern wir müssen unsere Mahlzeiten zu einem genussvollen Fest der Lebensfreude machen!
Mit so genannten medhyarasayanas – ayurvedischen Heilkräutern die ausgleichend auf der mentalen Ebene wirken –  kann der ganzheitliche Therapieprozess unterstützt werden. Die stimmungsaufhellende Qualität von Ashwaganda (Withania somnifera) und Geist stärkende Kräuter (wie z. B. Bacopa monniera) ergänzen den Speiseplan auf hervorragende Weise.
Das einfachste „Hausmittel“ gegen dauerhaften Energiemangel sind viele Spaziergänge an der frischen Luft,  mit denen wir die wenigen Sonnenstrahlen ausnutzen und neue prana-Lebensenergie gewinnen können.

Ein großes Problem in der Behandlung von  psychischen und psychosomatischen Beschwerden stellen häufig die mangelnde Selbstdisziplin und Umsetzungskraft des betroffenen Patienten dar. Je stärker wir psychisch belastet oder emotional verstrickt sind, umso weniger gelingt es, die empfehlenswerten Meditationsübungen, Yogatechniken und ayurvedischen Ernährungs- und Lebensempfehlungen selbstverantwortlich umzusetzen, obwohl die unseren Zustand in Kürze verbessern können. Um dieser Misere abzuhelfen, haben sich bereits die alten Rishis viele Gedanken gemacht. Die Lösungsansätze fließen in die psychologischen und spirituellen Therapieformen des Ayurveda ein:

Wir lernen unseren Geist zu beobachten, unsere Sinne zu kontrollieren und üben uns in innerer Losgelöstheit des Geistes. Unterstützt wird dies durch stille Meditation, Singen von Mantren sowie der Behandlungen mit Edelsteinen, bzw. Mangalas (glücksverheißenden Objekten). All dies nährt unseren Geist auf positive Weise, lässt ihn stark, widerstandfähig und diszipliniert werden und schenkt uns körperliche Gesundheit, Vitalität und Lebenserfüllung. Wichtig ist, mit den Übungen dann zu beginnen, wenn es uns gut geht, um die gewonnenen Fähigkeiten in Krisenphasen gut zu nutzen. Wollen wir Ayurveda im Akutfall für unsere psychische Gesundheit nutzen, so startet die ganzheitliche Therapie immer zuerst mit einem körperlichen Reinigungsprozess, wie z.B. einer Panchakarmakur, um dann anschließend mit den subtilen Therapieformen aufzubauen.

Deshalb: Integrieren Sie jetzt einige einfache Empfehlungen der psychologischen und spirituellen Ayurveda-Therapien, Sie können dies bestimmt auch später noch gut gebrauchen…

Als kompetente Unterstützung bei der regelmäßigen Ayurveda-Kolumne „Sanft heilen und gesund leben mit Ayurveda“ stand der Mitbegründerin der Europäischen Akademie für Ayurveda, Autorin sowie Dozentin Kerstin Rosenberg, die Ayurveda-Ärztin und Dozentin Dr. med. Kalyani Nagersheth zur Seite. Sie leitet eine eigene Praxis der Ayurveda-Medizin in Frankfurt und unterrichtet seit 2001 Ayurveda-Studenten in verschiedenen Ländern Europas.

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