Die neue Ayurveda-Kolumne in Yoga Aktuell. Diesmal: Allergien ayurvedisch behandeln
Seit über einem Jahrzehnt befasst sich die Europäische Akademie für Ayurveda (Mahindra-Institut) damit, Menschen auf Ihrem beruflichen sowie privaten Ayurveda-Studien und -Erfahrungsweg ganzheitlich zu begleiten.  

Kerstin Rosenberg, Mitbegründerin der Akademie, Ayurveda-Spezialistin und Dozentin stellt hier in Zusammenarbeit mit den renommierten Dozenten der Akademie die regelmäßige Ayurveda-Kolumne vor: Sanft heilen und gesund leben mit Ayurveda widmet sich der Behandlung weit verbreiteter Beschwerden, wie Migräne, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Rückenleiden, u.v.m. Sie erhalten wertvolle Gesundheits-, Ernährungs- und Kräuterempfehlungen zur häuslichen Anwendung.

Als kompetente Unterstützung stand beim folgenden Thema die Ärztin Kalyani Nagersheth zur Seite. Sie leitet eine eigene Praxis der Ayurveda-Medizin in Frankfurt und unterrichtet seit 2001 Ayurveda-Studenten in verschiedenen Ländern Europas.

Hinter Ayurveda verbirgt sich mehr als „nur“ entspannende Ölmassagen, exotische Gewürze oder indische Räucherstäbchen: Ayurveda ist eine Jahrtausende alte Wissenschaft und Medizin und wird als „Mutter“ der Naturheilkunde angesehen. Die ayurvedische Medizin verfügt über eine große Auswahl wirkungsvoller Therapiemethoden, natürlicher Kräuterrezepturen und ganzheitlicher Ernährungsempfehlungen, die sehr individuell auf jeden einzelnen Menschen – entsprechend seiner Konstitution und Krankheitsursachen – angewendet werden. Dementsprechend vielschichtig sind die individuellen Behandlungsstrategien bei der Behandlung weit verbreiteter Krankheitsbilder, da jeder davon Betroffene unterschiedliche Konstitution und Krankheitsursachen auf der körperlichen, psychischen und energetischen Ebene vorweist.

Allergien ayurvedisch behandeln: Fitnessprogramm fürs Immunsystem
Aus schulmedizinischer Sicht beruhen Allergien auf einer Überreaktion des Immunsystems. Ayurveda hingegen betrachtet Allergien als eine Störung der Doshas (krankmachender Faktoren), die entsprechend der individuellen Konstitution und Lebenssituation sehr unterschiedlich sein können. Je nach Symptomen erkennen wir, welcher Dosha behandlungsbedürftig ist:

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Vata: trockener Husten, Atem­not, Schwindel, Verlust der Erdung.

Pitta: Hitze, Rötung, Augensymptome, laufende Nase.

Kapha: Verschleimung, besonders der Nasennebenhöhlen, erschwerte Atmung durch Blockaden, Ansammlungen, Aufgedunsenheit.

Die Ursache allergischer Erscheinungen kann von allen Doshas ausgehen. Normalerweise ist jedoch Vata-Dosha das auslösende Element. Jede Therapie beinhaltet daher Maßnahmen, die Vata reduzieren und damit das Immun- und Nervensystem stärken. Als therapeutische Maßnahme ist generell eine Darmreinigung zu empfehlen, da hierdurch sämtliche krankheitsverursachende Faktoren (Doshas) an ihren Wurzeln gepackt werden. Ein einmaliges Abführen kann z.B. bei Nahrungsmittelallergien schon sehr viel Nutzen bringen. Bei schweren Allergieformen sollte eine komplette ayurvedische Reinigungskur (Panchakarma) unter Leitung eines erfahrenen Ayurveda-Arztes oder –Heilpraktikers durchgeführt werden.

Die ganzheitlichen Gesundheitsempfehlungen bei Allergien dienen dem harmonischen Gleichgewicht von Vata und Kapha, stärken den Stoffwechsel und unterstützen die Abwehrkraft:
Essen Sie grundsätzlich nur warme und gekochte Speisen, besonders gut sind gekochte rote Bete, Brokkoli, Blumenkohl, Karotten, gekochte Gurken, gekochte Zwiebeln, wenig Kartoffeln, Rettich, Sprossen, Zucchini, Auberginen, ein wenig Spargel und Kürbis. Früchte sollten nicht roh gegessen werden, eher gekocht oder gedünstet. Gut sind Datteln, Trauben, Feigen, Papaya und Birnen.

Massieren Sie regelmäßig Ihre Brust mit Öl und Salz und nehmen Sie anschließend ein Dampfschwitzbad. Dies hilft besonders gut bei Heuschnupfen, da es die Körperkanäle (Srotas) öffnet und die Schleimhäute beruhigt.

Bevorzugen Sie scharfe, bittere und zusammenziehende Speisen, soweit es ihre Konstitution erlaubt (evtl. Ayurveda-Experten befragen). Vermeiden Sie alle süßen, schweren oder schleimigen Speisen, wie z.B. Milchprodukte, Eiscreme, Mayonnaise, Käse, Frittiertes usw. Vermeiden Sie alle sauren Speisen, wie Zitrusfrüchte, Beerenobst, Tomaten und Essig. Vermeiden Sie Nüsse, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte und alle Süßmittel außer Honig. Zur weiteren Therapie mit Kräutern ist Weihrauch als Cortison-Ersatz sehr geeignet.

Um Kapha zu reduzieren, existieren Mischungen aus scharfen Kräutern in Tablettenform, aber auch als Öl für die Nase. Zur Vata-Reduktion gibt es Kräutermischungen in Öl zum lokalen Einreiben. Im Yoga können spezielle Atemübungen erlernt werden, die als Prophylaxe hilfreich sind.

Empfohlen bei allergischem Asthma: Zimt, schwarzer Pfeffer, langer Pfeffer, Ingwer, Süßholz, Lorbeerblätter, Zwiebelsaft, Spinatsaft, Senfkörner, Senföl zum Einreiben, geklärte Butter in die Nase träufeln, Knoblauch, Eibischwurzeltee, Schöllkraut, Ephedra (Ma-Huang), Alant, Bibernelle Wurzel (Pimpernell), Edelkastanienblätter, Efeublätter (besonders für Kinder), Engelsüß Wurzel (Tüpfelfarn), Isländisch Moos, bittere Kreuzblume, Majoran, Spitzwegerich, Stockrosenblüten, Eukalyptusöl und -Blätter.

Hinweis: Die Empfehlungen ersetzen keinen Arztbesuch!

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