Der Mund ist ein Bereich des Körpers, den man gar nicht genug schätzen kann: er ist die Pforte, durch die der Mensch das „täglich Brot“ aufnimmt, beherbergt unzählige Sinnesnerven, die verschiedenste Nuancen von Genuss empfinden können, ist überdies an der Formung unserer Worte beteiligt und vieles mehr. Es verwundert daher nicht, dass Mundpflege den meisten Menschen sehr wichtig ist. Auch der Wunsch nach weißen Zähnen für ein strahlendes Lächeln und die Vermeidung von unangenehmer Geruchsbildung spielen dabei eine Rolle. Was in unserer Kultur jedoch oft vergessen wird, ist dass der Mund (zum Glück!) nicht nur aus Zähnen besteht. Die goldene Regel von „dreimal täglich Zähneputzen“ plus eventuell Verwendung von Zahnseide, so ist es Gang und Gäbe. Doch was man für die Zunge, das Zahnfleisch, die Mundschleimhäute tun könnte, wird zumeist außer Acht gelassen. Hier haben viele östliche Kulturen eine andere Tradition: im Ayurveda beispielsweise wird der gesamte Mundraum allmorgendlich einer sanften, aber gründlichen Reinigung unterzogen. Dazu gehört auch die Zungenreinigung, die schon in der Charak Samhita empfohlen wird, einem sehr alten Werk, in dem wertvolles ayurvedisches Wissen festgehalten ist. Gerade in den Nischen der unebenen Zunge nisten sich Bakterien mit besonderer Vorliebe ein und ebenso wie auf den Zähnen bildet sich natürlich auch auf der Zunge ein Belag. Dass dieser nicht nur eine häufige Ursache für Mundgeruch, sondern darüber hinaus nicht gerade gesundheitsförderlich ist, wird auch von neueren medizinischen Nachweisen einwandfrei bestätigt. Ihn zu entfernen bedeutet, die Zunge von Bakterien und Giftstoffen zu befreien. Somit beugt die Zungenreinigung Entzündungen im Rachenraum vor. Gleichzeitig aktiviert und unterstützt sie auch einen natürlichen Selbstreinigungs-Mechanismus des Körpers, denn sie regt die Speichelbildung an, die für die Mundgesundheit eine große Rolle spielt. Da die Zunge überdies vermittels Organ-Reflexzonen mit dem Verdauungstrakt in Verbindung steht, kann eine Zungenreinigung auch für die Verdauung förderlich sein. Tja, und […]

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