Jeder liebt entsprechend seiner Konstitution: Spannendes zu den Doshas und ihrer Rolle für Partnerwahl und Beziehung
Als Ayurveda-Expertin und -Coach konsultieren mich täglich Menschen mit ihren persönlichen Anliegen. Oftmals geben gesundheitliche Beschwerden den Anlass für ein individuelles Beratungsgespräch; Fragen zur richtigen Ernährung und ayurvedische Therapie-Empfehlungen stehen im Mittelpunkt der präventiv ausgerichteten Konsultation. Doch bereits während der Erst-Anamnese und -Diagnose wird schnell klar, dass nicht Vitalstoffmangel, Verdauungsbeschwerden oder bakterielle Infektionen die wahren Krankheitserreger sind, sondern emotionale Belastungen im Berufs- und Privatleben den Overkill für das körperliche und psychische Gleichgewicht darstellen. Die Fallstricke des Liebes- und Beziehungslebens nehmen den unbestrittenen Platz 1 auf der langen Liste Stress auslösender Belastungsfaktoren ein. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Menschen über Einsamkeit klagen und sich in Sehnsucht nach einem glückserfüllenden Lebenspartner verzehren oder unter Entfremdung in ihrer bestehenden Beziehung leiden und sie die nervenden Marotten ihres Partners auf die Palme bringt. Immer wieder bestätigt sich für mich, was mein Yoga- und Ayurveda-Lehrer einst zu diesem Thema sagte: „Mit dem Liebesleben ist es ganz einfach: Hast du einen Partner, so hast du Probleme – hast du keinen, so hast du auch Probleme!“

Um eine Partnerschaft glücklich zu gestalten, ist das Wissen um die individuelle Konstitution des Menschen äußerst hilfreich. Denn entsprechend der persönlichen Konstitution und den damit verbundenen Charaktereigenschaften und Verhaltensstrukturen lieben, leben und streiten wir alle unterschiedlich. Kennen wir die Vorzüge und Reaktionsmuster der Konstitutionstypen in Bezug auf Liebe, Sexualität und Partnerschaft, so können wir uns besser verstehen und unseren Traumpartner entsprechend unserer Bedürfnisse auswählen. Bereits rudimentäre Kenntnisse der konstitutionstypischen Verhaltensweisen sind äußerst ergiebig für die Beziehungsgestaltung:

So bringt ein Vata-Partner viel Lebendigkeit, Kreativität, Romantik und Feingefühl in eine Beziehung ein. Vata-Typen sind anregende Gesellschafter und verstehen es, intensiv auf alle Wünsche und Ebenen ihres Partners einzugehen. Leider neigen sie auch zu nörgelnder Unbeständigkeit und stellen in regelmäßigen Abständen ihr gesamtes Leben in Frage.

Pitta-Menschen sind mit ihrer charismatischen Ausstrahlung, feurigen Leidenschaft und brillanten Intelligenz bezaubernd, stellen aber den anderen erst einmal in den Schatten. Dafür ermöglichen sie ein Leben in materiellem Wohlstand, Sicherheit und Erfolg.
Mit einem Kapha-Partner sind sie stets gut versorgt und genießen ein komfortables Leben mit gutem Essen und Trinken.

Welcher Partner passt zu mir?
Grundsätzlich können alle Menschen – unabhängig von ihrer Dosha-Konstitution – gute und erfüllende Beziehungen miteinander führen. Je deutlicher wir jedoch die Konstitution von uns selbst und die unseres Partners erkennen, umso bewusster können wir die Vorzüge und die Nachteile, die daraus entstehen, einschätzen. Denn niemand ist vollkommen und es gibt nur wenige Menschen auf diesem Planeten, die über eine optimale, der Mode entsprechende Dosha-Verteilung verfügen: Die super-schlanke Vata-Körperform gepaart mit schönen Kapha-Augen und -Haaren und einem straffen und muskulösen Pitta-Body oder die dynamische und erfolgsverwöhnte Pitta-Persönlichkeit in Kombination mit Vata-Einfühlungsvermögen und Kapha-Sanftmut…

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Überlegen wir uns also, welche Potenziale unsere eigene Konstitution hat und mit welchem Beziehungstyp wir unsere persönlichen Lebensziele und -wünsche am besten verwirklichen können.

Der Vata-Typ-Liebe, Sex und Partnerschaft
Die Vata-Persönlichkeit ist ein sehr kreativer, unternehmenslustiger und interessanter Partner. Sie hat ständig neue Ideen, ist sehr feinfühlig und legt viel Wert auf innere Harmonie und eine liebevolle Beziehung. Seelische Tiefe und ein großes Interesse für Philosophie, Religionen, Kunst und Musik machen sie zu einem inspirierenden Gesprächspartner und die persönliche Weiterentwicklung, Bildung und spirituellen Lebenswünsche können voll zum Ausdruck gebracht werden.

Leider sind Vata-Menschen im praktischen Leben oft etwas unbeholfen, unstetig im Gemüt, verbummeln Verabredungen und kommen häufig zu spät. Dies gleichen sie dann durch großzügige Geschenke, unterhaltsame Kommunikation und spontane Überraschungseinfälle aus.

Die Vata-Persönlichkeit braucht persönliche Freiheit und leidet unter zu viel Verantwortung und Druck. Heftige Auseinandersetzungen, Instabilitäten und emotionale Enttäuschungen setzen ihr sehr zu – sie hat Angst davor und versucht mit allen Mitteln, diesen zu entgehen.

Beruflicher Stress und Erfolgsdruck belasten die Beziehung mit einer Vata-Persönlichkeit ganz offensichtlich. Die luftige Vata-Konstitution wird eingeengt, sie fühlt sich unglücklich und unterdrückt. Geld, Macht und Einfluss bieten weit weniger Anreiz als Aufgaben, die persönliche Freiheit, visionäre Schaffenskraft und interessante und abwechslungsreiche Aufgabenfelder mit sich bringen.

Mit einem Vata-Partner an der Seite kann man immer wieder Überraschungen erleben und das Leben bringt viele unerwartete Erfahrungen mit sich. Alltagsroutine und langweilige Gewohnheiten werden keinen Platz im normalen Lebensablauf finden. Um die materielle Sicherheit und das tägliche Tagesgeschäft wird sich der Partner jedoch selbst kümmern müssen, falls ihm dessen reibungslose Abwicklung wichtig ist. Was nicht heißt, dass die Vata-Persönlichkeit nicht erfolgreich oder fürsorglich sein kann, sondern nur, dass ihre Lebensprioritäten auf einer anderen Ebene liegen.

Auf der sexuellen Ebene fühlen sich Vata-Menschen leicht unbefriedigt. Da sie über eine sehr große Fantasie verfügen, lassen sie sich leicht stimulieren und in ihren Träumen verführen. Die eigene Unerfülltheit sucht die Befriedigung in der sexuellen Vereinigung und so gewinnen sexuelle Tagträume einen weiten Raum, der das Tagesgeschehen begleiten kann.

Somit besitzen Vata-Menschen zwar ein starkes Verlangen, doch ihre sexuelle Performance ist teilweise weniger befriedigend.

Vata-Männer suchen sich oft sehr liebevolle und mütterliche Frauen. Sie wünschen sich einen Hafen, in den sie immer wieder einlaufen, Ruhe und Sicherheit finden, sich verwöhnen lassen können. Da der Vata-Mann eine sensible Gesundheit hat und anfällig für die üblichen Stress-Symptome wie Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen oder Störungen des vegetativen Nervensystems ist, wünscht er sich von seiner Partnerin eine liebevolle Betreuung und Versorgung. Er braucht ein entspanntes Zuhause, gutes Essen und eine positive Zuhörerin, die sich in seine Sorgen und Ängste hineinversetzen kann und ihm Mut, Kraft und Sicherheit gibt.

Fühlt der Vata-Mann sich wohl, so ist er voller neuer Ideen und Unternehmungslust. Er wünscht sich eine flexible und reiselustige Partnerin, die sich offen und neugierig auf Unbekanntes einlässt. Er ist ein großer Ästhet und wird seine Frau mit schönen Kleidern, Düften und Schmuck beschenken, die er an ihr genießen möchte. Dabei geht er sehr einfühlsam auf die Persönlichkeit und Vorzüge seiner Frau ein und stärkt auf liebevollste Weise ihr Selbstwertgefühl.

Vata-Frauen sind sehr zartgliedrige, elfenhafte Geschöpfe, die einen großen Beschützerinstinkt bei Männern wachrufen. Ihre schlanke Gestalt, ihre künstlerischen Neigungen und ihre feine, sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit laden dazu ein, sie zu verwöhnen, zu halten und zu fördern. So fühlen sich Vata-Frauen meist sehr hingezogen zu den kraftvollen, erfolgreichen und großzügigen Pitta- und Kapha-Männern. Hier bekommen sie die Ruhe, Stabilität und Sicherheit, die ihnen allein im Leben fehlt und können sich in der männlichen Kraft entspannen und aufbauen.

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