Ayurveda boomt und gehört mittlerweile zum Angebot zahlreicher luxuriöser Wellness- Resorts. Alles nur Kommerz? Dieses Pauschalurteil tut vielen Ayurveda-Wellness-Thermen unrecht:  In einer ganzen Reihe von Häusern kann man sich nicht nur herrlich verwöhnen lassen, sondern authentische Ayurveda-Behandlungen von gut ausgebildeten Spezialisten genießen
Ayurveda und Yoga liegen immer noch voll im Trend – und ein Ende ist auch nicht abzusehen. Seit Stars wie Madonna sich zu Yoga bekennen und öffentlich praktizieren, wird Yoga salonfähig, findet seinen Weg aus der verpönten Esoterik-Ecke und etabliert sich langsam, aber sicher auch in anderen Gesellschaftsschichten. Ähnliches passiert mit Ayurveda. Seitdem sich immer mehr Prominente für östliche Heilverfahren interessieren, hält Ayurveda Einzug in edle und luxuriöse Hotels im In- und Ausland. Nun, da immer mehr Häuser Ayurveda anbieten, wird vorschnell geurteilt, dass die meisten lediglich viel Geld mit der Weisheit vom langen Leben verdienen möchten. Ein solches Pauschalurteil ist meines Erachtens genauso wenig gerechtfertigt wie die Aussage, dass jeder Muslim ein potenzieller Terrorist ist. Zumindest konnte ich selbst in den letzten 1 ½ Jahren ganz andere Erfahrungen machen, als ich im Zuge einer ausführlichen Recherche für eine Auftragsarbeit zum Thema Ayurveda mit vielen Häusern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol in Kontakt kam, in denen Ayurveda angeboten wird. Bei vielen interessanten und inspirierenden Gesprächen mit den Hoteliers und Ayurvedatherapeuten begegnete ich Menschen, die sich aus tiefstem Herzen für Ayurveda und andere östliche Heilverfahren interessieren und sich bemühen, ihren Gästen hochwertige Qualität zu vermitteln. Viele der von mir besuchten Hotels haben aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten in den letzten sieben bis acht Jahren aufwändige Umbauten vorgenommen, um ihre Gäste in ein kleines Paradies auf Erden eintauchen zu lassen. So baute zum Beispiel das Wellness & Sport Resort Adler in den Dolomiten eine Vitalwelt mit einer einzigartigen Saunalandschaft – einer, die weit über die italienischen Grenzen bekannt ist.

Das Haus, das seit acht Generationen von der Familie Sanoner geführt wird, vermittelt dem Gast darin ein Gefühl der Weite und Offenherzigkeit. Jeder Winkel des Hauses und des wunderschön angelegten Gartens lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Ob es daran liegt, dass die Familie seit vielen Generationen im besten Sinne zusammenarbeitet und jeder dem anderen seinen Raum lässt, oder ob es der vorbildliche Umgang mit den Angestellten ist, den der Gast spürt, ist nicht zu sagen. Auch die Qualität der Ayurvedabehandlungen zeigt, dass hier viel Herzblut mit im Spiel ist. Geleitet wird der Ayurvedabereich von Annemarie Sanoner, einer ausgebildeten Ayurvedatherapeutin. Für ein Jahr reiste sie nach Indien, um sich mehr auf das für sie Wesentliche im Leben zu besinnen. In Kerala kam sie schließlich mit Yoga und Ayurveda in Kontakt und machte dort und später in Nepal eine Ausbildung zur Ayurvedatherapeutin. Als sie nach Italien zurückkehrte, vertiefte sie ihre Ausbildung beim Mahindra-Institut in Birstein und leitet nun den Ayurvedabereich in den Dolomiten und im Adler Thermae, einem weiteren Haus der Familie, das in der Toskana liegt. Ihre Behandlungen sind von hoher Qualität und können in einem äußert geschmackvollen Ambiente genossen werden, so dass man Stress und Alltagssorgen gut hinter sich lassen kann.

Aber auch andere Häuser, wie das Hotel Salzburgerhof in Zell am See, interessieren sich für östliche Heilverfahren und haben die finanziellen Möglichkeiten, ihre Visionen diesbezüglich wahr werden zu lassen. So schuf die Besitzerin, Frau Holleis, einen Feng-Shui-Garten mit einem kleinen See, der stark an einen Zengarten in Japan erinnert und zur Stille aufruft. Wer sich hier hingibt, erfährt die Kraft dieses Ortes. Aber auch die Gäste, die sich in den luxuriösen Behandlungsräumen den Ayurvedamassagen oder anderen östlichen Heilbehandlungen hingaben, spüren die Qualität der Therapeuten, die neben tiefem Wissen auch noch heilende Hände besitzen.

Andere Häuser, wie das Vier-Sterne-Hotel Krallerhof, das Rogner Bad-Blumau oder das Grandhotel Victoria Jungfrau haben ebenfalls großzügige und geschmackvolle Oasen gebaut, die an Weite, Raum und Ästhetik ihresgleichen suchen. Das Refugium im österreichischen Krallerhof ist ein architektonischer Genuss, und der Ayurvedatherapeut, der ebenfalls im Mahindra-Institut ausgebildet wurde und sich in Indien und Sri Lanka fortbilden ließ, gibt Ayurvedamassagen, deren Wirkung weit über den Aufenthalt im Hotel nachwirken. Ausgestattet mit einem tiefen Wissen über Ayurveda und einer großen Klarheit ist er in der Lage, Menschen, die in solchen Hotels mit Ayurveda auf Tuchfühlung gehen, einen soliden ersten Eindruck zu vermitteln. Aber auch in der E’SPA-Abteilung im Victoria Jungfrau, Interlaken, fühlt man sich in den sehr geschmackvoll eingerichteten Behandlungsräume schon mal nach Asien versetzt. Durch E‘SPA, der Abkürzung für „Educational SPA“ möchte die britische Firma, die zu den führenden in Sachen SPA gehört, ihrer Philosophie entsprechend die Therapeuten so ausbilden, dass sie den stetig steigenden Ansprüchen des SPA-Business gerecht werden. Erst später kam das Design von SPA’s in Luxushotels dazu und ganz zum Schluss die Entwicklung von Behandlungen und Produkten. Heute bietet E›SPA ein Komplettpaket an, welches vor allem dazu dienen soll, dem Gast alte und neue Behandlungstechniken aus Ost und West, sowie Produkte von besonderer Qualität zu vermitteln. Zur Diagnostik werden hier ayurvedische Grundtechniken eingesetzt und die anschließenden einzelnen Behandlungen modifiziert, um dem jeweiligen Dosha-Typ gerecht zu werden. Die Therapeuten des E‘SPA im Victoria-Jungrau haben vor der Eröffnung im Dezember 2003 eine achtwöchige Schulung durchlaufen, in der sie langsam und intensiv von den Grundbehandlungen bis hin zu den komplexen, ayurvedisch inspirierten Behandlungen geführt wurden. Besonderen Wert wurde während der Trainingszeit darauf gelegt, sowohl die ayurvedische Philosophie zu vermitteln als auch die Behandlungen auf dem hohen Niveau eines Fünf-Sterne-Hauses zu praktizieren.

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.