In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Mit Sutra 1:36 in den Lotus des Herzens: der Weg in einen Zustand von sorgenloser Freude und strahlendem innerem Leuchten.  Der Zustand des Bewusstseins, welcher frei ist von Leiden und Angst und zugleich erfüllt mit innerem Licht, verankert den Geist ebenfalls in Sthiti, dem friedvollen Fluss frei von allen Gedanken-konstruktionen. Yoga-Sutra 1:36 Yoga-Sutra 1:36 scheint eines der einfachsten Sutras zu sein, aber es ist tatsächlich das kryptischste und tiefste. Für einen oberflächlichen Leser scheint dieses Sutra lediglich zu sagen, dass ein Geist ohne Sorgen und Trauer, der von innerem Licht durchdrungen ist, automatisch friedlich nach innen fließt. Aber in der Shri-Vidya-Tradition gilt dieses Sutra als der Kern des gesamten Textes. Hier schreibt Patanjali erstmals einen Sadhana-Kurs vor – eine umfassende, gut definierte Praxis. In den ersten dreiunddreißig Sutras schuf er einen Kontext für die Einführung eines Übungssystems, indem er die allgemeinen Qualitäten und Eigenschaften von Praxis beschrieb. Er erklärte, wie man beurteilt, ob eine Praxis von hoher Qualität ist oder nicht, aber er sagte uns nicht genau, welche Praxis zu üben sei. In diesem Sutra identifiziert Patanjali eine präzise Praxis – eine mit einem klar definierten Ziel –, aber er tut dies in einer sehr kryptischen Sprache. Erst wenn sein Kommentator Vyasa dieses Sutra entschlüsselt, beginnt sich der Inhalt zu offenbaren. Vyasa entwirrt dieses Sutra, indem er die Phrasen hrdaya-pundarike dharayato am Anfang und pravrttirutpanna manasah sthiti-nibandhini am Ende hinzufügt. Dieser letzte Satz wird aus dem vorherigen Sutra übernommen. So lautet das Sutra nun: hrdaya-pundarike dharayato vishoka va jyotishmati pravrttirutpanna manasah sthiti-nibandhini. Dies kann übersetzt werden als: „Durch die Konzentration auf den Lotus des Herzens entsteht ein Zustand der sorgenfreien Freude [vishoka], der von innerem Licht durchdrungen ist [jyotishmati]. Durch seine Entstehung verankert ein solcher Zustand den Geist in einem friedlichen Fluss, frei von allen Gedankenkonstrukten [sthiti].“ Vyasa schreibt seinen […]

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Pandit Rajmani Tigunait
Dr. Pandit Rajmani Tigunait ist ein modernes Meister- und lebendes Kettenglied in der lebendigen Himalaya-Tradition. Er verkörpert die yogische und tantrische Weisheit, die die Himalaya-Tradition seit Jahrtausenden bewahrt hat. Pandit Tigunait ist der Nachfolger von Sri Swami Rama aus dem Himalaya und das spirituelle Oberhaupt des Himalayan Institute in Pennsylvania. Als junger Mann verpflichtete er sich der anspruchsvollen spirituellen Praxis und studierte bei renommierten Meistern Indiens, bevor er 1976 von seinem Meister Sri Swami Rama in die Linie der Himalaya-Tradition aufgenommen wurde. Pandit Tigunait spricht fließend vedisches und klassisches Sanskrit und hat zwei Doktorate, eines von der University of Allahabad (Indien) und eines von der University of Pennsylvania (USA). Als führende Stimme von YogaInternational.com und Autor von 17 Büchern umfasst seine Lehre ein breites Spektrum, von der wissenschaftlichen Analyse und Übersetzung der Schriften bis hin zur praktischen Anleitung zur Anwendung yogischer Weisheit im modernen Leben. In den letzten 35 Jahren hat Pandit Tigunait unzählige Leben auf der ganzen Welt als Lehrer, Führungspersönlichkeit, Autor, humanitärer und spiritueller Visionär berührt.