In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

„… jene von Liebe und Sehnsucht Verbrannte, jene in Nähe und Glühen Bekannte, jene in Vereinigung Verschwundene“ (Annemarie Schimmel: Gärten der Erkenntnis, S. 18), so beschreibt der iranische Poet Attar von Nishapur die Mystikerin und Dichterin Rabia, die im 8. Jahrhundert lebte und wirkte. Viele Legenden ranken sich um Rabia, eine der bedeutendsten Sufi-Heiligen aus Persien. Ihr Leben umfasste extreme Armut, Versklavung, Pilgerschaft, Askese sowie die immerwährend brennende, alles verzehrende Liebe zu Gott. Wer war diese Wegbereiterin, von der es heißt, dass sie die den Sufismus prägende Metapher von Gott als Geliebtem eingeführt hat? Einmal zur Frühlingszeit ging sie in ihr Haus und senkte den Kopf. Ihre Dienerin sprach: „O Herrin, komm heraus und betrachte die Schöpfung!“ Rabia sagte: „Komm du lieber herein, damit du den Schöpfer siehst – die Betrachtung des Schöpfers hat mich von der Anschauung des Geschaffenen abgelenkt.“ Annemarie Schimmel: Gärten der Erkenntnis, S. 20 Kindheit Es herrschte tiefschwarze Nacht, als Rabia gegen Anfang des 8. Jahrhunderts in eine sehr arme Familie geboren wurde. So arm, dass sich weder ein Tropfen Öl noch Windeln im Haus befanden. Man nannte sie Rabia, „die Vierte“, da vor ihr schon drei Schwestern zur Welt gekommen waren. Die erschöpfte Mutter bat ihren Mann, ausnahmsweise Öl vom Nachbarn zu erbitten, damit sie das Neugeborene wenigstens sehen konnte. Ihr Gatte jedoch war ein weltfremder Sufi. Er hatte ein Gelübde abgelegt, nie irgendjemanden um irgendetwas zu bitten, und sich stattdessen ganz Gott anzuvertrauen. Und so ließ er seine Frau mit ihren nun vier kleinen Töchtern im Dunklen sitzen. Und doch sorgte sich dieser Vater um seine Familie. Wohl so sehr, dass ihm der Prophet im Traum erschien und erzählte, dass seine neugeborene Tochter eine große Heilige werden würde. Der erstaunte Vater fragte, wie er sich denn nun um sie kümmern solle. „Sende einen Brief […]

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