In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Kali wird von vielen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Angst betrachtet. Katchie Ananda beschreibt sie als die Große Mutter unter den Göttinnen, die den Archetyp der bedingungslosen Liebe verkörpert.  Seit den 1980er Jahren studiere ich die Lehren des Yoga und habe mich seitdem ausführlich mit der Philosophie von Yoga und Dharma befasst. Am liebsten sind mir dabei bis heute hinduistische Göttinnen und das Konzept des „heiligen“ Weiblichen, wie es auch in vielen anderen Traditionen zu finden ist. Als Frau sind mir diese Studien besonders wichtig, gerade heute, in einer Zeit, in der Frauen auf der ganzen Welt benachteiligt, angegriffen und verfolgt werden. Millionen von Menschen in Indien und auf der ganzen Welt verehren die Göttinnen, um ihre Hingabe zu stärken und das Bedürfnis zu befriedigen, mit etwas verbunden zu sein, das größer ist als sie selbst. In diesem Zusammenhang erscheint mir die genauere Betrachtung der Göttin Kali als spannend und zielführend. Vorweg möchte ich sagen, dass ich weder indischer Abstammung noch eine Gelehrte des Hinduismus bin. Mein Wissen ziehe ich hauptsächlich aus eigener Erfahrung. Meine Sicht auf Kali mag zugegebenermaßen etwas ungewöhnlich sein, aber es ist eine Sichtweise, die für mich während meines ganzen Lebens von immenser Bedeutung und Relevanz war und ist – insbesondere in einer Zeit, in der das Patriarchat immer noch einen dominierenden Einfluss auf die Menschheit und auf zahlreiche Kulturen, Religionen und Traditionen hat. Die Personifizierung des Unergründlichen All diejenigen, die mit hinduistischen Göttinnen vertraut sind, wissen, dass Kali eher beängstigend aussieht und dem Betrachter ihre ziemlich blutige Zunge herausstreckt. Zur Krönung trägt sie auch noch einen Rock aus menschlichen Gliedmaßen. Ihre Kette aus abgetrennten Köpfen soll mit der Anzahl der Buchstaben des Sanskrit-Alphabets übereinstimmen – eine Erinnerung daran, dass es manchmal notwendig ist, Worte zu zertrümmern, um zum Kern, also zur Wahrheit gelangen zu können. […]

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