Verrückt, erleuchtet, oder beides? Die Anhänger der Aghori-Tradition streben die Überwindung der Dualität und des Samsara mit extremen Mitteln an, die anderen Suchenden zunächst unverständlich erscheinen. In Aghora umarmst du die Dunkelheit und lässt sie für dich arbeiten. Aghori Vimalananda Sie leben auf Totenverbrennungsplätzen und reiben ihre nackten Körper mit Menschenasche ein. Ihre Mahlzeiten kochen sie auf Leichenfeuern und essen sie aus Totenschädeln. Zudem meditieren sie auf Leichen und konsumieren Exkremente sowie Menschenfleisch. In Deutschland würden sie in der Psychiatrie oder im Gefängnis landen. In Indien jedoch werden sie respektiert – und auch gleichermaßen gefürchtet. Aghora-Sadhus: Wer sind diese radikalen Asketen? Sind sie verrückt, erleuchtet, oder beides? Was ist Fakt, was ist Fiktion, und was haben ihre extremen Übungen mit Yoga zu tun, der generell mit sattvischen Praktiken wie Asanas, Meditation und Vegetarismus in Verbindung gebracht wird? Aghoris sind eine spirituelle Gemeinschaft, die der tantrischen Ideologie Indiens entstammt. Das Wort aghora bedeutet „furchtlos“, kann aber auch mit „tiefer als tief“ interpretiert werden. Der Aghora-Orden wurde von einem indischen Asketen namens Baba Kinaram gegründet, der für eine Inkarnation Shivas gehalten wird. […]

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