Im „Buddhistischen Zentrum“, Wrangelstrasse, Berlin-Kreuzberg, vereinen sich die großen buddhistischen Richtungen: „Lotus-Vihara“ (Theravada Buddhismus), Rigpa (Tibetischer Buddhismus) und Zen-Buddhismus (Vietnam, Thich Nath Hanh). Julia Johannsen hat sich dort umgesehen Ilse Kussel hatte Kinder, Geld und ein eigenes Selbst. Bevor sie Ayya Khema wurde, lebte sie ein wildes Leben und war eine schöne Frau mit langen schwarzen Haaren. Ihr Leben begann unstet und ging so fort: Als deutsche Jüdin 1923 in Berlin geboren, 1938 mit dem Kindertransport nach Schottland verschickt, 1940 ins Exil nach China verbannt. Später heiratete sie, wanderte nach Amerika aus und bekam zwei Kinder. Alles schien perfekt zu sein: sie war Ehefrau und Mutter, es gab Arbeit und ausreichend Geld. Doch ihr Herz war unruhig. Sie verliebte sich in einen Anderen, einen, dessen Herz genauso wild war wie ihres. Mit ihm und ihrem Sohn reiste sie um die halbe Welt. Sie suchte etwas und wußte lange Zeit nicht was. Als sie in Asien mit dem Buddhismus in Berührung kam, wußte sie es. Sie begann zu meditieren und besuchte zahlreiche Retreats (Meditationskurse). Ihr Mann konnte ihren Weg nicht teilen und ging fort. „Unstet ist jede Daseinsform“ sagt das Dhamma (buddhistische Lehre. Sanskrit: Dharma). Das musste Ayya Khema schon früh in ihrem Leben erfahren. Im Buddhismus fand sie die Bestätigung ihres Gefühls und eine Lebensform. Sie war Mitte Fünfzig und hatte alles von der Welt gesehen. „Was hatte die Welt mir noch zu bieten“, schreibt sie in ihrer Biographie. „Sie bringt einem nicht den inneren Frieden und das innere Glück, weil alles, was in der Welt geschieht, vergänglich ist.“ 1979 ging sie den letzten Schritt ihres Weges: Sie rasierte sie sich ihr schönes Haar ab, ließ ihr eigenes Selbst hinter sich und wurde in Sri Lanka zur Ehrw. Nonne Ayya Khema ordiniert. „Nonne werden war für mich der nächste logische […]

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