In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Können wir uns nur an Glauben und Hoffnung klammern, wenn es um die Frage nach dem ewigen Leben und nach der unvergänglichen Seele geht? Oder können wir unsere Unsterblichkeit nicht bereits in diesem Leben erfahren, so wie es Patanjalis Aussagen über außerkörperliche Erfahrungen nahelegen? Unser Leben und unser Sterben sind immer konkret. Wir können darüber nachdenken und philosophieren, doch selbst die wunderbarste, klügste und überzeugendste Philosophie muss letztlich immer ein mentales Konstrukt bleiben: Niemals kann sie unser Leben und Sterben begreifbar machen. Greifbar ist allein das, was wir erfahren: an uns selbst oder in der persönlichen Begegnung mit anderen. Was den letzten Punkt anbelangt, hat mir mein früherer Beruf reichlich Gelegenheit gegeben, hinzuschauen. 25 Jahre lang erlebte ich als Leiter einer Einrichtung für schwerst pflegebedürftige Demenzkranke überaus konkret das Zerfallen des menschlichen Körpers und Geistes, ein Zerfallen, das immer mit einer letzten Ausatmung zu jenem Zustand führt, den wir Tod nennen – ein Zustand, den wir um fast jeden Preis zu vermeiden suchen, weil wir ihn als summum malum deuten, das Schlimmste überhaupt. Ironischerweise können wir ihm nicht entgehen, was immer wir auch tun mögen. So mühen wir uns also, das physische Leben bis an die äußersten Grenzen des Möglichen auszudehnen, und nehmen dabei viel Leid in Kauf, ohne jede Aussicht freilich, dem Körper seine Jugend zurückgeben oder ihn gar unsterblich zu machen. Vom Glauben und vom Wissen In unserer intensiven Identifikation mit dem körperlichen Aspekt unserer Existenz fehlt uns ganz offenbar, was doch alle Traditionen der Menschheit immer wieder lehren; jener Punkt, an dem sie sich, alle Unterschiede überbrückend, treffen: dass wir trotz der Vergänglichkeit des Körpers im Kern unsterblich sind. Woher kam, was uns das Leben schenkte, und wohin wird es gehen, wenn wir das Leben einmal aushauchen … vielleicht ja schon morgen? Im Kern, das ist nur […]

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Dr. Ralph Skuban
Dr. Ralph Skuban ist promovierter Sozialwissenschaftler und Buchautor. Er leitete über zwei Jahrzehnte lang eine Einrichtung für Demenzkranke. Die intensiven Begegnungen mit Alter und Krankheit, dem zerfallenden Geist und Tod des Menschen führten ihn zur Mystik des Ostens, insbesondere zur Philosophie und Praxis des Yoga. Ralph Skuban publiziert Bücher und hält Seminare zu Themen der spirituellen Philosophie. Er begleitet regelmäßig Teacher-Trainings und gründete kürzlich zusammen mit seiner Frau eine eigene Yogaschule. Seine Übertragungen und Kommentare wichtiger spiritueller Grundlagenwerke gehören mittlerweise zur Standardliteratur in vielen Yogalehrer-Ausbildungen. Ralph Skuban lebt in der Nähe von München.