Bhumi Devi – Mutter Erde: Welch wunderbarer Ort des Erlebens! Eigentlich. Welch Fülle an Schönheit, welch atemberaubende Komposition der Erhabenheit! Eigentlich. Welch ein überwältigendes Schauspiel aus Licht und Schatten, aus Himmel und Erde, in dem Myriaden von zauberhaften Wesen ihre Formenvielfalt mit Anwesenheit erfüllen dürfen – wild und lebendig schöpfend! Eigentlich.

Die Erde ist ein Ort der Heilung und Selbsterkenntnis, aber auch der Reinigung für all jene Seelen, die sich noch im Zustand von Bitterkeit und Not befinden, weil sie sich in dunklen, lichtlosen Strukturen kali-yugisch „verkeilt“ haben und von der Quelle wirklichen Lichts abgewandt leben.

Diese Trennung vom Licht wird in der vedischen Überlieferung als asurisch bezeichnet. Das dem asurischen Prinzip verfallene Wesen betet das Materielle als seinen alleinigen Gott an. Es bedient sich ausschließlich des empirischen, spaltenden Verstandes und verhöhnt das heilige Prinzip des lebendigen Lebens aus göttlicher Quelle. Es tritt es mit Füßen, beutet es aus, vernutzt, kontrolliert und versklavt es. Das Asurische hat sich freiwillig von der göttlichen Quelle getrennt und sich zu einer Legion der Armseligen zusammengerottet, angeführt von ein paar wenigen, besonders schlauen und mächtigen Trickstern. Das Asurische ist abgeschnitten vom großen Geist des Erhabenen, irrt ohne Buddhi, den großen Geist, ausschließlich mit Hilfe von Manas, dem kleinen Geist, als Kleingeist sozusagen, ängstlich und verloren durch Welten und Dimensionen, und trachtet danach, alles mit seinen Schatten zu verhüllen.

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Ängstlich zu sein, heißt ohne Urvertrauen zu sein. Ohne die Verbindung zu seinem atmischen Wesen ist der Mensch nicht mehr aus der Quelle der Fülle genährt. Er ist energielos. Er leidet unter Mangelerscheinungen und Existenzängsten. Die Angst vor dem Mangel verführt ihn zu egoistischen, abgründigen Handlungen. Damit er diese Angst nicht spüren muss, breiten sich Habgier und Vorteilsnahme aus wie ein Krebsgeschwür. Die nimmersatte Sucht nach Energiezuführung von außen wird zum zwanghaften Wahn, und schlussendlich zum Energieraub.

Um an ihr „Futter“ zu kommen, sind von asurischen Kräften besetzte Seelengeschöpfe zu Meistern der Manipulation mutiert. Da sie ohne Quellverbindung nicht fähig sind, selbst zu schöpfen, bedienen sie sich der manipulativen Kräfte der Lüge, des Missbrauchs und des Wahrheitsverdrehens, um an ihre Ziele zu kommen.

Dies ist weitgehend der Zustand unserer (noch) kali-yugischen Epoche. Doch jetzt ist für jeden spürbar der Wandel gekommen. Damit hat die Übergangszeit der großen Loslösung (Para-Vairagya) begonnen – die Loslösung von einem verquälten, sich letztmalig aufbäumenden Schöpfungs(alb)traum. Aus der atmischen Perspektive des erleuchteten Geistes ist das grob- und feinstoffliche Universum nämlich nur eine Traumkomposition, eine Maha-Maya von unendlich vielen Träumen und Mayas in unendlich vielen Dimensionen und Welten, in denen das EINE Wesen (Brahman) sich träumend in unterschiedlicher Dichte als VIELE erfährt.

Träume entstehen und verschwinden wieder, sobald wir erwachen. Was ist die Konstante bei all diesen vergänglichen Bewegungen? Was bleibt, was trägt und hält uns, wenn ein Schöpfungstraum aufhört zu existieren? Dies sind die grundlegenden Fragen, die immer dann auftauchen, wenn die Zeit des Erwachens gekommen ist.

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Im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens bezeichnen wir unseren gewohnten kollektiven Schöpfungstraum als „alte Normalität“. Und viele Menschen sehnen sich danach zurück. Um den Untergang dieser „alten Normalität“ aufzuhalten, sind viele sogar bereit, sich widerstandslos korrumpieren zu lassen. Wir werden jedoch in den kommenden Jahren zu „Kronzeugen“ der Auflösung einer mehrere Jahrtausende alten, lebensverachtenden, künstlichen, zum Großteil dunkel geschöpften Menschen-Maya, zu Gunsten eines neuen, feineren, lichtvolleren, sich selbst bewussteren Schöpfungstraumes. Dieser wird aus dem kostbaren Feinstoff der Liebe gewoben sein, von jenen, die aus der lichtvollen Quelle wahrhaftigen Seins (Satya) schöpfen. Deshalb ist der kollektive Schöpfungstraum der Menschen – um mit einem Bilde zu sprechen – nun gespickt mit Milliarden von feinen Nadelspitzen, die nur darauf warten, all jene falschen Vorstellungsballons zum Platzen zu bringen, die adharmisch künstlich aufgebläht wurden, d.h. ohne Anbindung an die Quelle göttlichen Seins.

Es ist, als ob dem Ausgussbecken der Menschheitsgeschichte, der Epoche einer fünftausendjährigen Maya, der Stöpsel gezogen wurde und die dunkel gebraute Schöpfungsbrühe durch die Abflussrohre in den Kläranlagen der Geschichte entsorgt wird. Am Anfang bemerkten wir davon wenig. Doch nun wird der Abflusssog sichtbar und die spiralförmig nach unten verlaufende Sogkraft immer stärker. Aufs Mal ist auch der Bodensatz wahrnehmbar geworden. Die Ablagerungen, schlammig, braun, dicht und voller harter Krusten – all das geistig-seelisch Unverdaute und Verdrängte der letzten fünftausend Jahre kali-yuga-mayischer Schöpfungsprojektionen. Es handelt sich dabei um all das Künstliche, mit destruktiven Technologien Überstülpte, Aufgepfropfte, Abgespaltene und nicht mit dem Dharma, dem universellen, göttlichen Gesetz, im Einklang Schwingende.

Die kommende Auflösung bedeutet eine große Herausforderung für all jene Menschen, die an dem alten Schöpfungstraum weiterhin eisern festhalten wollen, ja diesen durch ihren blinden Glauben noch weiter befeuern, indem sie darin vergeblich nach Lösungen suchen. Wer jetzt nicht loslassen kann, wird unweigerlich von der Sogwirkung erfasst werden. Auch der panische Versuch, den Abfluss mit den absurdesten Mitteln noch schnell zu „verpfropfen“, wird den Wandel nicht aufhalten können. Im Gegenteil: Nichts und niemand wird die Auflösung der alten Dunkelwelt und die Morgendämmerung der neuen lichten Zeit verhindern können. So, wie nach einem langen, dunklen Winter sich urplötzlich der warme Frühling Bahn bricht. Dessen bin ich mir gewiss.

Aus der Bhagavad-Gita, dem Gesang des Göttlichen, sind uns hierzu folgende Worte überliefert: „Immer dann, wenn Dharma verfällt, Oh Arjuna, und Adharma wächst, manifestiere Ich Mich.“

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