Innere Bilder haben eine enorme Kraft! Die Heilpraktikerin und Yogalehrerin Anna Röcker weiß das sehr genau. Als ich vor vielen Jahren meine Yogalehrerausbildung bei ihr machte, war immer wieder spürbar, wie überzeugt Anna von der Kraft der inneren Bilder ist. Deshalb habe ich sie dazu befragt: Doris Iding: Wie kommen innere Bilder zustande?Anna Röcker: Wir sehen täglich unzählige Bilder, die auf unser Gehirn und dort auf bereits vorhandene frühere Sinneseindrücke treffen. Im Gehirn werden in einem komplexen Vorgang, an dem u.a. das Limbische System (unser Gefühlsverarbeitungs-Zentrum) beteiligt ist, innere Vorstellungsbilder kreiert. Wer sich dafür näher interessiert, dem empfehle ich das Buch von Prof. Hüther „Die Macht der inneren Bilder“. Kreativität und damit die Fähigkeit innere bildhafte Vorstellungen zu entwickeln, hat zur menschlichen Entwicklung entscheidend beigetragen. So berichten Menschen, die wichtige Erfindungen gemacht haben, dass sie diese vorher bildhaft innerlich vor sich gesehen haben. Ich erkläre das gern am Beispiel eines Tischs: Der Schreiner, der den ersten Tisch gemacht hat, hatte zunächst eine Vorstellung und hat danach den Tisch gebaut. Man kann sich kaum vorstellen, dass er verschiedene Holzteile so lange aneinander genagelt hat, bis am Ende zufällig ein Tisch dabei heraus kam. Das heißt menschliche Evolution ist ohne die Fähigkeit innere Bilder und innere Vorstellung zu bilden nicht denkbar. Sollte man allen inneren Bildern glauben?Wenn damit gemeint ist, ob Bilder „wahr“ sind, dann sicher nicht – denn wir wissen, dass wir uns etwas dringend wünschen, uns eine Vorstellung machen und es dennoch nicht eintritt. Ich denke z.B. an Menschen, die ich in meiner Praxis erlebt habe, die sich den Traumpartner ganz genau vorgestellt haben und irgendwann enttäuscht wurden, weil sie ihn nicht finden konnten. Es kann sogar gefährlich sein, einem Bild nachzulaufen, das man von sich oder anderen hat – das aber nicht der Realität entspricht. Das heißt es geht […]

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.