Welches Verhältnis hast du zu deiner Zeit? Bist du ein echter Yogi, der sich über das lineare Raum-Zeit-Kontinuum hinwegsetzt und nur noch im reinen Sein verweilt? Ist sie für dich ein Feind? Verbringst du deinen Tag im Wettlauf gegen die Uhr und fällst meistens erschöpft als Verlierer todmüde ins Bett?

Bist du in Kontakt mit jenem Ort in dir, der unabhängig von Zeit existiert und dich dadurch entspannen lässt, weil du weißt, dass Zeit eigentlich nicht existiert? Oder lässt du dich von der Zeit beherrschen? Ist Zeit für dich eher eine Ressource oder vielleicht sogar eine Muße? Nimmst du sie vielleicht auch gar nicht so ernst – mit der Konsequenz, dass du gerne eine halbe Stunde später zu Verabredungen kommst?

Hast du die Zeit zu deinem großen Meister gemacht, der vollkommen über dein Leben bestimmt? Dein Leben verläuft in festen Zeitbahnen, die unverrückbar sind und dir keine Wahl lassen, etwas flexibler mit ihr umzugeben? Oder zählst du zu den Menschen, für die Zeit ein Mysterium ist? Übergehst du deinen Körper und seine Bedürfnisse und gehst auch sonst gerne über die Gesetzmäßigkeiten der Zeit hinweg?

 

Zeiträuber Ablenkungen

Wie gehst du mit deiner Zeit jenseits der Yogamatte um? Geht es dir bei deiner Arbeit genauso wie zahlreichen anderen Erwerbstätigen, die unter den vielen Störungen und Unterbrechungen leiden, die sie während ihrer Arbeit erfahren? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat in einer Untersuchung nämlich herausgefunden, dass die meisten von uns eben darunter leiden, und die meiste Zeit und Energie dadurch verpufft, dass wir viel zu häufig abgelenkt werden. Aber auch klare Ziele, Auflistung der Prioritäten und Übersichten fehlen.

Nimm dein Verhältnis zur Zeit einmal unter die Lupe. Denn nur so lernst du, deine Zeit zu beherrschen, statt dich von ihr beherrschen zu lassen.

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Erkenne dich selbst!

Beantworte die folgenden Fragen ehrlich.
Für jedes JA gib dir 4 Punkte.
Für jedes NEIN gib dir 1 Punkt.

  • Tagsüber habe ich so viele Telefonate und Mails zu erledigen, dass ich immer wieder abgelenkt werde und mich es mir auf Grund dessen schwerfällt, mich über einen längeren Zeitraum auf etwas zu konzentrieren.
  • Über den Tag verteilt gibt es so viele Störfaktoren, dass ich häufig erst nach Dienstschluss dazu komme, meine eigentlichen Aufgaben in Ruhe zu erledigen.
  • Ich habe das Gefühl, dass ich nie wirklich fertig werde mit meiner Arbeit.
  • Ich leide unter permanenter Zeitnot, sowohl beruflich als auch privat.
  • Ich habe immer das Gefühl, dass etwas zu kurz kommt. Entweder die Arbeit, meine Freunde, meine Yogapraxis, die Familie und am Schluss auch ich selbst.
  • Ich fühle mich fremdgesteuert und habe das Gefühl, in erster Linie nur noch zu reagieren, um dem permanenten Ansturm von Anforderungen und Aufgaben gerecht zu werden.
  • Die steigenden Anforderungen an meine Arbeit, die immer kürzer werdenden Zeitspannen in denen Termine erledigt werden müssen, die größer werdende Menge an Verwaltung setzen mich zunehmend unter Stress und Zeitdruck.

Nun addiere die Punkte, so dass sich eine Gesamtpunktezahl ergibt.

 

Auswertung:

0-4 Punkte:  Du bist ein wahrer Yogi! Du hast keine großartigen Probleme mit der Zeit und brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du deine Aktivitäten etwas runterfährst.

8-16 Punkte: Dir ergeht es so wie den meisten Menschen: Du wirst getrieben von einem Übermaß an Arbeit und die Dinge, die dir wirklich Freude machen und dich erfüllen, bleiben oft auf der Strecke.

20-28 Punkte: Die Zeit beherrscht dich. Sie hat dich so im Griff, dass du das Gefühl hast, es niemanden mehr gerecht zu machen – am wenigsten dir selbst. Es ist höchste Zeit, dass du bewusster mit deiner Zeit umgehst, und dich deiner Yogapraxis mehr widmest, um zu entspannen.

 

 

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.