Luna Yoga ist eine Körperkunst und Heilweise, die den ganzen Menschen erfasst und anspricht. Es beinhaltet Yogatechniken aus Indien und kraftvolle Elemente aus afrikanischen und indianischen Tänzen. In Verbindung mit dem Atem lösen sich Verspannungen, Wirbelsäule und Gelenke bleiben beweglich oder finden zu ihrer Beweglichkeit zurück. Verschiedene Übungen stimulieren die Durchblutung der Sexualorgane, regulieren das Hormonsystem und fördern die Fruchtbarkeit
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Aviva Steiner, Tänzerin und Körpertherapeutin aus Israel, entwickelte zu Beginn der 70er Jahre ein System der Körperarbeit, das es Frauen ermöglicht, ihren Zyklus zu beeinflussen. Sie baute nach intensiven Forschungen ihr System weiter aus und machte es bekannt –  z. B. auf verschiedenen sexualmedizinischen Kongressen, beim Population Crises Committee in Washington, D.C. und bei der WHO in Genf. Ihre Arbeit stieß auf großes Interesse, war doch hier ein Weg, das Mysterium der Fruchtbarkeit bewusster zu gestalten.

Adelheid Ohlig, die seit Mitte der 60er Jahre Yoga praktiziert, reiste 1981 zu Aviva Steiner nach Israel und lernte bei ihr mit Begeisterung. Sie verband das Wissen von Aviva Steiner’s „Gymnastik“ mit ihrem Yogawissen, ihren körpertherapeutischen Erfahrungen und dem Erfahrungsschatz ihrer Reisen und gründete Mitte der 80er Jahre das Luna Yoga.

Luna Yoga und der Mond
Der Mond am Himmel verändert sich, Wandel in Beständigkeit: ist rund und voll, nimmt ab, wird schließlich unsichtbar, um wieder der Fülle entgegen zu wachsen. Alle zwei bis drei Tage wandert er durch eines der astrologischen Zeichen und verändert seine Qualität – fast möchte ich sagen: sein Stimmungsbild.

Laune und Luna haben denselben Wortstamm – so wurden (oder werden) Frauen manchmal als launisch bezeichnet. Vielleicht kommt der einen oder anderen das vertraut vor: das Bedürfnis nach Rückzug während der Menstruation, ein Bedürfnis, das oft erst durch Bauchkrämpfe oder Kopfschmerz beachtet wird und sich gar nicht mit dem dringenden Abgabetermin eines Berichts (oder wahlweise einer anzutretenden Dienstreise, dem geplanten Familienausflug etc., etc.) koordinieren lassen will? Bei verschiedenen matrilinearen Stämmen gab es Menstruationshütten, in die sich die menstruierenden Frauen zurückziehen konnten und von anderen Stammesmitgliedern versorgt wurden.

Der menschliche Körper besteht wie die Erde zu 80% aus Wasser. Die Anziehungskraft des Mondes beeinflusst vermutlich unsere Körperflüssigkeiten ebenso wie die Gezeiten der Meere. Der Mond als Regler der jahreszeitlichen Zyklen wie auch der individuellen Körperrhythmen. Der Mond wählt die Strahlen der Sonne, die er reflektiert, entsprechend der Länge der Lichtwelle aus und reflektiert einen sehr hohen Prozentsatz ultravioletter Strahlen; so sind die Mondlichtzyklen ein wichtiger Bestimmungsfaktor für das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen, und vermutlich liegt das an der ultravioletten Strahlung.

(Quelle: Ann Kent Rush, Mond, Mond) – In den Städten mit ihrem künstlichen Licht geht manchmal der Kontakt zur Natur und die Beziehung zum Mondlicht verloren: Gönnen Sie sich doch einmal die Zeit, nachts spazieren zu gehen, tauchen Sie ein in das silberne Mondlicht und seine ultravioletten Strahlen!

Der Atem im Luna Yoga
Luna Yoga gründet sich im traditionellen Hatha Yoga. Hier wie dort wird durch die Nase geatmet, und zwar während Ein- und Ausatmung. Durch die Nasenatmung wird die einströmende Luft gereinigt, befeuchtet und angewärmt. Die auf der Nasenschleimhaut befindlichen Flimmerhärchen filtern die Luft, so dass Staubpartikelchen aus der eingeatmeten Luft nicht in tiefere Regionen des Atemtrakts gelangen können.

Gerade im Winter können Sie so Erkrankungen der Atemwege vorbeugen. Außerdem stellt sich durch den Geruchssinn eine Verbindung zum zentralen Nervensystem her. Ein Teil des eingeatmeten Sauerstoffs gelangt über das im Schädel liegende Siebbein ins Gehirn und stärkt so vermutlich das Nervensystem. Die Nasenatmung bewahrt die Energie, während die Atmung durch den Mund Energie nach außen abgibt.

Bei der Nasenatmung entsteht durch die Stimulierung der Hypophyse auch ein Einfluss auf das Hormonsystem. Das Hormonsystem – und seine eng verbundene Wirkung auf die seelische Befindlichkeit – ist im Luna Yoga von besonderer Bedeutung: die meisten Übungen entfalten erst durch die Nasenatmung ihre eigentliche Wirkung.

Bauchatmung bis ins Becken
Das Zwerchfell trennt den Brustraum vom Bauchraum – eine große, kuppelförmige Muskelplatte mit Öffnungen für den Durchgang wichtiger Körpersysteme, z. B. der Speiseröhre und der Aorta, die alle Organe mit frischem, sauerstoffhaltigem Blut aus dem Herzen versorgt. Durch eine gute Bauchatmung erhalten sowohl das Herz als auch die Bauchorgane eine sanfte Massage und der Stoffwechsel wird aktiviert.

Strömt der Atem weiter nach oben, heben sich die Zwischenrippenmuskeln und die Atemkapazität wird verstärkt. Die Ausatmung ist dem Parasympathikus des autonomen Nervensystems zugeordnet, der für die Entspannung zuständig ist. Da sich, wie sich leicht beobachten lässt, die seelische Befindlichkeit im Atemverhalten widerspiegelt, kann umgekehrt auch durch eine vertiefte Atemqualität der seelische Zustand beeinflusst werden.

Eine Besonderheit im Luna Yoga ist der bis ins Becken strömende Atem. Hier liegen die Hände meistens auf dem Venusdelta (traditionell das Schambein: doch wofür sollten wir uns schämen?) und wir fühlen einatmend den Atem unter unseren Händen einströmen und lassen ihn ausatmend wieder in unsere Körpermitte zurücksinken. So entsteht eine zarte Atemmassage und dadurch eine Durchblutung der Beckenorgane.

Wie Luna Yoga wirkt
Luna Yoga wirkt durch Entspannung und der Freude am eigenen Körper.So beginnt und endet eine Luna Yoga Stunde auch meist mit einer kleinen Entspannungsreise, z.B. indem wir mit unserem Bewusstsein durch unseren Körper wandern, von Kopf bis Fuß, von der Haut bis in die innersten Organe. Durch die  Entspannung des Körpers kommen Gedanken und Gefühle zur Ruhe, Alltagsstress fällt ab. Luna Yoga kombiniert sanfte Spürübungen, Yogahaltungen und Bewegungsfolgen aus dem traditionellen Yoga, die, koordiniert mit einer tiefen Atmung ins Becken, die Beckenorgane durchbluten und die Fruchtbarkeit fördern.

Die Sensibilität für den eigenen Körper wird vertieft und Sie können Freude finden an der eigenen Beweglichkeit. Viele Frauen berichten, dass sie durch das veränderte Körpergefühl „eine andere Beziehung“ zu ihrem Becken finden und dass sich die sexuelle Qualität ihrer Beziehungen vertieft.

Selbstheilungskräfte
Durch die Durchblutung im Beckenraum und die Wirkung auf das Hormonsystem können sich unregelmäßige Menstruationszyklen wieder harmonisieren, Schmerzen oder Krämpfe während Menstruation oder Eisprung werden oft leichter oder lösen sich auf. Zysten oder Myome können kleiner werden oder verschwinden ganz. Der Zustand der Haut verbessert sich durch die verbesserte Stoffwechselqualität.

Übrigens wirkt Luna-Yoga nicht nur bei Frauen: die Spermienqualität bei Männern kann sich nachweislich verbessern, und nach neuesten Forschungen verändert sich während der Schwangerschaft – in harmonischer Paarkonstellation – auch der Hormonspiegel bei Männern. Und bei einigen Paaren in den Luna-Yoga-Gruppen ist  das gemeinsame Üben eine echte Bereicherung geworden.
Luna Yoga kann Eisprung und Blutung auslösen.

So gilt Luna Yoga als natürliche Methode zur Förderung der Fruchtbarkeit für Paare mit Kinderwunsch. Dies geschieht vielleicht am eindruckvollsten durch die Luna Yoga Tänze. Die Tänze stammen überwiegend aus traditionellen Kulturen. Sie wurden von der israelischen Körpertherapeutin Aviva Steiner als Mittel zur Regulierung der Fruchtbarkeit entdeckt und von der Yogalehrerin Adelheid Ohlig verfeinert und weiter entwickelt. Die Tänze werden in Verbindung mit der Atmung ausgeführt und können Eisprung und Blutung auslösen.

Auch hier ist die Nasenatmung von Nutzen, da sie über die Hypophyse das Hormonsystem anregt. Da die Tänze eine starke Wirkung auf den Organismus haben und sehr tief in das Hormonsystem eingreifen, empfiehlt es sich, sie bei einer ausgebildeten Luna-Yoga-Lehrerin zu lernen und sie nur zyklisch einzusetzen.

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