Ausbildungen im Kinderyoga
Heute können Kinder quer durch alle Schulformen Yoga lernen. Vor allem in Bereichen mit großem gestalterischem pädagogischem Spielraum – in Kindergärten, Grundschulen und Sonderschulen – wird Yoga viel und mit Erfolg eingesetzt. Sie treffen dort auf Kinderyogalehrer mit recht unterschiedlichem Hintergrund.

Es gibt in Deutschland verschiedene Anbieter, die für die Durchführung im Kinderyoga qualifizieren. Die Ausbildungen sind in der Regel recht kurz, erstrecken sich über nur wenige Wochenenden, und knüpfen an berufliche Qualifikationen von Teilnehmern an. Es gibt eine große Durchmischung der Ausbildungsgruppen. Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, sind teils Yogalehrer, teils Yogapraktizierende, in einigen Fällen absolvieren auch Teilnehmer ohne jegliche Yogaerfahrung Ausbildungen im Kinderyoga und finden auf diese Weise den Einstieg in den Yoga. Ebenso vielfältig ist das Spektrum pädagogischer Vorerfahrungen. Versierte Pädagogen und Psychologen treffen auf Mütter oder Teilnehmer, die völlig bei Null anfangen.

Im Anschluss an die jeweilige Ausbildung besteht in der Regel immer noch ein erheblicher Qualifizierungsbedarf. Je nach persönlicher Vorbildung fehlt es mal an Kenntnissen im Yoga, mal an Kenntnissen über Kinder oder über rechtliche und organisatorische Fragen. Meist besteht auch ein Bedürfnis, sich psychologisch und sozialpädagogisch fundiertes Handwerkszeug im Umgang mit „schwierigen“ Kindern anzueignen.

Da es sich beim Kinderyoga um eine recht neue Erscheinung handelt, gibt es seitens des Nachfragemarktes noch keine ausgeprägten Vorstellungen über Qualitätsstandards. Dies wird sich aber mit Sicherheit ändern. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Forderungen dieser Art laut werden. Der gesamte öffentliche Bereich wird mehr und mehr von einem Bestreben nach Qualitätssicherung geprägt. Aussicht auf Zuwendung von Mitteln aus öffentlicher Hand und Zugang zu Einrichtungen werden in absehbarer Zeit nur noch Methoden und Verfahren bekommen, die sich einem ständigen Prozess der Evaluation unterwerfen. Es wurden bereits Forderungen laut, nur noch solche Kinderyogatrainings an Schulen zuzulassen, die sich einem Wirkungsnachweis unterzogen haben, so etwa seitens Prof. Hurrelmann im Stern (dokumentiert unter www.zentrierungspaedagogik.de, Pressespiegel).

Absprachen über Ausbildungsinhalte und –ziele gibt es derzeit noch nicht unter den Ausbildern. Eine Diskussion über Ausbildungsstandards, wie sie in Zusammenhang mit dem Mindestanforderungsprogramm der Europäischen Yoga-Union geführt wurde, ist im Kinderyoga überfällig. Es sollte eine eigenständige Ausbildung für Kinderyogalehrer ins Leben gerufen werden, die sich von vornherein an einem hohen Qualitätsstandard orientiert. Im Hinblick auf unterschiedliche Vorqualifikationen wäre die Etablierung eines mehrstufigen Programms sinnvoll, das Fortgeschrittenen den Einstieg zu einem späteren Zeitpunkt erlaubt.

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Katalysatoren der Bewegung
Die positive Entfaltung des Yoga in Deutschland ist auch darauf zurückzuführen, dass Einrichtungen entstanden sind, die es der Szene erlauben, miteinander in Verbindung zu treten. Dazu gehören Medien wie „Yoga Aktuell“, das „Journal for Meditation and Meditation Research“ und das Tagungshaus von Yoga Vidya in Bad Meinberg. Mit der Einrichtung dieses Zentrums wurde ein Ort geschaffen, der Raum für Begegnung bieten kann. Dort konnte im Juni 2006 der Kinderyoga zum ersten Mal in Deutschland Thema eines großen Kongresses mit über vierhundert Teilnehmenden werden (siehe Yoga aktuell 04/05). Auf dem Symposium zum Abschluss des Kinderyoga­kongresses in Bad Meinberg wurde der Wunsch artikuliert, eine Ausbildung für Kinder­yoga auf einer anerkannten und wissenschaftlich fundierten Basis zu schaffen.


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