Empfehlungen, die Ihre Suche nach dem passenden Yoga-Lehrer, bzw. der geeigneten Yoga-Schule erleichtern.
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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Kann ich mir Yoga selber beibringen oder sollte ich einen passenden Lehrer dafür suchen?

Zuallererst sollten Sie herausfinden, welches Ihre Ziele sind, die Sie mit Yoga verfolgen:

  • Eine spirituelle Disziplin.
  • Ein gesunder Lebensstil, Wellness.
  • Intensives Fitnesstraining.
  • Gelegentliche Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Eine Möglichkeit sich von Alltagsstress zu befreien, um besser mit den Anforderungen des Lebens umgehen zu können.
  • Therapeutische Übungen zur Selbstheilung.

Hierbei gilt zu berücksichtigen: Je größer Ihre Erwartungen sind, die Sie an Yoga haben, desto stärker wird die Verpflichtung an die eigene Yogapraxis sein müssen und eine entsprechende Anleitung und Führung notwendig sein.

Wenn Sie beabsichtigen, Yoga allein aus Fitnessgründen auszuüben, dann werden ein paar Sitzungen pro Woche von wenigstens 20 bis 40 Minuten in den meisten Fällen ausreichend sein. Praktizieren Sie Yoga aus therapeutischen Gründen, so sollten Sie wenigstens einmal täglich (besser zweimal) Asana-Haltungen und Atemkontrolle üben sowie sich an Änderungen in der Ernährung und des Lebensstils halten, je nachdem, was Ihnen Ihr Therapeut empfohlen hat.

Wir raten Anfängern, Yoga (ob Hatha-Yoga oder Meditation) besser bei einem qualifizierten Lehrer zu erlernen als sich allein auf Bücher, Audio- oder Videokassetten zu stützen. Selbst zwei oder drei Yogastunden können für den Anfang bereits hilfreich sein, den richtigen Ansatz zu finden. Vielleicht haben Sie individuelle Bedürfnisse. Ein guter Yogalehrer wird diese erkennen und berücksichtigen und Ihnen helfen, Ihr persönliches Yogaprogramm zu entwickeln.

Bevor Sie sich für einen Lehrer oder Unterricht entscheiden, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie sich davon versprechen. Möchten Sie:

  • einen grundlegendes Gespür dafür bekommen, wie Yoga funktioniert, so dass Sie die Übungen eigenständig auszuüben in der Lage sind
  • eine kompetente Anleitung auf einer sich weiterführenden  Basis erhalten
  • die eigene Motivation ankurbeln, indem Sie in der Gesellschaft von anderen Menschen praktizieren.
  • neue Freundschaften schließen
  • eine Vermittlung der spirituellen Aspekte des Yoga erhalten
  • oder eine spirituelle Einweihung von einem qualifizierten Yogameister empfangen?

Wenn gesundheitliche Probleme vorhanden sind oder bereits länger keine ärztliche Untersuchung mehr gemacht worden ist, dann holen Sie sich besser erst die Zustimmung Ihres Heilpraktikers oder Arztes, bevor Sie mit Yoga (oder anderen Übungssystemen) beginnen.

Sobald Sie einige Yogastunden absolviert haben und einen wirklichen Nutzen aus dem Rat Ihres Lehrers gewinnen konnten, können Sie behutsam damit beginnen, Yoga alleine zu praktizieren und zu entdecken. Wir empfehlen jedoch, weiterhin so oft wie möglich Ihren Lehrer aufzusuchen, um sicher zu gehen, dass sich nicht etwa falsche Gewohnheiten in den Yogaübungen eingeschlichen haben.

Wie kann ich einen qualifizierten Lehrer finden?

In den verschiedenen deutschsprachigen Ländern haben sich viele Yogalehrer zu Yogalehrer-Vereinigungen zusammengeschlossen und Richtlinienkataloge ausgearbeitet, die besagen was in einem Yoga-Unterricht mindestens vermittelt werden soll und welchen Anforderungen an Ausbildung ein Yogalehrer mindestens genügen muss. Dies zu berücksichtigen, kann ein Anhaltspunkt bei der Auswahl eines Lehrers sein.

Neben den Yogalehrer-Vereinigungen gibt es die verschiedenen spirituellen Traditionen, deren lebendige Wurzeln Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Jahren zurückverfolgt werden können. Den einzelnen Traditionen steht meist ein lebender, verwirklichter Yogameister vor, der wiederum sogenannte Acharyas (Lehrer) autorisiert hat, Inhalte und Praxis der jeweiligen Tradition weiterzugeben.

Daneben existiert eine Vielzahl an weiteren unterschiedlichen Ansätzen und Arten von Yoga. Hier einige Anhaltspunkte, die helfen, den richtigen Lehrer/Kurs zu finden:

  • Erzählen Sie Ihren Freunden und Bekannten von Ihrer Absicht, Yogaunterricht nehmen zu wollen. Vielleicht kann Ihnen jemand einen Hinweis oder eine Empfehlung geben.
  • Fragen Sie bei den einzelnen Yogalehrer-Verbänden nach Adressen von Lehrern und Schulen in Ihrer Umgebung.
  • Einrichtungen wie Volkshochschulen, Kneipp-Vereine, Sportvereine, Fitnesscenter bieten Yoga-Unterricht an (Erkundigen Sie sich vor dem Unterricht nach der Qualifikation des Lehrers.)
  • Im Internet sind die meisten Traditionen und Schulen gut vertreten. Eine Suche lohnt sich.
  • Viele Naturkostgeschäfte oder esoterische Buchhandlungen haben ein schwarzes Brett oder Infomaterial ausliegen und geben gerne Auskunft.
  • Durchforsten Sie die spirituellen Magazine nach Informationen und Veranstaltungen.

Die folgenden Richtlinien sollen dabei helfen, Ihre Auswahl weiter einzugrenzen. Zögern Sie nicht, Ihren zukünftigen Lehrer mit Fragen zu löchern (z.B.  nach Art, Dauer und Abschluss seiner Ausbildung); erkundigen Sie sich ruhig nach der Lehrertradition, in der er steht, oder wie viel Zeit er täglich mit seiner eigenen Yogapraxis verbringt. Verleihen Sie etwaigen Bedenken ihren Ausdruck, wenn Sie aufgrund einer Verletzung oder Krankheit einer speziellen Herangehensweise bedürfen. Erkundigen Sie sich besonders nach dem Yogastil, der gelehrt wird. Einige Yoga-Arten wie z.B. der sogenannte „Power-Yoga“ erfordern sportliche Fitness und sind körperlich sehr anspruchsvoll. Wenn Ihnen der Stil einer Schule nicht bekannt ist, zögern Sie nicht, sich eine umfassende Erklärung geben zu lassen. Erkundigen Sie sich auch nach der Teilnehmerzahl einer Klasse (vermeiden Sie allzu große Klassen) und wieviel Aufmerksamkeit Sie erwarten können.

Lassen Sie die Räumlichkeiten der Schule auf sich wirken und spüren Sie nach, ob Sie sich darin wohlfühlen.

  • Wenn möglich, gehen Sie in die Klasse hinein und bekommen Sie ein intuitives Gefühl der dort praktizierenden Schüler.
  • Beachten Sie, ob die Verantwortlichen Ihnen ein Gefühl des Willkommenseins entgegenbringen.
  • Sollten Sie noch ein Anfänger sein, sehen Sie sich  idealerweise nach einem Anfängerkurs um. Sie werden sich dort besser aufgehoben fühlen und sich nicht von fortgeschrittenen Schülern eingeschüchtert empfinden, die schwierige Yogahaltungen mit Leichtigkeit und Eleganz ausführen können.

Sollte ich Gruppen- oder Einzelunterricht nehmen?

Die meisten Leute starten mit einem Gruppenkurs; einerseits wegen der niedrigeren Kosten und andererseits wegen des motivierenden Antriebs, der meist in einer Gruppe entsteht. Können Sie sich jedoch private Stunden leisten, kann dies natürlich wegen der besonderen Aufmerksamkeit, die man erfährt, sehr förderlich sein. Es liegt ganz an ihnen, wofür Sie sich entscheiden.

Was kann ich tun, wenn es mir nicht möglich ist, Yoga-Unterricht zu nehmen?

Aus welchen Gründen es Ihnen auch immer verwehrt sein mag, einen Lehrer aufzusuchen, es gibt nach wie vor verschiedene Möglichkeiten, die yogische Reise zu beginnen: Bücher, Magazine, Videos, Audiokassetten, Internet und Fernsehen. Manche Schulen oder Yogatraditionen bieten sogar Fernkurse an, wobei Sie in regelmäßigen Abständen Lehrmaterial zugesandt bekommen.

Viele Menschen, die keinen Lehrer haben, bevorzugen mit einem Video zu arbeiten, wenn es um das Erlernen von Yogahaltungen geht. Jedoch sollten Sie, nachdem die Abfolge der Haltungen einmal verinnerlicht wurde, nicht mehr auf den Bildschirm sehen, sondern nur noch der Stimme des Übungsleiters folgen.
Yoga betont die Erschließung der Innenwelten, wendet also die Aufmerksamkeit von Äußerlichkeiten ab. Ein Videoband zu betrachten, würde diesen Prozess stören.

Es gibt so viele verschiedene spirituelle Wege; wie kann ich herausfinden, welcher für mich der richtige ist?

Die verschiedenen spirituellen Richtungen liefern uns eine Anleitung über die unterschiedlichen Möglichkeiten, den Geist zu transzendieren. Spirituelle Traditionen, die bedingungslose Nächstenliebe betonen, sollten besondere Beachtung finden. Schon zu oft wurde der Begriff  „spirituell“ für etwas anderes als bedingungslose Liebe benutzt. Ein spiritueller Weg kann verschiedene moralische Prinzipien, Disziplinen und Glaubenssysteme verordnen. Obwohl im Grunde nicht wesentlich, so sind diese doch für gewöhnlich notwendig, die von Karma geprägten Neigungen unseres Geistes zu überwinden. Um eine wirklich weise Entscheidung treffen zu können, sollte man zuallererst den Nutzen, den ein bestimmter spiritueller Weg verspricht, an sich selbst erfahren haben.

Obgleich man, ähnlich einem Wissenschaftler, immer offen sein sollte, etwas zu lernen oder auch Experimente zu machen, ist ein gesunder Skeptizismus von unschätzbarem Wert. Achten Sie darauf, dass alle Ihre Fragen mit großem Respekt behandelt werden, auch wenn es vorkommen kann, dass Sie nicht sogleich eine Antwort erhalten. Spirituelle Gruppierungen, die Angst, Schuld und Manipulation verwenden oder sich allzu sehr von anderen spirituellen Traditionen abgrenzen, um ihre Anhänger bei der Stange zu halten, sollte man meiden.Anzeige