Zusammenfassung der Wirkungen von Ujjayi

  • Vertiefung der Atmung im gesamten Brustraum mit besonderer Stärkung der Bauchatmung
  • Verfeinerung der Atmung
  • hervorragende Methode der Atembeobachtung
  • Reinigung der Atemwege im Kehlraum
  • verbesserte Durchblutung des Kehlraums
  • Kräftigung des Zwerchfells (gut bei Zwerchfellbrüchen und Asthma)
  • tonisiert den Organismus durch die Vertiefung der Atmung und eine leichte Anregung der Schilddrüse

Wann sollte Ujjayi nicht geübt werden:

  • bei hoch entzündlichen Prozessen im Kehl- und Rachenraum (schwere Halsentzündung, Kehlkopfentzündung)
  • bei schwerer Heiserkeit; bei leichter Heiserkeit vorsichtig und extra sanft üben
  • bei bereits geschädigten Stimmbändern (z.B. durch Knötchenbildung)
  • bei deutlicher Schilddrüsen-Überfunktion
  • Für das Halten der Atempause gelten u.a. folgende Gegenanzeigen:
  • stark erhöhter Blutdruck
  • stark erhöhter Augeninnendruck
  • stark erhöhte Schilddrüsenfunktion
  • Tinnitus
  • Asthma und Lungenemphysem

Der Quellentext
„Man atme langsam mit geschlossenem Mund durch beide Nasengänge ein, so dass die Luft reibend zwischen Kehle und Brust entlang streicht und dabei ein Ton entsteht.
Wie im vorangegangenen pranayama (d.i. surya bhedhana) halte man wieder kumbhaka, dann atme man durch das linke Nasenloch aus. Dadurch unterdrückt man die Krankheiten des shleshman (Schleim), die ihren Sitz im Hals haben und regt das Verdauungsfeuer an. Es beseitigt Störungen in den nadis, wirkt gegen Wassersucht und alle Krankheiten, die die dhatus betreffen. Dieses kumbhaka, das ujjayi genannt wird, kann selbst im Stehen und Gehen geübt werden.“ (HYP, 2.Kapitel, Verse 51 – 53) 

Ujjayi Pranayama – Die Technik
a) ohne Atempause

  • Kommen Sie in einen aufrechten und bequemen Sitz Ihrer Wahl.
  • Sprechen Sie einige Worte mit Flüsterstimme. Dann lassen Sie einige Male flüsternd den Laut »haaa« beim Ausatmen und beim Einatmen ertönen. Lauschen Sie diesem Hauchlaut, der entsteht, wenn die Atemluft an der verengten Stimmritze reibend entlang strömt.
  • Schließen Sie dann den Mund und atmen Sie weiter mit dem Reibelaut. Lassen Sie Ihren Mundraum jedoch ganz geräumig und weit, damit sich der Ton entfalten kann.
  • Entspannen Sie nach und nach Ihren Atem immer mehr, so dass der Ton allmählich so leise wird, dass nur noch Sie selber ihn innerlich hören können.
  • Fahren Sie ca. 5 Minuten fort mit Ujjayi zu atmen und lauschen Sie dem ruhigen, fließenden Reibelaut Ihres Atems. Beobachten Sie, wie sich Ihr Atem vertieft, während sich gleichzeitig Ihr Geist entspannt und zunehmend ruhiger wird.
  • Bleiben Sie nach Beendigung der Ujjayi-Atmung noch etwas sitzen und lauschen Sie dem Kommen und Gehen Ihres Atems.

b) mit Atempausen

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  • Atmen Sie mit Ujjayi langsam und tief ein. Heben sie die oberen Rippen so weit wie möglich, ohne sich dabei anzustrengen.
  • Senken Sie das Kinn Richtung Brustbein. Setzen Sie den Kehlverschluss (jalandhara bandha) oder deuten Sie ihn an und verweilen Sie entsprechend Ihrer Möglichkeiten in der Pause in der Atemfülle.
  • Sobald der innere Druck unangenehm zu werden beginnt, lösen Sie den Kehlverschluss und lassen Sie den Atem mit Ujjayi langsam ausströmen.
  • Verweilen Sie eine kurze Zeit in einer Pause nach der Ausatmung.
  • Fahren Sie auf diese Weise fort und dehnen Sie die Dauer der Atempausen allmählich achtsam aus.

Aus diesen beiden Formen der Ujjayi-Atmung lassen sich insgesamt 10 Varianten des Ujjayi erschließen.

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