In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Warum setzt sich im Westen beim Pranayama vor allem der Dirgha-Ansatz (wenige lange Atemzüge) statt des Sukshma-Pranayama (viele kurze Atemzüge) durch, obwohl er – so legt es unser Autor hier dar – recht inadäquat für den hiesigen Yogapraktizierenden ist? Tasmin sati shvasa prashvasayor gati vichchhedah pranayamah. Bhaya abhyantara stambha vrtti desha kala shamkhyabhi paridrshto dirgha sukshmah. Bhaya abhyantara vishayakshepi chaturthah. Tatah kshiyate prakasha avaranam. Dharanasu cha yogyata manasah. (Yoga-Sutra II.48–52) Wenn sich Asana etabliert hat (tasmin sati), ist Pranayama sowohl die Reduktion als auch die Auflösung der respirativen Bewegung (shvasa prashvasayor gati vichedah). Dies geschieht auf drei Arten: mit oder nach der Einatmung, mit oder nach der Ausatmung und mit oder durch das Atemhalten (bhaya abhyantara stambha vrtti). Wo, wie lange und wie oft dies geschieht (desha kala shamkhyabhi) zeigt (paridrshto), ob es sich um einen langen (dirgha) oder subtilen (sukshma) Ansatz handelt. Wenn der Atem innerlich und äußerlich ununterscheidbar wird (bhaya abhyantara vishaya akshepi), handelt es sich um die vierte Art (chaturtha). Dann stehen wir unverhüllt im eigenen Licht (tatah kshiyate prakasha avaranam), und es entsteht die Kraft des konzentrativen Denkens (dharanasu cha yogyata manasaha). Lang und subtil In den diversen Übersetzungen der Yoga-Sutren gibt es eine bemerkenswerte Variante beim Pranayama-Sutra II.50. Mal heißt es, dass die spezifische Praxis, also die Art und Weise, wo, wie lange und wie oft ich meinen Pranayama mache, lang und subtil wird; und mal heißt es, dass die Praxis selbst entweder lang oder subtil ist. Also entweder wird durch Übung meine Praxis immer länger und subtiler oder die Praxis selbst hat zwei Varianten: eine mächtige und eine subtile. Ist es die Praxis selbst, die sich verlängert und verfeinert, oder sind es zwei Arten von Praxis (zwei Seiten der Medaille) – eine mächtig und die andere fein –, um die es hier geht? Ersteres ist eigentlich […]

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