Möchten Sie auch gern Ihr Energieniveau anheben? Mit der yogischen „Blasebalg-Atmung“, sind Sie am Morgen frisch und fit, das nachmittägliche Tief verwandelt sich in ein Hoch und ein loderndes Verdauungsfeuer kümmert sich um Ihre Essensreste. Mit nur wenigen Minuten Bhastrika ist’s möglich.
Wir beginnen mit der Vorbereitung. Die Körper-Haltung ist bei Bhastrika, wie überhaupt bei allen Atemübungen, von entscheidender Bedeutung. Tragen Sie bequeme Kleidung, damit die rhythmische Bewegung des Unterbauchs nicht behindert wird, und sitzen Sie aufrecht. Falls Sie nur leicht zusammensinken, stört das bereits die aktive Atmung.

Überprüfen Sie das ruhig einmal: Setzen Sie sich aufrecht hin und atmen Sie ein paar mal kräftig aus und ein. Dann lassen Sie sich etwas nach vorne sinken und atmen wieder. Sie werden feststellen, dass Ihr Einatmen jetzt angestrengter ist und sich Ihr Oberkörper jedes mal leicht anhebt. Ihre Ausatmung ist passiver und sogar leicht gepresst, und Sie neigen dazu, am Ende jeder Ausatmung den Atem anzuhalten. Wir wollen uns nun diese Atmung in aufrechter Sitzhaltung näher ansehen.

Einatmung
Obgleich viele Menschen den Brustmuskel beim Einatmen benutzen, ist es im allgemeinen gesünder und wirkungsvoller, das Zwerchfell bewusst einzusetzen. Dieses ist etwa wie ein Schirm geformt, dessen Rand an den Rippenenden befestigt ist und dessen Wölbung sich nach oben ausdehnt. Herz und Lunge liegen direkt darüber; Organe im Bauchraum, wie Leber, Magen und Milz, sitzen darunter. Während der Einatmung verkürzen sich die Muskelfasern des Zwerchfells, was die Schirmwölbung beckenwärts treibt, Luft in die Lunge zieht und den Unterbauch zur Ausdehnung veranlasst.

Ausatmung
Die Ausatmung kann passiv stattfinden, wenn den Muskeln, die die Lungenflügel geweitet halten (d.h. die Zwerchfell- oder die Brustmuskeln), erlaubt wird, sich zu entspannen. Jedoch kann diese partielle Ausatmung unsere Lungen nicht wirkungsvoll entleeren. Um eine wirkliche Entleerung zu erreichen, muss jedes Ausatmen aktiv vollzogen werden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, was das bedeutet, dann spitzen Sie doch jetzt einmal ihre Lippen und pressen die Luft hindurch, als würden Sie einen Ballon aufblasen.

Wie Sie bemerken, müssen Sie dazu die Bauchmuskulatur anspannen. Die Ausatmung unter aktiver Kontraktion der Bauchmuskeln befreit die Lungen von Luft, die bei normaler entspannter Atmung gewöhnlich darin verbleibt. Die Blasebalg-Atmung besteht aus einer schnellen Folge von kurzen, aktiven Ein- und Ausatmungen, wie eben beschrieben. In den meisten Büchern kann man lesen, dass der Mensch durchschnittlich 12–15 mal pro Minute atmet. Wenn Sie jedoch Leute beobachten, die normal atmen, werden Sie feststellen, dass es eine Variationsbreite von 6–30 Atemzügen pro Minute gibt.

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Wir wollen uns nun einen Anfangstakt für die Blasebalg-Atmung vornehmen. Prüfen Sie Ihre Atemgeschwindigkeit mit einem Sekundenzeiger und pendeln Sie sie auf 20 Atemzüge pro Minute ein, d.h. alle drei Sekunden einen Atemzug. Schauen Sie so lange auf den Sekundenzeiger, bis die Atmung für Sie angenehm ist. Stellen Sie als nächstes fest, wie Sie atmen.

Die Blasebalg-Atmung verlangt eine tiefe Zwerchfellatmung mit betonter Auswärtsbewegung des Bauches beim Einatmen, und seiner aktiven Kontraktion beim Ausatmen. Eine Bewegung der Brust, oder das Anheben der Schultern sollte vermieden werden.

Legen Sie gleiches Gewicht auf die Ein-, wie auf die Ausatmung, beide etwa 1 Sekunde lang. Nehmen Sie wahr, wie das Zwerchfell und die Bauchmuskeln im Einklang arbeiten, fast wie Kolben: das eine zieht sich zusammen, während die anderen sich entspannen. Atmen Sie in einem sanften und ruhigen Rhythmus. Sollten Ihre Nasenöffnungen verstopft sein, können diese durch eine  Nasenspülung befreit werden.

Atmen Sie drei bis fünf Minuten lang gleichmäßig mit 20 Atemzügen pro Minute. Wichtig ist, dass Sie sich dabei wohl fühlen. Wenn Sie das Bedürfnis empfinden, nach ein paar Minuten einmal tiefer einzuatmen, so tun Sie es und gleichen danach Ihren Rhythmus wieder an.

Beschleunigung
Beobachten Sie jetzt, was passiert, wenn Sie den Rhythmus beschleunigen. Bringen Sie zuerst den Atem in einen Takt von 30 Einatmungen pro Minute, d.h. jeweils  eine Ein- und eine Ausatmung pro Sekunde. Fällt Ihnen das leicht, dann beschleunigen Sie auf 60 Einatmungen pro Minute und verdoppeln Sie, wenn möglich, auf 120 Atemzüge pro Minute. Ihre Atmung wird bei diesen schnellen Taktfolgen flacher.

Denken Sie daran, sowohl dem Ein-, wie auch dem Ausatmen gleiche Bedeutung beizumessen. Falls Sie die koordinierende Kontrolle über die beiden gegenläufigen respiratorischen Muskelgruppen (das Zwerchfell und die Bauchmuskeln) verlieren, machen Sie langsamer und beginnen Sie erneut.

Wenn Sie einmal bei 120 Atemzüge pro Minute angelangt sind, dann üben Sie diese Atmung mindestens eine Woche lang, um kontrolliert vorgehen zu können. Wenn es Ihnen zu viel wird, machen Sie eine Pause.

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