Klinische Studien

Asthma und Verstopfung der Nase (Rhinitis) sind so betrachtet also keine Krankheiten, sondern eine Notfallmaßnahme eines Körpers, der meist unbemerkt – verursacht durch Stress oder andere Faktoren – zu viel atmet. Befolgt man diese körperlichen Signale und atmet entsprechend weniger, hören die Beschwerden auf. Stellt man seine Atmung dauerhaft um auf ein normales Maß, treten die Beschwerden kaum noch oder gar nicht mehr auf.

Die Erfahrungen in Australien zeigen, dass Ärzte und die pharmazeutische Industrie der Buteyko-Theorie mit erheblicher Skepsis begegnen, auch wenn sie medizinisch-wissenschaftlich ausreichend belegt ist und begründet werden kann. Bisher gibt es nur wenige Ansätze der Schulmedizin, diese Sichtweise zu prüfen. Ein Schritt in diese Richtung war eine vor 10 Jahren in Brisbane, Australien, durchgeführte klinische Untersuchung mit 40 Menschen, die seit langem an schwerem Asthma litten. Diese Untersuchung belegte mit hoher statistischer Signifikanz, dass eine Umstellung ihrer Atemweise den Asthmatikern nach einigen Wochen des Übens eine Reduzierung ihrer Notfallsprays um durchschnittlich 90% und ihrer vorbeugenden Medikamente (Cortison) um 50% ermöglicht. Weitere Studien werden z. Zt. in England durchgeführt.

Es werden wahrscheinlich diejenigen Menschen sein, denen diese Methode hilft, die schließlich ihre Ärzte bewegen werden, in anderer Weise als bisher auf Erkrankungen der Atemwege zu schauen.

Die Bedeutung von Kohlendioxid (CO2)
Entgegen der landläufigen Meinung ist CO2 keineswegs nur ein Abfallprodukt, das bei der Umsetzung des Sauerstoffs in Energie anfällt. In der Tat spielt es eine wichtige Rolle im Körper, z. B. als Puffer im Säure-Basen-Haushalt und bei der Entspannung der glatten Muskulatur. Eine genügend hohe Konzentration davon in der Lunge und im Blut ist lebensnotwendig. Der normale CO2-Wert von 40 mm Hg im Blut (Partialdruck) darf nicht zu weit unterschritten werden.

Ein zu niedriger CO2-Gehalt (Hypokapnie) schränkt die Fähigkeit der roten Blutkörperchen ein, Sauerstoff an die Zellen abzugeben. Dies ist als Bohr-Effekt seit 1904 bekannt. Chronischer CO2-Mangel hat außerdem schädigende Auswirkungen auf nahezu alle körperlichen Vorgänge, führt zu einer geringeren Produktion des körpereigenen Cortisons (Kortisol) und schwächt so das Immunsystem. Das allgemeine Erkrankungsrisiko steigt. Auch die bei Asthmatikern regelmäßig zu findende Entzündung der Schleimhäute in den Lungen lässt sich darauf zurückführen.

Auch bei der Atemsteuerung spielt CO2 eine wichtige Rolle. Beim Gesunden enthält die Luft in der Lunge etwa 6% CO2 gegenüber 0,03% in der uns umgebenden Atmosphäre. Dieses Niveau ist für unsere Gesundheit notwendig und wird normalerweise durch Regelung der Atemfrequenz und Atemtiefe aufrechterhalten.. Sinkt der CO2-Wert unter 3%, funktioniert der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr. Die Atemsteuerung orientiert sich in erster Linie am CO2-Gehalt des Körpers und vertieft oder beschleunigt z. B. die Atmung, wenn der CO2-Wert zu hoch ist. Es ist also in der Regel nicht der Bedarf an Sauerstoff, der eine Einatmung auslöst, sondern der Überschuss an CO2. Erst im Notfall, bei tatsächlichem Sauerstoffmangel, tritt die Notwendigkeit der Versorgung mit Sauerstoff an erste Stelle, und verstärktes Atmen wird ausgelöst.

Wie kommt es zur Hyperventilation?
Normalerweise ist es die Aufgabe der Atmung, den CO2-Stand im Körper zu regulieren und uns mit Sauerstoff zu versorgen. Bei körperlicher Anstrengung zum Beispiel wird in den Muskeln Sauerstoff in Energie umgesetzt und CO2 fällt vermehrt als “Abfallprodukt” an. Deshalb atmen wir in diesem Fall mehr, auch um den Sauerstoffbedarf zu decken, aber vor allem um den CO2-Überschuss loszuwerden.

Bei einem ruhig ausgeführten Atemzug nehmen wir etwa 0,5 Liter Luft auf. Pro Minute atmen wir in Ruhe 12 bis 14mal, setzen als 6 bis 7 Liter Luft um. Das nennt man das “Atemminutenvolumen”. Liegt der Luftumsatz höher als physiologisch notwendig, spricht man von Hyperventilation. Deren wesentlicher Effekt ist nicht die Zunahme des Sauerstoffs im Blut, sondern die Abnahme von Kohlendioxid. Nach Ansicht vieler Mediziner ist das chronische Hyperventilationssyndrom (CHVS) weit verbreitet.
Symptome sind Schwindel, Brustschmerzen, kalte Hände und Füße sowie verschiedene psychische Beschwerden: Müdigkeit, Schlappheit, Schläfrigkeit, Wetterfühligkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Angespanntheit, ängstliche oder depressive Symptomatik. Der wesentliche Faktor, der uns zu viel atmen lässt, ist Stress. Bei jeder Form von Belastung oder Bedrohung schüttet der Körper Hormone aus, die unter anderem auch die Atmung anregen. Des Weiteren kann ein verstärktes Atmen hervorgerufen werden durch:

  • zuviel essen.
  • viel reden (eventuell beruflich bedingt).
  • tierisches Eiweiß, Alkohol.
  • Mineralstoffmangel oder -überschüsse, Übersäuerung.
  • die Ansicht, tief atmen sei gesund.
  • zu warme Kleidung.

Eine sehr informative Erläuterung des Phänomens Hyperventilation und seiner Folgen findet man auf der Internetseite des österreichischen Psychologen und Psychotherapeuten Dr. Hans Morschitzky.
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1 Kommentar

  1. Professor Buteykos Asthmamethode.
    Heilatmung nach Buteyko gegen Asthma. So nah am Ziel vorbei.

    Gemäß einigen Videos der Buteykomethode wird ein Gesichtsteil mit einem Finger berührt bzw. gehalten. Das ist bei den maßgeblichen Videos https://www.youtube.com/watch?v=G9oP_Xm-5_c und https://www.youtube.com/watch?v=m4-I_qv2ZjM“ der Fall. Ein Finger wird an der Nase gehalten, so dass durch den Reflexbogen GV26 die Einatmung gesteigert wird. Siehe Video „Gach gv26“ im Netz. Auf den kürzesten Nenner gebracht, will das heißen, dass ein Teil der Methode nach Professor Buteyko auf ununterbrochener Fingerakupressur beruht, die keineswegs ein Teil der Atmung sein kann.
    Stattdessen wäre bei Asthma der Ansatz nach Frau A.N.Streklnikova zu empfehlen, bei dem laut durch die Nase eingeatmet wird und durch Reflexbogen die Atemwege entspannt. https://www.youtube.com/watch?v=QZYsmPE9dHc.. Immerwährende Fummelei am Gesicht entfällt.

    Bei der Methode nach Professor Buteyko ist eine Verminderung der asthmatischen Mehratmung ein Ziel. Das wurde aber schon durch Dr. med.Moritz Saenger aus Magdeburg Anfang des letzten Jahrhunderts vorgeschlagen. Nach Dr. Saenger soll der Asthmatiker weniger atmen als er für nötig hielt.

    Soweit erkennbar wollte Dr. Saenger, anders als Professor Buteyko nicht aus der Not (zu viel Kohlendioxid) eine Tugend machen.

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