Seit vierzehn Jahren schreibt Wolfgang Bischoff zu jedem Vollmond einen kontemplativen Text. Er lädt Menschen weltweit dazu ein, sich von 21 bis 22 Uhr der jeweiligen Ortszeit aufrecht und bequem in eine Meditationshaltung zu begeben, still zu werden, den Text zu lesen und auf sich wirken zu lassen und dann mit der persönlichen Meditationsübung zu beginnen.

Vollmond am 24.7.

 Es ist Guru Purnima.

An diesem Tag wird die Kraft der Geistigen Welt verherrlicht, die uns Menschen beschützt, begleitet und unterstützt und uns so häufig auf ganz unerwartete Weise zu Erkenntnissen über unser Dasein führt. Sie führt uns von der Dunkelheit ans Licht, von der Unwissenheit zur Weisheit und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Die Verehrung dieser Geistigen Kraft ist etwas ganz Besonderes. Kein Mensch sollte so verehrt werden, denn kein Mensch stellt diese Kraft dar. Es ist die Kraft, die uns unser Lebenscurriculum beschert, die schönen wie auch die schmerzlichen Erlebnisse und Lebensereignisse. Aus ihnen gewinnen wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse über unseren Lebensauftrag, mit dem wir auf diese Welt gekommen sind. Bewusst kann uns dieser Zusammenhang werden, wenn wir uns täglich zurückziehen und uns für eine überschaubare Zeit in die stille Betrachtung unseres Seins begeben. Aus dieser Stille heraus kann sich uns unser Lebensauftrag zu erkennen geben, und wir können uns Maßnahmen überlegen, wie wir ihm gerecht werden können.

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Zur Vorbereitung auf diese Stille dient das Empfinden von Verehrung, Demut und Dankbarkeit.

Wähl dir eine Seele aus, der gegenüber du Verehrung empfinden kannst, und kultiviere dieses Gefühl in deinem Herzen. Dann stell dir Naturereignisse vor, die dich in Demut vor der Kraft des Lebens erzittern lassen. Und schließlich denk an ein Ereignis des vergangenen Tages, für das du dankbar sein kannst, dass du es erleben durftest.

Dann gestalte einen spirituellen Freundeskreis von acht bis zehn Personen um dich und lern, dich zuhörend und verstehend emphatisch mit den anderen auszutauschen.

Mit dieser Vorbereitung bezüglich deiner inneren Haltungen und deines sozialen Engagements beginn deine Seelenpflege, indem du an die Yamas und Niyamas (die Verhaltensvorschläge im Umgang mit anderen Menschen und im Umgang mit dir selbst) denkst. Nimm dir einen dieser Vorschläge pro Woche vor und übe ihn, so aufrichtig du kannst. Jetzt kann Meditation wie eine Gnade in dir entstehen; die stille Konzentration auf einen heiligen, heilenden Klang, der dir den Kontakt zur Geistigen Welt vermittelt. Alles, was für dein Leben von Bedeutung ist, kann nun auf dich zukommen, und du wirst in der Lage sein, es wahrzunehmen. Mit Verehrung, Demut und Dankbarkeit in deinem Herzen der Geistigen Kraft der Geistigen Welt gegenüber kannst du dann deine Übung beenden. So kann Guru Purnima zu einem inneren Fest werden. Ich wünsche euch allen eine wunderschöne, stille Stunde von 21 bis 22 Uhr.

 

Jetzt schon vormerken: Einen Beitrag zum August-Vollmond findest du in der 129. Ausgabe von YOGA AKTUELL.

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Wer die Texte zu jedem Vollmond geschickt bekommen möchte, kann sich beim Himalaya Institut e.V. unter www.himalaya-institut.de/service/newsletter/ dafür eintragen.

 

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