In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Jede Yoga-Übung ist der Ausdruck einer Bildgestalt. Über die Symbolik und Bedeutung der Asanas. Diesmal: Salamba Sarvangasana – der Schulterstand mit Unterstützung
Salamba bedeutet „mit Unterstützung“, Sarvanga („sarva-anga“) bezeichnet den ganzen Körper.

Sarvangasana gilt als die Königin aller Asanas. Wie eine Mutter, die sich für das Glück ihrer Kinder einsetzt, strebt die „Mutter der Asanas“ nach Frieden und Gesundheit des Körpers. Sarvangasana wirkt, wie der Name schon andeutet, auf den gesamten Organismus. Es stärkt weibliche Qualitäten wie Sanftheit, Geduld und emotionale Stabilität.

Wenn das Unterste nach oben gekehrt wird, wie in der Position des Schulterstandes, dreht sich die gewohnte Perspektive um. Sarvangasana lehrt den Schüler, sich von seiner Starrheit zu befreien und Hingabe zu praktizieren. Wenn sich der Körper aus der Position löst, fühlt es sich tatsächlich so an, als würde eine Last von den Schultern abfallen. Im übertragenen Sinne kann man sich dabei fragen: Was in meinem Leben würde ich gerne weicher werden lassen oder ganz loslassen?

Für die Ausführung des Asana sind Flexibilität im Hals- und Nackenbereich notwendig. Der Hals gilt als Sitz des Eigenwillens, und die Schultern sind Träger von Verantwortung, Schmerz oder Verlust. Was zu viel ist oder was zu starr ist, setzt sich im Schulter- und Nackenbereich fest. Der Schulterstand erfordert das Nachgeben des Willens, das Weichwerden und die Hingabe an das Höhere.

Der Schulterstand wird manchmal auch als „Die Kerze“ bezeichnet. Das ist ein schönes Sinnbild für die Flamme im Herzen, die zu jeder Zeit leuchtet und alles verbrennen kann, was im Nacken oder auf den Schultern festsitzt.

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Wirkungen:

•    Wirkt auf den gesamten Organismus.
•    Lindert Atembeschwerden, Asthma, Bronchitis Erkältungen und Halsschmerzen.
•    Vertreibt Lustlosigkeit.
•    Hilfreich bei Menstruationsbeschwerden.
•    Beruhigt das Nervensystem.
•    Harmonisiert die Schilddrüse.
•    Stärkt den Nacken.
•    Verbessert den Schlaf.
•    Schenkt Frieden, Kraft und Lebensfreude.
•    Bringt Stärkung nach langer Krankheit.
•    Hilft zur Vorbeugung chronischer Krankheiten und erhält die Gesundheit.

Anleitung zur Ausführung von Salamba Sarvangasana in 10 Schritten:

  1. Ausgangsposition ist die Rückenlage.
  2. Die Schultern entspannen sich zum Boden hin. Kopf und Nacken bilden eine Linie mit der Wirbelsäule.
  3. Beugen Sie beim Ausatmen die Knie über die Brust.
  4. Drücken Sie die Hände gegen den Boden und heben Sie mit leichtem Schwung die Taille und die Hüften an, so dass die gebeugten Knie nach hinten über den Kopf hinaus kommen.
  5. Heben Sie die Hüften und Oberschenkel noch weiter an und unterstützen Sie den Rücken mit den Händen.
  6. Der Körper steht jetzt von den Schultern bis zu den Knien senkrecht zum Boden. Das obere Ende des Brustbeines berührt das Kinn.
  7. Halten Sie die Hände auf Nierenhöhe am Rücken, die Ellbogen nicht mehr als schulterweit auseinander.
  8. Steißbein und Lendenwirbelsäule sind eingezogen.
  9. Strecken Sie die Beine zur Decke hoch und den ganzen Körper bis zu den Zehen.
  10. Bleiben Sie ein paar Atemzüge in der Stellung.

Vorsicht bei Schulter- und Nackenproblemen und Bandscheibenvorfällen. In vielen Yogaschulen wird zudem empfohlen, während der Menstruation keine Umkehrhaltungen zu praktizieren.

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