Wir können überall praktizieren. Auf der Matte, in der U-Bahn und im Büro. Es sind die kleinen Taten, die uns zu einer großen Yogini oder einem mitfühlenden Buddha machen. 3 wertvolle Tipps verhelfen dir zu mehr Entspannung und gutem Karma.

1. Kleine Taten zählen viel – werde aktiv

„Du wirst ernten, was du säst; Auf deinen Feldern wächst, was du auf ihnen gepflanzt hast“, lehrte Buddha seine Schüler und wies darauf hin, dass es die Taten sind, die zählen. Egal, in welcher beruflichen Position du dich befindest, ob du als Sekretärin arbeitest oder ein Unternehmen leitest, ob du alleine in einem kleinen Büro wirkst oder dein Büro mit vielen anderen Menschen teilst: Wenn du ein wenig Achtsamkeit, eine Prise Ehrlichkeit, etwas Mitgefühl für alle Wesen und eine Portion Dankbarkeit in deinen Alltag integrierst, wird sich dies auf dein Arbeitsumfeld auswirken – und du wirst nach und nach zu innerer Zufriedenheit finden.

So geht’s: Nimm dir – bevor du heute mit deiner Arbeit beginnst – ein paar Minuten Zeit, um dir Klarheit darüber zu verschaffen, wie genau du achtsames Handeln und Reden heute in deinen Arbeitstag integrieren willst, anstatt eilig und auf „Autopilot“ dort tätig zu sein. Überlege dir am besten einen bestimmten Zeitraum, wie etwa eine Stunde am Tag oder eine konkrete Situation wie eine Besprechung oder die Mittagspause, in der du den Menschen in deinem Arbeitsumfeld geduldiger, verständnisvoller und achtsamer begegnen möchtest. Der Wunsch, durch dein Wirken eine entspannte, achtsame und freundliche Atmosphäre an deinem Arbeitsplatz zu schaffen, wird den Boden für mehr Freude und weniger Stress schaffen.

Überfordere dich mit deinen Absichten und Vorsätzen nicht. Manchmal ist es sinnvoller, einen kleinen konsequenten Schritt zu machen, anstatt große Pläne zur Rettung der Welt zu schmieden, diese aber nicht durchführen zu können.

2. Mache deine Feinde zu deinen Freunden

Die innere Haltung, mit der wir unserer Umwelt begegnen, hat im Buddhismus eine zentrale Rolle. Wir sollten uns bewusst werden, dass sich unsere Gedanken darauf auswirken, wie wir sprechen und was wir sagen. Wenn du erkennst, von welchen Gedanken und welcher inneren Haltung deine Sprache geformt ist, wirst du realisieren, dass sie deine Beziehungen und Handlungen maßgeblich beeinflussen. Je positiver deine Grundhaltung deinem Arbeitsumfeld und natürlich auch deinem privaten Umfeld gegenüber ist, desto konstruktiver, achtsamer und angenehmer wird deine Ausdrucksform sein.

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So geht’s: Übe dich darin, deinen Vorgesetzten oder deinen Kollegen und Kolleginnen nicht als Gegner, sondern als deine Gefährten in deinem Team zu betrachten. Mache dir bewusst, dass du mehr Zufriedenheit und Momente des Glücks finden wirst, wenn du mit anderen an einem Strang ziehst, anstatt mit ihnen zu opponieren. Setze Worte konstruktiv ein. Sprich nach Möglichkeit aus dem Bewusstsein heraus, dass deine Zufriedenheit, dein Glück und dein Erfolg maßgeblich mit dem Glück der anderen verknüpft sind.

Vermeide nach Möglichkeit Zynismus, Sarkasmus oder flapsige Sprüche. Selbst wenn du etwas „nicht so meinst“, können diese Formulierungen missverstanden werden.

3. Tue einfach mal nichts

Der Wunsch, permanent glücklich, erfolgreich und gesund zu sein, wohnt allen Menschen inne. Dieser Wunsch hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Denn, so hatte Buddha realisiert: „Alles ist vergänglich.“ Darum ist es wichtig, dass wir uns immer wieder für die Realität des Lebens in ihrer Gesamtheit öffnen. Das heißt, dass wir bereit sind zu sehen, dass die Welt Schmerz und Glück umfasst. Wenn wir erkennen, dass es Leid gibt sowie dass es eine Ursache für das Leid gibt und die Möglichkeit besteht, es zu beenden, sind wir nicht mehr getrieben.

So geht’s: Nimm dir diese Woche jeden Tag zehn Minuten Zeit. Schließe während dieser Minuten deine Augen und versuche, dich über die Atmung mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Wahrscheinlich werden früher oder später Gedanken auftauchen, die mit Wünschen, Kämpfen, Anhaften oder Ablehnung zu tun haben. Nimm diese nur wahr, ohne sie verändern zu wollen. Beobachte einfach, was in deinem Geist auftaucht. Tue nichts damit. Dies wird als „Nicht-Tun“ bezeichnet und ist wohl eine der größten Herausforderungen, die es gibt. Denn nur allzu sehr haben wir die Tendenz, etwas mit Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen, die auftauchen, tun zu wollen. Versuche einfach, an nichts festzuhalten oder nichts zurückzuweisen. Wenn es doch dazu kommt, beobachte auch diese Tendenz wertfrei.

Mit etwas Praxis wirst du feststellen können, dass sowohl negative als auch positive Gedanken und Gefühle verschwinden werden.  

 

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

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