Die physiologischen Wirkungen von Umkehrhaltungen
Umkehrhaltungen verbessern nach dem Laplaceschen Gesetz die Dynamik von Flüssigkeiten. Die Muskeln und das Kreislaufsystem der Beine werden durch Umkehrstellungen von dem konstanten Druck der Schwerkraft entlastet. Die aufrechte Position des menschlichen Körpers macht ihn anfällig für die Bildung von Krampfadern, während Umkehrhaltungen wie zum Beispiel der Kopfstand diese verhindern.

Durch unseren Körper fließen aktiv fünf  Liter Blut pro Minute. Im Laufe der Jahre wird besonders die optimale Durchblutung des Gehirns immer wichtiger. Die Praxis von Umkehrhaltungen wie Kopf- und Schulterstand verhindert die Ermüdung der Gehirnzellen. Sie verringert Veränderungen, die zu einem Schlaganfall, Erkrankungen wie seniler Demens, spastischer Bulbärparalyse und Verkalkung der Gehirngefäße führen können. Die wohltuenden Wirkungen von Umkehrhaltungen entstehen entweder durch eine verstärkte Freisetzung von Glukose oder durch die verbesserte Durchblutungsdynamik im Gehirn, oder sie werden durch beide Mechanismen ausgelöst.

Die physiologischen Wirkungen von Vorwärtsbeugen
Vorwärtsbeugen strecken die Wirbelsäulenmuskeln, die Gelenke und die Bänder, die zwischen den Wirbeln verlaufen, und erhöhen die Durchblutung dieser Regionen. Die fast waagrechte Lage des Oberkörpers entspannt das sympathische Nervensystem und entlastet das Herz erheblich. Die Körpertemperatur wird gesenkt, möglicherweise durch die Wirkung der Vorwärtsbeugen auf den Hypothalamus. Außerdem vermindern sie den Stoffwechselbedarf. Die beruhigende Wirkung auf das sympathische Nervensystem führt zur Verringerung von Kopfschmerzen. Bei Vorwärtsbeugen sollte sich das Becken über die Köpfe der Oberschenkelknochen im Hüftgelenk nach vorne bewegen (Hüftbeugung). Die hinteren Oberschenkelmuskeln sind mit der Basis des Beckens, den Sitzknochen, verbunden. Bei einer Person mit steifen oder verkürzten hinteren Oberschenkelmuskeln kann sich das Becken nicht über das Hüftgelenk nach vorne bewegen, wenn diese Person versucht, sich nach vorne zu beugen. Stattdessen werden in solchen Fällen die Bänder zwischen den Wirbeln eher überdehnt als gestreckt und es erhöht sich die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls. Asanas erhöhen die Flexibilität der hinteren Oberschenkelmuskeln in großem Maße und verhindern Bandscheibenvorfälle.

Die physiologischen Wirkungen von Drehungen
Alle Bauchorgane werden durch den Vorgang der Drehung „ausgepresst“ und mit Blut durchspült. Dieser trocknende Mechanismus stimuliert die Absorptionstätigkeiten des Darms. Die peristaltische Darmaktivität wird erhöht, was zu einer Befreiung von Verstopfung führt.

Drehhaltungen lockern die Wirbelsäulenmuskeln und die aus der Wirbelsäule austretenden Wirbelsäulennerven. Diese Haltungen wirken deshalb vorbeugend gegen einen Bandscheibenvorfall.

Die physiologischen Wirkungen von Setubandha Sarvangasana und verwandten Haltungen
Haltungen wie Viparita Dandasana (Kopfstandbrücke) und Setubandha Sarvangasana (Schulterstandbrücke) stärken, wenn sie mit Unterstützung praktiziert werden, die Herzmuskulatur und helfen, abnormen Veränderungen der Herzmuskulatur entgegen zu wirken. Weil die Brustorgane gedehnt werden, wird ihre Durchblutung erhöht. Diese Asanas sind von unschätzbarem Wert bei der Behandlung ischämischer Herzerkrankungen und primärer Muskelstörungen. Die wohltuende Wirkung dieser Haltungen auf Patienten mit ischämischer Herzkrankheit liegt vermutlich an einer verstärkten Blutzufuhr zum Herzen.

Die wohltuenden Wirkungen von Asanas auf das Herz werden indirekt durch die Beobachtung belegt, dass Yogapraktizierende so gut wie nie Herzinfarkte bekommen. Patienten mit ischämischer Herzkrankheit, die yogatherapeutisch behandelt werden, zeigen eine Verbesserung beim Belastungs-EKG.

Asanas verbessern die Kapillardurchblutung, sowie die regionale Blutversorgung. Die Blutversorgung der Brustorgane wird durch den massierenden Effekt verbessert. Die Vitalkapazität der Lungen kann durch Asanas gut aufrecht erhalten werden. Des Weiteren wird die Elastizität der Lungen gut bewahrt.
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