Parshva heißt Seite oder Flanke, Uttana bedeutet intensive Streckung. In Parsvottanansana werden die Beine nach hinten und die Flanken nach vorne gestreckt.
Parsvottanasana ist ein Asana, welches das Becken dehnt, den Bauchraum öffnet und dem Übenden Leichtigkeit und Freiheit gibt. Der Übende lernt in diesem Asana, wie kaum in einem anderen Asana, die Elemente im Gleichgewicht zu halten

Wirkung des Asana:

  • Tonisiert die Wirbelsäule
  • Beseitigt Schmerzen im unteren Rücken
  • Stärkt die Bauchmuskeln
  • Massiert die Bauchorgane wie Bauchspeicheldrüse, Milz, Leber etc.
  • Ermöglicht dem Zwerchfell, weich zu werden
  • Nimmt Schwere im Bauchraum
  • Nimmt Schwere des Körpers und des Geistes
  • Stärkt alle Gelenke
  • Verbessert den Blutfluss zum Gehirn, Kopf, Nacken und zu den endokrinen Drüsen im Hals und Gehirn, ist entsprechend hilfreich bei Schilddrüsenproblemen etc.
  • Vermindert Fett an den Hüften und Beinen
  • Beruhigt das Gehirn und Sinne
  • Hilft bei Schlaflosigkeit und Migräne


Schritt  1

Stehen sie in Tadasana, der Berghaltung. Nehmen sie ihre Hände in „Namasté“ in den Rücken. Achten sie darauf, dass sie die Hände so hoch wie möglich in den Rücken schieben, so dass der Winkel im Handgelenk nicht kleiner als 90° ist. Das könnte zuviel Druck auf die Handgelenke geben und Schmerzen verursachen. Die Namasté-Haltung der Hände beinhaltet, dass die Hände fest geschlossen sind – bis zu den Zeigefingern und Daumenballen. Die Handkanten drücken fest gegen die Brustwirbelsäule und  die Handgelenke fest gegeneinander. Dann die Schlüsselbeine über das Ausdrehen der Oberarme weiten, die Ellbogen senken  und zueinanderbewegen. Spreizen Sie die Beine ca. 1m  – 1,10m weit auseinander; richten Sie ihre Füße in den Außenkanten gerade nach vorne.

Schritt 2
Drehen Sie den linken Fuß 60° – 70° nach innen und das rechte Bein 90° nach außen so dass die Inneren Fersen in einer Linie stehen. Verankern sie den linken Fuß über die Arbeit mit der großen Zehe und dem Zehenballen in der Außenkante und Ferse fest am Boden, halten sie den Innenknöchel gehoben, bewegen sie das linke Innenbein zurück und rollen sie die linke äußere Hüfte nach vorne. Im rechten Fuß halten sie die Außenkante fest am Boden, mit dem Widerstand in der Außenkante bringen sie die Ferse – die Innenferse sowie den großen Zehenballen und die große Zehe fest zum Boden. Die rechte Beinaußenseite geht an den Knochen, rechte Hüfte und die rechte Leiste strecken sich zurück. Das Becken steht parallel. Gleichgewichtig in den Füßen und Beinen die Beine zurückstrecken, den Steiß senken und die Bauchwand und das Brustbein sowie den Kopf heben. Die Hände drücken fest in den Rücken.

Schritt 3
Bleiben sie in beiden Füßen geerdet; den Steiß gesenkt halten, beide Beine nach hinten strecken und mit weichem Bauch und langen Flanken, gehobenem Brustbein und Kinn, mit dem Bauchnabel über dem rechten Bein, ausstrecken. Die Hände drücken fest in den Rücken, die Schlüsselbeine bleiben geweitet und die Ellbogen gehoben.

Schritt 4

Aus geerdeten Füßen beide Leisten, beide Oberschenkel, beide Knie und beide Schienbeine zurückstrecken. Bauchnabel mit dem Brustbein weit über das Bein bringen, Kinn so tief wie möglich auf das Schienbein senken und die Stirn auf dem Schienbein ruhen lassen. Die Schlüsselbeine bleiben geweitet, die Ellbogen gehoben und die Handkanten drücken fest gegen die Brustwirbelsäule; die obere Brust bleibt geweitet.

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Das Timing
Beginnen sie mit 30 Sekunden pro Seite. Wenn sie geübt sind, bleiben Sie bis zu 1 Minute oder länger in der Haltung. Die Übungszeit sollte auf beiden Seiten gleich lang sein.

Entspannen
Das Ende der Haltung: Die Hände bleiben in Namasté. Kommen sie zurück zu Tadasana. In Tadasana die Hände lösen.

Wichtige Details
Mit der gleichen Kraft, mit der sich die Füße erden, die Hände im Rücken von den Handgelenken aufwärts gegeneinander pressen. Diese Haltung stellt hohe Anforderungen an die Balance. Sie gerät jedoch aus der Balance, sobald der Innenrand des vorderen Fußes (die Linie von den Innenferse zum großen Zehenballen und zur großen Zehe) sich vom Boden hebt, und das gesamte vordere Bein in die Außenkante des Fußes kippt. Die Haltung stellt hohe Anforderungen an den Gleichgewichtssinn und das Koordinationsvermögen. Um dem gerecht zu werden, bleiben Sie völlig entspannt und passiv in den Sinnen. Entspannen Sie den vorderen Teil des Gehirns, um den Kontakt zum hinteren Bein und den Händen im Rücken zu halten. Lassen Sie den Atem fließen.

Bei Erschöpfung und Problemen
Üben sie das Asana mit Erhöhung für den vorderen Fuß und Wand (Holzbank) oder Stuhl für die Arme und Hände. Die Erhöhung lehrt das Bein, vom Fersenknochen zum Sitzbein zurückzustrecken. Entsprechend bleibt das Kreuzbein breiter und der Bauch entspannt. Die angehobenen Arme entwickeln das Gefühl für die Länge der Flanken. Das Herz kann ohne Stress entspannen. Diese Variante empfiehlt sich auch für Anfänger, bei Bluthochdruck und fortgeschrittener Schwangerschaft.

Probleme mit den Händen und Armen
Ihre Beinarbeit ist stabil, doch Ihre Arme und Hände kommen in der Namasté-Haltung nicht zusammen? Greifen sie bei gleicher Weitung der Schlüsselbeine und Ausdrehung der Oberarme ihre Ellbogen.

Zwischenstufe für mehr Bewußtsein
Oft weiß der Übende nicht welchen Raum die Flanken und der Brustkorb in Parsvottanasana einnehmen sollen und dürfen und wie viel Kraft und Widerstand die Beine für die Öffnung des Rumpfes haben müssen. Denn der Raum des Herzbereichs, der Raum in der Wirbelsäule und die Ruhe der Sinne sowie des Herzens definiert sich aus der Beinarbeit. Nutzen sie die Arbeit mit Klötzen. Lernen sie mit Hilfe der Klötze die grobstoffliche Arbeit der Muskeln, sowie die feinstoffliche Arbeit in der Haut und die Öffnung des inneren Raumes.

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