Uttanasana kann sowohl eine Erholung als auch eine Qual sein. Einige Minuten sich hängen zu lassen oder sich sogar aktiv dabei noch nach unten zu strecken, bringt Ruhe in den Körper und den Kopf. Man fühlt sich danach meist leer und erfrischt In „Licht auf Yoga“ schreibt B. K. S. Iyengar, dass zwei Minuten Uttanasana jede Depression vertreiben. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich für dieses Rezept dankbar war und es sich jedesmal bewahrheitet hat. Wieso oder wie es funktioniert, weiß ich nicht. Steckt die Depression im Kopf und wirkt die verstärkte Durchblutung heilend? Steckt sie in den Rückseiten der Beine als Verkrampfung und wird durch die Dehnung beseitigt? Im Unterricht wird Uttanasana oft zwischen den relativ anstrengenden stehenden Übungen eingefügt. Es hilft dann, Puls und Atem wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Besonders wenn Uttanasana intensiv geübt wird, ist es für Anfänger erst mal mit erheblichen unangenehmen Gefühlen an den Beinrückseiten verbunden. Wie bei fast allen Asanas kommt das Empfinden von Glück, Stimmigkeit und innerer Ruhe erst, wenn die Schmerzen entweder nicht mehr so intensiv sind oder man ihnen zumindest nicht mehr automatisch mit einer inneren Abwehrreaktion begegnet, sondern man damit innerlich still sein kann. Unerfahrene sehen die Dehngefühle meist als unangenehme Begleiterscheinung der Yoga-Übungen an. Man möchte einen klaren Kopf, gute emotionale Verfassung, Energie. Es ist nicht unmittelbar einsichtig, warum es deswegen hinten an den Beinen so ziehen muss. Dementsprechend haben Anfänger eine verständliche Neigung, diesen schmerzhaften Empfindungen auszuweichen, sie jedenfalls auf keinen Fall auch noch freiwillig zu verstärken. Im Unterricht wird der Yoga-Lehrer zum Folterknecht, dem man sich in gewissen Grenzen unterwirft, weil es einem ja hinterher so gut geht. Nach einigen Wochen oder Monaten des Übens ist dann das Schlimmste überwunden. Zum einen sind die wesentlichen Muskeln in einem mehr gedehnten Zustand als am […]

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