In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Eine Viertelstunde schlendere ich durch das quirlige Pokhara und stehe mitten im Jiva-Café direkt am See, das seine irische Betreiberin Trish vollkommen zu Recht eine verborgene Oase nennt. Sie und ihre nepalesischen Angestellten halten nicht nur lukullische Genüsse parat. In einer ihrer kleinen süßen Lehmhütten bekomme ich eine Hot-Stone-Massage nach allen Regeln der Kunst. Jetzt bin ich gestärkt und bereit für das nächste Yoga-Abenteuer.
Es gibt mittlerweile viele Yogastudios in Pokhara. Auch einige Guesthouses bieten Yogastunden an. Besonders zu empfehlen ist das Pranamaya-Studio, dessen Hauptsitz in Kathmandu liegt. Im Programm sind klassischer Hatha, ebenso wie dynamischer Flow-Yoga und regenerative Klassen. Auf meiner Yogamatte fühle mich gleich zu Hause. Tom, ein Amerikaner, der mit viel Spaß und Leichtigkeit durch die herzöffnende Klasse führt, begeistert mich sofort. Mit Toms sonorer Stimme klingt die Stunde aus. Tief entspannt sitze ich auf meiner Matte.

Nach wenigen Tagen in Nepal bin ich hingerissen von der Schönheit des Landes, der Freundlichkeit der Menschen und der Anmut der unbeschreiblichen Natur.
Auch die Landesküche hat mich in ihren Bann gezogen: Zum Beispiel Bishnous Organic Kitchen, in der Bishnou den Reis von seinen eigenen Feldern in duftende vegetarische Gerichte verwandelt. Die handgeschriebene Speisekarte mit ihren Köstlichkeiten rührt mich an. Raffinesse und Liebe sind in jedem Bissen spürbar.

Diese Liebe zu seinem Geschäft und den Gästen spiegelt sich in den Augen von Bishnou wider. In seiner klitzekleinen Küche geht es zu wie im Taubenschlag, jeder Handgriff sitzt. Eine Offenbarung sind die hausgemachten Teigtaschen, die Momos heißen und hier von Bishnous Ehefrau serviert werden. Nach all dem Yoga gönne ich mir zum Abschluss ein Dessert: warmen Milchreis mit erlesenen Gewürzen.

Kathmandu und Kathmandu Valley: Die Augen Buddhas sind immer präsent

Auch in Kathmandu lässt sich gut Yoga üben. Ich setze mich in die Maschine der Yeti-Airlines. Auf dem kurzen Flug nach Kathmandu weiten die majestätischen Achttausender mein Herz. Kaum bin ich gelandet, bringt mich Manohar mit seinem Taxi und nepalesischer Popmusik durch den Ameisenverkehr Kathmandus hinaus ins Kathmandu Valley. Zwischen weichen Hügeln und bei guter Luft empfängt der charismatische Yogalehrer Dr. Chintamani seine Gäste aus aller Welt und bietet wahre Yogafreuden. Sanfte Asanas und wohltuende Atemübungen entspannen Yogis und Yoginis mit und ohne Erfahrung gleichermaßen. Nach der klassischen Hatha-Stunde in dem runden, gemütlichen Raum mit einem atemberaubenden Blick in das Valley bin ich mehr als beseelt. Kein Gedanke mehr an meinen stressigen Job und an all die kleinen und großen Probleme. Ich bin entspannt und genieße.

Doch damit nicht genug: Ein Spaziergang ins nahe Bhaktapur, eine der drei Königsstädte Nepals, erweitert auch meinen kulturellen Horizont. Ich bewundere die nepalesische Architektur und lausche den Klängen der Musiker. Zurück bei Dr. Chintamani, lasse ich mich in seinem liebevoll gestalteten Garten nieder. Die untergehende Sonne breitet nun Pastelltöne über dem weiten Tal aus, aus dem ein laues Lüftchen heraufweht.

Wieder in Kathmandu. Ich steige die Treppen ins Pranamaya-Yogastudio hinauf, in dem mich die reizende Lehrerin Mandy herzlich begrüßt. Buddhas Augen schauen von der Wand. Das buddhistische Symbol für Mitgefühl begleitet mich durch die Stunde, an deren Ende mein Herz durch das Mantra-Singen geöffnet wird. Wir spüren jetzt ein menschenvereinendes Gefühl: Om mani padme hum. Ich wünsche mir sehnsüchtig, dass dieses Mantra das Handeln aus dem Herzen in die Welt tragen möge.

Von meiner Yogalehrerin erhalte ich den wertvollen Hinweis auf eine Massage bei den Blind Sisters, die mich dann auch wahrhaft auf Watte betten. Es folgt eine letzte Nacht im berühmten Kathmandu Guest House – himmlisch! Am nächsten Tag holt mich das Team vom enjoy Nepal ab. Jetzt heißt es leider Abschied nehmen vom Dach der Welt, aber ich bin mir sicher: Ich komme wieder, denn ab Herbst bietet enjoy Nepal geführte Yoga-Trekkingreisen an. Yoga und Wandern in einem – perfekt!

Infos

enjoy Nepal bietet individuelle Reisen nach Nepal an.
www.enjoy-nepal.de

Autorin

Mona Bektesi ist Yogalehrerin und unterrichtet im „Vinyaloft“ (www.vinyaloft.de) in Bremen. Sie bildet am Landesinstitut für Schule in Bremen Lehrer aus und übt dort gemeinsam mit ihren Referendaren und Schülern Yoga, um auch in die Schule mehr Ruhe und Gelassenheit zu bringen. Für „enjoy Nepal“ war sie in Nepal und hat dort verschiedene Yogastudios getestet.Anzeige