Heidi Schmidinger, mehrfach ausgezeichnete Fotografin, hält Gastvorträge, gibt Workshops über die „Kunst der Wahrnehmung“ und zeigt ihre außergewöhnlichen Überblendprojektionen in Theatern und sakralen Gebäuden. Dabei verwebt Heidi Schmidinger in perfekt abgestimmten Übergängen ihre gemäldeartigen Einzelbilder in ein gestaltungsreiches Geflecht aus Wachstum und Auflösung. Im Rhythmus von Kommen und Gehen tritt aus dem fast Verschwundenen das Neue hervor. Scheinbar Vertrautes verbindet sich mit Unerwartetem. Geschlossenes öffnet sich, gibt den Blick frei auf Dahinterliegendes, Traumhaftes, Abstraktes und Gegenständliches. Infos:  www.heidischmidinger.de
Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Das Authentische suchen, das Künstliche meiden. Bei sich sein, die Stärken vertiefen und von dort aus weitergehen. Auf die Regungen der Seele achten. Dem, was mich im Herzen ruft, Bedeutung geben!

Was finden Sie an sich selbst besonders gut?

Hingabe an den Augenblick, Offenheit für neue Begegnungen und Erfahrungen, Zugang zu Menschen und ihrem seelischen Innenleben, Einfühlungsvermögen, Achtsamkeit im Detail, Qualität der Wahrnehmung, Kreativität und Fantasie.

Auf welche Ihrer Eigenschaften werden Sie lieber nicht angesprochen?

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Unpünktlichkeit.

Welchem Menschen würden Sie gerne begegnen? Er kann auch bereits verstorben sein …

„Toledo“, meine mit 88 Jahren verstorbene Aquarell-Lehrerin aus Salzburg. Das Sichtbarwerden von angereicherten Lebenserfahrungen war wie eine Landschaft in ihrem Gesicht.

Wenn Sie auf eine einsame Insel müssten, welche drei Bücher würden Sie mitnehmen?

Zwei leere Bücher. Eines, um selbst hineinzuschreiben, das zweite, um darin zu malen. Das dritte Buch wäre eine Sammlung meiner Lieblingsgedichte mit Beiträgen von Hesse, Rilke, Pablo Neruda, Yvan Goll, David Rokeah, Gioconda Belli…

Und welche spirituelle Leitfigur würden Sie mitnehmen?

Die Natur ist mein Lehrer.

Spiritualität bedeutet für Sie persönlich was?

Durchlässigkeit, Auflösung der Ich-Grenze, Zugang und Öffnung zu einem größeren Ganzen, Verbundensein mit allem, wunschlose Gegenwart, Gewahrsein und innere Stille.

Was geht Ihnen so richtig gegen den Strich?

Lärm, Zeitdruck, Unachtsamkeit bzw. Beiläufigkeit, Begeis­terungsresistenz, taktloser Sarkasmus, flache Unterhaltung, kein Umweltbewusstsein, zu harte Butter auf sehr weichem Brot.

Wem oder was können Sie nicht widerstehen?

Einem hausgemachten Käsekuchen oder einer verführerischen Nachspeisenkreation. Einer langen Nacht, in der mich bis zum Morgengrauen die Umsetzung meiner Ideen wach bleiben lässt. Der Verlockung, in verlassene, alte Häuser, Ruinen und Sakralbauten ohne Dach einzusteigen. Musik, die mich berührt. Beschwimmbarem, klarem Wasser.

Was war der schönste Moment in Ihrem Leben?

Die bewusste Erfahrung von Liebe.

Welche Bedeutung haben Farben für Sie?

In feinsten Zwischentönen ermöglicht mir die gewählte Farbgebung, ein Spiegelbild meiner Befindlichkeit oder den Zustand einer Atmosphäre zu beschreiben. Farben sind: Melodien für die Augen, Balsam für die Seele, Nahrung, Inspiration.

Wer ist Ihr persönliches Vorbild?

Im Staunen versunkene Kinder und gütige, geistvolle, erfahrene Menschen mit Herz.

Was fasziniert Sie?

Die Zärtlichkeit des Lichts, die Zusammenhänge und Verwandlungen in der Natur, Körperintelligenz, Anmut, die Ereignisse des „Zufalls“, magisch-mystische Momente bei einer geglückten künstlerisch-professionellen Darbietung mit Tiefgang.

Wenn Sie drei Wünsche hätten, welche wären das?

Gesundheit, Friede, ein eigenes Buch mit den Früchten meiner 30-jährigen fotografischen Kreativität.

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