In unserer Mini-Serie „Yoga & Minimalismus“ erforschen wir die Vor- und Nachteile sowie spirituelle Aspekte einer reduzierten Lebensweise.
Unsere Interviewpartnerin Tanja Heller lebt nicht nur selbst seit einigen Jahren minimalistisch, sondern hat für ihr Buch „Minimalismus 13 Porträts“ auch andere Menschen befragt, warum sie ihren Verzicht als Bereicherung empfinden. Uns hat sie verraten, warum sie sich für diesen Lebensstil entschieden hat, ob sie heute glücklicher ist als davor und welche Tipps sie uns mit auf den Weg gibt.

 

Interview mit Tanja Heller

Was bedeutet es für Sie, Minimalistin zu sein? Worauf verzichten Sie?
Mir fehlt der Besitzwille. Schon als Kind empfand ich Dinge als Belastung und habe sie verschenkt oder absichtlich verschwendet. Man gewinnt innere Freiheit ohne Smartphone, Auto, Flugreisen, moderne Haushaltssklaven, Statussymbole. Ich besitze nur Dinge, die ich brauche oder liebe und einmal im Monat benutze.

Warum haben Sie sich zu diesem Lebensstil entschieden?

Zeit ist die neue Währung. Zeit, ich selbst zu sein und für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind wie ein Buch zu schreiben, Garten, zeichnen. Das meiste kann man weglassen. Ich mag Shoppen zum Beispiel nicht und trage seit 20 Jahren lieber einen uniformierten Kleidungsstil wie Steve Jobs: das gleiche Outfit mehrmals.  
 
Was gewinnen Sie dadurch? Macht dieser Lebensstil Sie glücklicher?

Ich bin raus aus dem Konsumpf. Der Trend von heute ist der Müll von morgen. Ich lebe bewusster, plastikfreier, kaufe nachhaltiger. Ich frage mich, wie die Sachen hergestellt sind und wie ich konsumieren kann, ohne jemandem zu schaden. Den Preis für mein Schnäppchen soll nicht die Näherin in Bangladesch zahlen.  

Wie sieht ein „minimalistischer“ Arbeitsalltag aus? Haben Sie hier etwas verändert und wie hat es sich ausgewirkt?
Als Werbetexterin passt mein Unternehmen in drei Schubladen. Ich optimiere gerne Abläufe, habe einen reduzierten Desktop und beantworte Mails in fünf kurzen Sätzen. Mein E-Mail-Fach halte ich leer. Durch den einfachen, reduzierten Lifestyle habe ich immer ein Urlaubsgefühl.  

Haben Sie Tipps für unsere Leser, wie man in kleinen Schritten in ein einfacheres Leben starten kann?

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  • „Ich-kauf-nix- Challenge.“
    Kaufe eine Woche oder einen Monat lang nichts.
  • Reduziere jeden Tag eine Sache.
    Als Basis. Bei einem Flow-Gefühl – mehr.
  • Warte nicht, lebe!
    Was macht dich glücklich? Mach’s einfach!

Noch einen guten Rat für den Weg?
Fange klein an!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 
Portrait_HellerTanja Heller (42) ist Freie Werbetexterin und Autorin.
Sie ist Minimalistin aus Leidenschaft und bloggt im Internet über Minimalismus und einfaches Leben.
www.texterin-mit-biss.de

 

 

 

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