Ein Interview mit der buddhistischen Vipassana-Meditationslehrerin Marie Mannschatz über Heilung durch Meditation, den Geist als sechstes Sinnesorgan und die Begrenztheit kausalen Denkens.Auch wenn es kein Patentrezept für das Erlangen von Gesundheit gibt, so existieren zumindest im Verständnis vieler spiritueller Traditionen Möglichkeiten, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das eigene Bewusstsein von der Wechselwirkung aller Dinge. So stehen nach Auffassung dieser Traditionen Körper und Geist in einer ständigen Wechselwirkung, was bedeutet, dass die Geisteshaltung und die physische Gesundheit eines Menschen bei der Entstehung von Leid und Heilung eng miteinander verbunden sind. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ein stabiler und ruhiger Geist grundlegende physische Funktionen wie Schlaf und Verdauung verbessert, und jemand, der psychisch und physisch erschöpft ist, weder Glück, Freude noch vollständige körperliche Gesundheit erfahren kann. Was für Traditionen wie den Buddhismus oder den Yoga im Umgang mit Leid, Krankheit, aber auch mit Heilung entscheidend ist, ist unsere geistige Grundeinstellung dem Leiden und auch dem Leben gegenüber. So können zum Beispiel zwei Menschen mit der gleichen Krankheit vollkommen unterschiedlich mit dieser umgehen. Für den einen kann diese Erfahrung sehr schmerzvoll sein, wenn ein Gefühl des Haderns ihn bestimmt, weil er davon ausgeht, vom Leben ungerecht behandelt zu werden. Für einen anderen Menschen hingegen kann diese Erfahrung bereichernd und heilvoll sein, weil er sich, bedingt durch diese Erfahrung, verstärkt mit sich selbst auseinandersetzt und dadurch tiefe Heilung erfahren kann, auch dann, wenn der Körper im Verlauf der Krankheit stirbt. Nach buddhistischer Ansicht ist die Meditation eine wichtige Quelle der Heilung, weil man durch sie lernt, besser mit negativen Geisteszuständen wie Hass, Frustration, Zorn, Eifersucht und Stolz umzugehen, die zu Krankheiten führen oder aber den Heilungsprozess maßgeblich beeinträchtigen können. Durch eine Schulung des Geistes und durch einen bewussten Umgang mit uns selbst können wir positive […]

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.