In einer kranken Gesellschaft persönliche Gesundheit erlangen Oft sind es nicht die großen Schicksalsschläge im Leben, die uns gesundheitlichen Schaden zufügen, sondern der Stress, dem wir in unserem Alltag ausgesetzt sind. In einer Gesellschaft, die extremen und oft krank machenden Idealen nacheifert, ist Stress ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens geworden. Solange wir Menschen und die Gesellschaft, in der wir leben, von dieser Maßlosigkeit angetrieben werden, werden wir weiterhin immer häufiger erkranken – oder sogar vorzeitig sterben – als Individuen und früher oder später auch als Gesellschaft oder als Spezies. Erst wenn wir uns auf uns selbst und die eigenen Werte besinnen, ist ein Prozess der Heilung möglich – so die Auffassung von Eugen Drewermann. Er wurde 1940 geboren, studierte Philosophie, katholische Theologie und machte eine psychoanalytische Ausbildung. 1966 wurde er zum Priester geweiht. Mit der Arbeit »Strukturen des Bösen. Die jahwistische Urgeschichte in exegetischer Sicht« habilitierte er sich 1978. Bis 1991 war er Privatdozent für Religionsgeschichte und Dogmatik an der kirchlichen Hochschule in Paderborn. Aufgrund seiner zunehmend kritischen Haltung gegenüber der Amtskirche und weil er seine in vielen Belangen von der Kirchenführung abweichenden Meinungen nicht korrigieren wollte, wurde ihm 1991 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Später folgte auch ein Predigtverbot und im März 1992 die Suspension vom Priesteramt. Danach erhielt Eugen Drewermann einen Lehrauftrag für Soziologie und Kulturanthropologie an der Gesamthochschule in Paderborn. Eugen Drewermann ist heute als freier Schriftsteller und Vortragsreisender tätig. Seit Jahren gehört er mit zu den gefragtesten Rednern in Europa, wenn es um Themen der Religion, Bibelauslegung, Märchenanalyse oder um das Verhältnis zwischen Mensch und Tier geht. Doris Iding: Wie würden Sie den Begriff Gesundheit definieren? Eugen Drewermann: Am einfachsten durch die von Platon und Pythagoras aufgestellte Gleichung – die Einheit von Seele und Körper. D.I.: Der Buddhismus kennt drei grundlegende Krankheiten des Geistes: Gier, Hass und […]

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.