„Unser Körper weiß alles!“ Daran glaubt Alex Diepering fest. Beim Agape Zoe Festival für Yoga, Healing Arts & Mindfulness, das in diesem Herbst zum ersten Mal in München stattfand, traf YOGA AKTUELL die zertifizierte Forrest Yoga Lehrerin zum Interview. Gemeinsam mit Sigi Hohner leitete sie dort eine Forrest Yoga Klasse. Nach der Session wollten wir mehr über die heilende Kraft hinter der von Ana T. Forrest entwickelten und nach ihr benannten Yogalehre erfahren. Alex ist überzeugt von den tief greifenden, heilenden Möglichkeiten, die Forrest Yoga bietet und davon, dass er uns wahrhaft befähigt, emotionale Blockaden und Schmerzen zu lösen.

Anzeige

Interview

YOGA AKTUELL: Ana Tiger Forrest ist heute eine Yoga-Koryphäe. Sie hat Forrest Yoga vor über 40 Jahren entwickelt, zunächst um sich selbst und schließlich unzählige andere von emotionalen Wunden zu heilen. Worauf basiert der heilende Effekt von Forrest Yoga?

Alex Diepering: Unser Körper weiß alles! Jedes einzelne Asana gibt uns die Möglichkeit, mit emotionalen Blockaden oder ‘Traumata’ Kontakt aufzunehmen. Mit tiefen Atemzügen, Mut und Achtsamkeit können wir in die Blockaden hineingehen und sie loslassen. Wir leiten die Leute dazu an, ehrlich ihre eigenen Grenzen zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten, die Wahrheit in sich selbst zu wissen und eine Verbindung mit ihrem inneren Geist zu finden.

Du bist selbst durch einen Heilungsprozess gegangen und hast dabei auf alternative Methoden und vor allem auf Forrest Yoga vertraut. Wie bist du zu Forrest Yoga gekommen und was hat die Praxis in dir verändert?

Ich war mehrere Jahre krank, zu den Symptomen gehörten unter anderem unerträgliche Schmerzen. Ich konnte nicht sitzen und auch meine Yogapraxis nicht mehr wie vorher ausüben. Eine Freundin hatte mir das Buch Fierce Medicine von Ana Forrest empfohlen. Es hat mich total inspiriert! Ana Forrest hat Yoga transformiert und durch diese Art von Yoga ihr eigenes Leben gerettet. Das hat auch mir endlich Hoffnung gegeben! Ich habe eine zweistündige Privatsession genommen und schon gleich danach waren meine Schmerzen viel besser geworden. Ich konnte es kaum glauben! Also habe ich angefangen, jede Woche Forrest Yoga zu praktizieren. Allerdings musste ich jedes Mal eine einstündige Reise zum Unterricht auf mich nehmen! Innerhalb der ersten zwei Monate habe ich dann schon erkannt, dass ich die Ausbildung machen wollte, selbst, wenn es nur für meinen eigenen Heilungsprozess wichtig ist. Ich wollte unbedingt mit Ana Forrest persönlich Yoga praktizieren. Die Ausbildung hat dann tiefe, emotionale Blockaden in meinem Körper aufgelöst und mich so viel weiter in meinem Heilungsprozess gebracht. Ich war so begeistert, dass ich meine Erfahrungen sofort weitergeben wollte.

Forrest Yoga mit Alex
Alexandra adjusted am Agape Zoe Festival in München

Worin liegt für dich der große Unterschied zwischen Forrest Yoga und anderen Yogastilen?

In den intelligenten Sequenzen, die sich um unsere eher „westlichen“ Probleme kümmern. Wir leiden oft unter Nacken- und Rückenschmerzen – dafür bietet Forrest Yoga zwei Besonderheiten, die einen großen Unterschied zu anderen Stilen ausmachen: Wir praktizieren immer mit „entspanntem Nacken“ (relaxed neck) und wir machen viele Bauchübungen. Einerseits um den Körper aufzuwärmen und auch, damit Schmerzen im unteren Rücken vermieden sowie geheilt werden können. Der Fokus im Forrest Yoga liegt auf der Kraft. Darauf, kraftvoll deine Grenzen zu spüren. Zudem bleiben wir lange in den Asanas, um in die Tiefe gehen zu können.

Ja, in eurem Forrest Yoga Workshop habt ihr den Fokus hinsichtlich der Ausrichtung immer wieder stark auf den Nacken und die Halswirbelsäule gelegt. Was genau hat es mit dem entspannten Nacken auf sich?

Zunächst einmal tragen wir viel Spannung im Nacken, weil wir viel im Kopf sind. Wir sitzen aber auch viel vor dem Computer, was sowieso nicht gut für den Körper ist. Durch Stress entsteht darüber hinaus extrem viel Spannung im Nacken. Im Forrest Yoga versuchen wir, unseren Kopf auszuschalten. Unser Körper und unser relaxed neck helfen uns dabei. Wenn der Nacken entspannt ist, regt das den Blutfluss an – ein weiterer Vorteil, der uns noch dazu schlauer macht.

Wem würdest du Forrest Yoga gezielt empfehlen?

Forrest Yoga ist für alle – wirklich alle! Es gibt unendliche Variationen von Asanas und Sequenzen. Forrest Yoga hält Heilung für Leute mit emotionalen und körperlichen Schmerzen oder Verletzungen bereit. Auch Menschen, die tief und ehrlich mit sich selbst arbeiten wollen, sind im Forrest Yoga richtig! Die Stunden sind dynamisch und kraftvoll – also passt Forrest Yoga auch zu denen, die gerne „Sport“ machen – deswegen ist dieser Stil auch bei Männern beliebt.

Herzlichen Dank für das Interview!

Alex im Interview
Alexandra Diepering

Die in Italien geborene und in Südafrika aufgewachsene Dänin Alexandra Diepering lebt heute in München und Kapstadt. Als ausgebildete Yogalehrerin und –therapeutin, Reiki-Heilerin und spirituelle Aspirantin liegt ihr Fokus auf den Heilungsaspekten von Yoga sowie auf anderen alternativen Heilungsmöglichkeiten. Sie unterrichtet Forrest Yoga inspired Yoga und hält internationale Workshops.

 

Weiterführende Informationen:

Anzeige

Teilen
Vorheriger ArtikelYogi des Monats: Teodor Nenov
Nächster ArtikelDeine Aufmerksamkeit: ein kostbares Gut!
Marita Voithofer
Marita Voithofer ist das neueste Mitglied in der Yoga Aktuell Redaktion und selbst begeisterte Yogini. Seit 2011 praktiziert sie regelmäßig, wo auch immer auf der Welt sie ihre Travel Yogamatte aufrollt, mit dem Bestreben, eine Balance zwischen Abhyasa & Vairagya, dem konstanten Üben und der Gelassenheit, zu schaffen. Marita studierte Germanistik und angewandte Linguistik in Salzburg und ist ausgebildete Yogalehrerin. Aufgewachsen im Bergidyll der Hohen Tauern lässt sie sich noch heute am liebsten beim Wandern und Bergsteigen kreativ inspirieren.

Kommentiere den Artikel