Weihnachten steht vor der Türe. Freust du dich auf die gemeinsamen Tage mit deiner Familie? Wärst du dieses Jahr lieber einmal ganz alleine? Oder würdest du die Feiertage gerne ohne die Verwandtschaft mit deinem Partner verbringen? Viele träumen davon, aber wenige trauen sich zu Weihnachten, ihren eigenen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Hier bekommst du ein paar Tipps, wie es klappen könnte.

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Die Achtsamkeit lehrt uns, den Autopiloten auszuschalten und uns für unsere wahren Bedürfnisse zu öffnen. Das ist das eine. Aber die daraus gewonnenen Erkenntnisse ins Leben umzusetzen, wieder etwas ganz anderes, was uns dann doch nicht so leichtfällt. Schließlich wollen wir niemanden verletzten, wenn wir unsere Bedürfnisse äußeren. Und schon gar nicht an so wichtigen Festtagen wie Weihnachten.

Hier bekommst du Tipps an die Hand, die es dir leichter machen werden, entspannte Weihnachten zu verbringen.

Tipp Nr. 1: Bring deine Wünsche zum Ausdruck …

… und leben dein Leben, anstatt dich von Konventionen und Gewohnheiten leben zu lassen. Schalte den Autopiloten aus – auch in der Weihnachtszeit. Vielleicht bist du damit überfordert, gleich die ganzen Weihnachtstage für dich alleine zu beanspruchen. Wie wär’s, wenn du dann einen der Feiertage für dich alleine oder mit deinem Partner oder deinen Kindern bleibst? Wie wäre es, wenn du deinen Eltern oder denjenigen, die gerne mit dir zusammen feiern würden, ganz ehrlich sagst, dass du es dir von ganzem Herzen wünscht, die Zeit nach deinen Bedürfnissen gestalten zu können?

Tipp Nr. 2: Vergiss „sollen“ und „müssen“

In den Wochen vor Weihnachten peitschen uns die Gedanken durch den Tag, die uns erzählen, was wir vor den Feiertagen noch alles erledigen müssen. Aber mal ganz ehrlich: Ist der meiste Druck nicht selbst gemacht? Müssen es wirklich so viele Geschenke sein? Geht es nicht auch mit ein bisschen weniger Konsum, Essen, Plan, Erwartungen? Entspann dich und atme drei Mal tief ein und aus, bevor du in blinden Muss-Aktionismus verfällst und überlege dir – auch zusammen mit deiner Familie – ob der Stress wirklich sein muss.

Tipp Nr. 3: Lass dich verzaubern

Die Stille der Natur ist erwiesenermaßen viel heilsamer als der Vorweihnachtsstress in den Kaufhäusern. Geh alleine oder zusammen mit deinem Partner in die Natur. Schenkt euch diese Zeit und seid offen für die Wunder der Natur. Diese können sich auch mitten im Dezember offenbaren.

Tipp Nr. 4: Abstand wahren

Die meisten Kräche passieren in den Feiertagen, weil die Familie dann rund um die Uhr zusammen ist und die Erwartungen an die schönsten Tage im Jahr hoch sind. Der Stress, der damit einhergeht, eben diese Tage besonders schön gestalten zu wollen, tut sein Übriges. Da ist ein Streit schon fast vorprogrammiert. Aber das muss nicht sein! Solltest du während der Feiertage mit unliebsamen Gefühlen konfrontiert werden, weil deine Erwartungen nicht erfüllt werden, oder dir der nötige Raum für Rückzug fehlt, so nimm diese Gefühle einfach wahr, ohne dich mit ihrem Inhalt zu befassen oder zu identifizieren. Bemerke einfach nur ihr Vorhandensein.

Tipp Nr. 5: Erwartungen loslassen

Meist gehen wir mit unerfüllbaren Erwartungen in die Weihnachtstage und sind enttäuscht, wenn alles anders verläuft, als wir es uns vorgestellt haben. Lass deine Erwartungen los und versuche stattdessen, achtsam zu sein. Wenn du merkst, dass du Erwartungen an dich selbst oder deine Mitmenschen hinsichtlich besonders fröhlicher, harmonischer oder lustiger Weihnachtsfeiertage hast, so lasse sie los. Atme stattdessen tief ein und aus und komme zurück in den gegenwärtigen Moment. Der ist frei von Wünschen und Erwartungen.

Tipp Nr. 6: Halte immer wieder mal inne

Die Advents- und Weihnachtszeit ist nicht nur eine Zeit des Feierns, sondern auch eine Zeit der Innenschau, des Innenhaltens, des Ankommens. Nutze diese Zeit auch für die Meditation – vielleicht sogar einmal mit der ganzen Familie. Gehe in die Stille und öffne dich für den Reichtum und Frieden, der dir innewohnt. Gehe bei der Meditation mit deiner Aufmerksamkeit weg von den Inhalten deines Bewusstseins, hin zum Bewusstsein selbst. Zum reinen, unbefleckten Bewusstsein.

Und zum Schluss noch ein letzter Tipp! Und das ist vielleicht der Wichtigste!

Tipp Nr. 7: Sammle Glücksmomente

Wenn du während der Feiertage von einem Gefühl des Glücks, der Liebe oder der Dankbarkeit berührt wirst, dann lasse dieses Gefühl zu und lasse diesen Moment achtsam durch jede Zelle deines Körpers fließen. Atme ihn tief und bewusst ein. So lange, bis dein ganzes Sein davon berührt ist. Mache dir bewusst, was für ein großes Geschenk es ist, in einem Land zu leben, in dem wir Frieden haben! Sei dankbar dafür, dass du mit deiner Familie zusammenleben kannst und nicht von ihnen getrennt bist, wie so viele Flüchtlinge es sind. Und denke daran, dass wir in einem Land des Überflusses leben und es uns hier sehr gut geht. Mache dir auch bewusst, dass du selbst entscheiden kannst, wie du die Feiertage verbringst. Du selbst kannst dich für den inneren Frieden in dir öffnen und ihn verströmen, um dann ein Fest der Liebe zu feiern. Mache dir bewusst, dass du selbst immer die Wahl hast, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest und das du selbst es bist, der seine Bedürfnisse zum Ausdruck bringen kann und sollte. Das vertieft die Erfahrung von innerer Freiheit und innerem Frieden.Anzeige

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.