In unserem turbulenten Alltag mit seinen vielfältigen und oft überfordernden Möglichkeiten wäre so ein Intuitions-Navi oft ganz praktisch. Manchmal sind wir ja auch gut in Kontakt mit unserer inneren Weisheit und sie leitet uns sicher und ohne Umwege ans Ziel. An anderen Tagen halten wir unser Bauchgefühl vielleicht für eine Verdauungsstörung und müssen erst dreimal falsch abbiegen bis wir erkennen, was wirklich wichtig oder richtig für uns ist (und unser Körper flüstert leise, aber freundlich auf dem Beifahrersitz: „Hab ich doch gesagt!“). Glücklicherweise können wir aber aus der losen Brieffreundschaft mit unserer Intuition eine Art Dauerchat werden lassen. Yoga ist ein wunderbarer Weg dahin.

Intuitiv & kreativ
Gleichzeitig kann die Stimme der Intuition auch unserer Yogapraxis neue Lebendigkeit einhauchen. Wenn unsere Praxis vor lauter Routine langweilig, zur bloßen Wiederholung des Immergleichen geworden ist oder uns nicht wirklich tief berührt, kann es Zeit sein, alle Regeln und Übungsanleitungen mal beiseite zu schieben und vorsichtig bei unserer Herzens- und Bauchstimme anzuklopfen. Hier ein paar erste Impulse, wie du deiner inneren Weisheit näherkommen und frischen, kreativen Wind in deine Praxis bringen kannst:

 

1) Vergiss mal was du weißt, fühle

Schieb das Bild, dass du von einem Asana hast beiseite und versuche heute mal deinen ganz individuellen Hund oder Helden zu machen. Wie würde er aussehen? Und noch wichtiger: Wie würde er sich anfühlen? Gibt es einen Impuls im Körper, wenn du das Wort stumm oder laut aussprichst, dir einen starken Helden oder einen sich gemütlich räkelnden Hund vorstellst? Wenn du noch nie etwas von Yoga gehört, aber Lust hättest, die aufgehende, wärmende, lichtspendende Sonne zu grüßen – was würdest du tun? Lausche in dich hinein und folge den Impulsen, die auftauchen, werde kreativ. Der kritische Kopf, der natürlich genau weiß, wie Hund und Held und Sonnengruß auszusehen haben, darf sich jetzt mal eine Weile in die Hängematte legen.

 

2) Was tut dir wirklich gut?

Versuche mal den Gedanken beiseite zu lassen, dass es darum geht, „besser“ zu werden oder irgendwohin zu kommen. Geh heute nicht direkt bis an deine Bewegungsgrenze, sondern spür hin: Wie weit möchte ich hier und jetzt in die Schulterbrücke hineingehen, damit sie sich stabil und leicht anfühlt? (Egal wo „stabil und leicht“ gestern war!) Wie weit und in welche Richtung musst du deine Arme heben, bis du ein Gefühl von Weite in deinem Brustkorb wahrnimmst? Wonach sehnt sich dein verspannter Nacken wirklich? Versuche genau hinzuspüren, an welchem Punkt dein Körper dankbar aufatmet und wohlig murmelt: „Hmja, das tut – heute, hier und jetzt – total gut! Ich fühle mich freier, leichter, stabiler, freudig.“ Vielleicht fragst du sogar einmal bewusst vor der Praxis nach, wonach deinem Körper und deiner Seele heute ist (egal was auf dem Übungsplan steht und auch wenn die Plankchallenge dann eben ohne dich weitergeht).

 

3) Dein drittes Auge öffnen

Unser Intuition wir dem mit 6. Chakra – dem Stirnchakra – in Verbindung gebracht. Alles, was das Ajna-Chakra stärkt, fördert gleichzeitig den Kontakt zu deiner inneren Weisheit. So kannst du z.B. das Mantra OM singen oder darauf meditieren – es ist dem Stirnchakra zugeordnet. Auch Achtsamkeitsübungen und Yoga Nidra können dich dabei unterstützen, deine Intuition und ihre oft zarten Signale noch besser wahrzunehmen. Im Kundalini Yoga gibt es eine spezielle Meditation, die unsere Intuition stärken soll: Eine Anleitung für die Indra Nittri Meditation findest du z.B. hier.

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4) Die Kraft der Pflanzen & Rituale

Du musst nicht alles alleine schaffen. In der Pflanzenwelt gibt es viele Helfer, die sich freuen, dir den Weg zu weisen. Gehen musst du alleine, aber sie begleiten und führen dich gerne. Pflanzen, die intuitionsstärkend wirken sind z.B. die Schafgarbe, Mädesüß, Baldrian, Beifuss. Du kannst sie als Tee zu dir nehmen, das ätherische Öl verwenden oder sie verräuchern.

 

[highlight]Wenn du noch mehr erfahren willst, findest du einen Beitrag über die Weisheit der Intuition in unserer aktuellen Ausgabe (Nr. 92, S. 84).[/highlight]

 

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Stefanie
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Sehr schön geschrieben! DANKE!